Wolfsburg-Sieg im Pokal-Halbfinale Gnadenlos gut

Wolfsburg lässt Bielefeld sieben Minuten vom Wunder träumen. Dann räumt der Bundesligist den Pokalschreck aus der dritten Liga kompromisslos aus dem Weg. Ein 20-Jähriger feiert eine Tor-Premiere. Alles Wichtige zum Pokal-Halbfinale.

Wolfsburgs Arnold: Zwei Tore gegen Bielefeld
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Wolfsburgs Arnold: Zwei Tore gegen Bielefeld

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Die Ausgangslage: Arminia Bielefeld wollte das nächste Wunder und nach Berlin, Bremen und Gladbach den vierten Bundesligisten ausschalten. Für den VfL Wolfsburg ging es darum, eine starke Saison mit dem Pokalfinale zu krönen - Zweiter in der Liga, starke Auftritte in der Europa League und nun noch die Chance auf einen Titel.

Das Ergebnis: 4:0 (2:0) für Wolfsburg. Der Bundesligist zeigte keine Gnade und machte von Beginn an den Klassenunterschied deutlich. Pech für Bielefeld, aber der VfL war an diesem Abend zu stark und zu abgezockt.

Vorahnung des Spiels: Wenige Stunden vor dem Anpfiff konnte man auf der Homepage des VfL bereits Tickets für das Endspiel kaufen. Als bei Facebook und Twitter Screenshots von dem Fauxpas kursierten, löschte der Klub die Seite schnell wieder. Ganz so sicher war man sich wohl doch nicht.

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VfL-Sieg in Bielefeld: Wolfsburg eine Nummer zu groß für Pokalschreck Arminia
Der Rasen: War ein großes Thema vor dem Spiel. Vor allem die Bremer hatten sich nach dem Achtelfinal-Aus beschwert. Tatsächlich glich der Rasen Anfang März eher einem Acker als einem Fußballplatz. Diesmal hatten die Greenkeeper aber ganze Arbeit geleistet - was dem Gastgeber nicht gerade entgegenkam. Wolfsburg konnte seine technische Überlegenheit voll ausspielen.

Die erste Hälfte: Begann maximal blöd für Bielefeld. Bereits nach sieben Minuten erzielte Maximilian Arnold die Führung für Wolfsburg. Daniel Caligiuri hatte den Mitspieler perfekt in Szene gesetzt, sein Querpass vor dem Strafraum deckte die Schwächen der Gastgeber auf und gestattete Arnold einen sehenswerten Schlenzer in den Winkel (8. Minute). Danach verpasste Wolfsburg es mehrfach nachzulegen. Hätten Kevin De Bruyne und Ivan Perisic jeweils den Ball im Konter nicht so schnell verloren, wären zwei, drei weitere Treffer drin gewesen. So fiel nur noch einer: Nach einem Freistoß köpfte Bas Dost den Ball vom zweiten Pfosten clever in die Mitte - Luiz Gustavo vollendete per Kopf (32.).

Perisic: Widmete sein Tor dem tödlich verunglückten Teamkollegen Junior Malanda
AFP

Perisic: Widmete sein Tor dem tödlich verunglückten Teamkollegen Junior Malanda

Konjunktiv des Spiels: Was wäre gewesen, wenn der 35-Meter-Freistoß von Florian Dick im Tor gelandet wäre? Direkt nach der Pause hatte Bielefelds Abwehrspieler mit seinem Lattentreffer für ein Ausrufezeichen gesorgt. Mit einem 1:2 wären die Gastgeber wieder im Spiel gewesen.

Die zweite Hälfte: Stattdessen machte Wolfsburg früh alles klar. Mit ihren Toren in der 51. und 55. Minute entschieden Perisic und Arnold die Partie. Der Widerstand der Bielefelder war gebrochen, die Fans feierten trotzdem weiter - den kurz bevorstehenden Aufstieg in die zweite Liga und die zuvor starken Leistungen im Pokal. Wolfsburg konnte verschmerzen, dass Dost in der 68. Minute noch ein eindeutiger Elfmeter verweigert wurde.

Doppelpack des Spiels: Kam von Maximilian Arnold. Der Mittelfeldspieler gehört nach einer enttäuschenden Hinrunde (nur fünf Einsätze von Beginn an) zu den Leistungsträgern beim VfL. Gegen Bielefeld bewies der 20-Jährige seine Abschlussstärke und feierte eine Premiere: Zwei Tore in einem Pflichtspiel für Wolfsburg waren ihm bisher noch nicht gelungen.

Stichelei des Endspielgegners: Jürgen Klopp hatte sich bereits nach dem Sieg gegen den FC Bayern festgelegt - im Finale werde sein BVB wohl auf Wolfsburg treffen. Eine kleine Spitze gegen den Werksklub konnte sich Dortmunds Trainer nicht verkneifen: Dank der BVB-Fans werde das Stadion in Berlin "überwiegend gelb" sein, sagte Klopp - "wenn VW an diesem Tag nicht dem ganzen Werk freigibt".

Fazit: Bielefeld wehrte sich tapfer, war aber chancenlos. Wolfsburg ließ sich nicht anmerken, dass der Klub zuletzt in einer Mini-Krise steckte und steht nach dem dritten Anlauf im Pokalfinale. 2013 war der VfL im Halbfinale noch am FC Bayern gescheitert. 2014 an Borussia Dortmund.

Arminia Bielefeld - VfL Wolfsburg 0:4 (0:2)
0:1 Arnold (8.)
0:2 Luiz Gustavo (32.)
0:3 Perisic (51.)
0:4 Arnold (55.)
Bielefeld: Schwolow - Dick, Börner (46. Hornig), Salger, Schuppan - Junglas, Schütz - Hemlein, Christian Müller (65. Ulm), Mast - Klos (76. van der Biezen)
Wolfsburg: Benaglio - Vieirinha, Naldo, Klose, Rodriguez (73. Marcel Schäfer) - Arnold, Luiz Gustavo - Caligiuri, De Bruyne (54. Guilavogui), Perisic (69. Schürrle) - Dost
Schiedsrichter: Welz
Zuschauer: 26.137 (ausverkauft)
Gelbe Karte: - De Bruyne



insgesamt 47 Beiträge
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Seite 1
fisschfreund 29.04.2015
1.
Die golfsburger haben nach dem Spiel aber erkannt, dass man sich solche geilen Fans wie in Bielefeld nicht kaufen kann....
RedEric 30.04.2015
2. Pokalsieger...
Der BVB hat für Wolfsburg die Bayern ausgeschaltet. Nun steht nichts gegen einen ersten Pokalsieg des VFL.
thegoodwife 30.04.2015
3. Egal, wie gelb
Das Stadion sein wird, der VFL ist der klare Favorit. Und die werden sich nicht so veräppeln lassen wie die Bayern, die schlussendlich an ihrer eigenen Arroganz gescheitert sind.
BSC 30.04.2015
4. Glückwunsch
Ganz starke Vorstellung von Wolfsburg, muss man anerkennen. Und eine noch stärkere Vorstellung des Bielefelder Publikums, so zu feiern, auch wenn das eigene Team klar verliert, dass ist sensationell.
Immanuel_Goldstein 30.04.2015
5.
Gratulation an Wolfsburg. Ich gönne ihnen den Titel nach dieser respektablen Saison und drücke für das Endspiel die Daumen.
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