Nachwuchszentrum VfL Wolfsburg hat Planungen zurückgestellt

Die Krise beim Autobauer Volkswagen erreicht nun auch den VfL Wolfsburg? Geschäftsführer Klaus Allofs hat Medienberichte bestätigt, nach denen der Bundesligist die Planungen für den Bau eines neuen Nachwuchsleistungszentrums vorerst nicht weiter verfolgt.

VfL-Geschäftsführer Allofs: Auswirkungen der VW-Krise noch nicht absehbar
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VfL-Geschäftsführer Allofs: Auswirkungen der VW-Krise noch nicht absehbar


Die Krise bei Volkswagen hat Auswirkungen für den Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg. Wie sowohl die "Bild"-Zeitung als auch die "Wolfsburger Nachrichten" berichten, soll der DFB-Pokalsieger die Planungen für den Neubau des Nachwuchsleistungszentrums vorerst gestoppt haben.

"Ich denke, es ist in der aktuellen Situation nachvollziehbar, dass Projekte dieser Größenordnung erst einmal zurückgestellt werden", sagte Wolfsburgs Geschäftsführer Klaus Allofs auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE. "Auch in Zukunft wollen wir in sportlich wie wirtschaftlich sinnvolle Projekte investieren. Die Intensivierung und Optimierung unserer Nachwuchsförderung besitzt in diesem Zusammenhang eine zentrale Bedeutung."

Der neue VW-Chef Matthias Müller hatte zuvor angekündigt, angesichts der drohenden Milliardenstrafen in der Abgas-Affäre alle Investitionen des Unternehmens auf den Prüfstand stellen zu wollen. "Was nicht zwingend nötig ist, wird gestrichen oder geschoben", hatte Müller gesagt und dabei auch den Fußball nicht ausgenommen: "Wir drehen jeden Stein um und werden uns auch das ansehen."

Ob und inwieweit der VfL als hundertprozentige Tochter des VW-Konzerns insgesamt von den Sparmaßnahmen betroffen sein wird, ist aber weiterhin nicht abzuschätzen. Konzernsprecher Hans-Gerd Bode machte dem Champions-League-Teilnehmer Hoffnung, von großen Einschnitten verschont zu bleiben. "Wir steuern auf finanziell schwierige Zeiten hin und stellen uns die Frage, von welchem Engagement Volkswagen welchen Nutzen hat. Der VfL Wolfsburg ist dabei aber gar kein Thema", sagte Bode der "Sport Bild".

Bode, ein enger Vertrauter von VW-Boss Müller, betonte aber auch: "Wir müssen genau beleuchten, welche Möglichkeiten sich auftun, unsere aktuellen Probleme zu lösen. Dabei geht es um vielfältigste Themen - auch im Fußball werden wir uns das natürlich anschauen müssen."

chp/sid



insgesamt 25 Beiträge
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Europa! 13.10.2015
1. Vorsicht! Abschüssige Fahrbahn!
Sicher eine bittere Sache für die Betroffenen. Aber auch nur ein erstes kleines Symptom für das schwere Unwetter, das uns bevorsteht. Nicht nur der VfL Wolfsburg ist bald in der Problemzone. Heute morgen hat der Automobilzulieferer Leoni eine Gewinnwarnung losgelassen, die den Wert der Firm um 27% hat einbrechen lassen. Die Berliner Politik rennt mit euphorischem Grinsen in eine Rezession, bei der wir alle mit den Ohren schlackern!
Hasengetia 13.10.2015
2. nicht so negativ, die Herrschaften!
Wir schaffen das! /Ironie off
33dd 13.10.2015
3. Das
wäre schon wünschenswert, wenn der VFL wieder auf Normalmaß eingedampft werden würde. Ohne VW wird aus dem grünen Wolf wieder eine graue Maus.
petruz 13.10.2015
4. der wettbewerbsvorteil
war bzw ist inmer schon eine Farce gewesen für den der vfl nichts geleistet hat sondern einfach nur das glück hat in der vw stadt beheimatet zu sein. wenn dfb und dfl da schon nicht eingreifen tuts vw ja vielleicht selbst. hoffen tun wirs alle.
kajoter 13.10.2015
5.
Es geht hier im Gegensatz zu Allofs Aussagen nicht um konkrete Summen und auch nicht um eine strategische Partnerschaft. Falls es bei VW zu schmerzhaften Einsparungen und Kürzungen kommen sollte - u.a. auf Kosten der Belegschaft -, wie könnte der Konzern dann die vielen Millionen für diesen Verein begründen? Dabei spielen konkrete Zahlen überhaupt keine Rolle, denn jedes Gehalt, das über eine Million pro Jahr taxiert wird, wäre ein Schlag in´s Gesicht eines jeden Arbeitnehmers, der von Kurzarbeit o.ä. betroffen wäre. Und strategische Aufgabe? Der Vfl besitzt eines der kleinsten Stadien der Bundesliga und selbst das ist selten ausverkauft. Die Auswärtsspiele werden von ähnlich wenigen Fans begleitet wie die von Bayer Leverkusen. Mit anderen Worten: Der Verein ist eine graue Maus im Vergleich zu den wirklich großen Traditionsclubs. Und der Verein hat auch während der erfolgreicheren Jahren keinen Imagewandel vollzogen. Er war ein "Spielzeug" des Herrn Winterkorn und wird auch als solches betrachtet. Daher: Winterkorn weg - Vfl in Liga 2 oder noch tiefer.
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