Nachwuchszentrum VfL Wolfsburg hat Planungen zurückgestellt

Die Krise beim Autobauer Volkswagen erreicht nun auch den VfL Wolfsburg? Geschäftsführer Klaus Allofs hat Medienberichte bestätigt, nach denen der Bundesligist die Planungen für den Bau eines neuen Nachwuchsleistungszentrums vorerst nicht weiter verfolgt.
VfL-Geschäftsführer Allofs: Auswirkungen der VW-Krise noch nicht absehbar

VfL-Geschäftsführer Allofs: Auswirkungen der VW-Krise noch nicht absehbar

Foto: Peter Steffen/ dpa

Die Krise bei Volkswagen hat Auswirkungen für den Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg. Wie sowohl die "Bild"-Zeitung als auch die "Wolfsburger Nachrichten" berichten, soll der DFB-Pokalsieger die Planungen für den Neubau des Nachwuchsleistungszentrums vorerst gestoppt haben.

"Ich denke, es ist in der aktuellen Situation nachvollziehbar, dass Projekte dieser Größenordnung erst einmal zurückgestellt werden", sagte Wolfsburgs Geschäftsführer Klaus Allofs auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE. "Auch in Zukunft wollen wir in sportlich wie wirtschaftlich sinnvolle Projekte investieren. Die Intensivierung und Optimierung unserer Nachwuchsförderung besitzt in diesem Zusammenhang eine zentrale Bedeutung."

Der neue VW-Chef Matthias Müller hatte zuvor angekündigt, angesichts der drohenden Milliardenstrafen in der Abgas-Affäre alle Investitionen des Unternehmens auf den Prüfstand stellen zu wollen. "Was nicht zwingend nötig ist, wird gestrichen oder geschoben", hatte Müller gesagt und dabei auch den Fußball nicht ausgenommen: "Wir drehen jeden Stein um und werden uns auch das ansehen."

Ob und inwieweit der VfL als hundertprozentige Tochter des VW-Konzerns insgesamt von den Sparmaßnahmen betroffen sein wird, ist aber weiterhin nicht abzuschätzen. Konzernsprecher Hans-Gerd Bode machte dem Champions-League-Teilnehmer Hoffnung, von großen Einschnitten verschont zu bleiben. "Wir steuern auf finanziell schwierige Zeiten hin und stellen uns die Frage, von welchem Engagement Volkswagen welchen Nutzen hat. Der VfL Wolfsburg ist dabei aber gar kein Thema", sagte Bode der "Sport Bild".

Bode, ein enger Vertrauter von VW-Boss Müller, betonte aber auch: "Wir müssen genau beleuchten, welche Möglichkeiten sich auftun, unsere aktuellen Probleme zu lösen. Dabei geht es um vielfältigste Themen - auch im Fußball werden wir uns das natürlich anschauen müssen."

chp/sid