Videobeweis in der Bundesliga Schiedsrichter soll doch der Boss bleiben

Rolle rückwärts in Sachen Videobeweis: Der DFB hat erneut die Bundesliga-Vereine angeschrieben und Irritationen bedauert. Die Schiedsrichter sollen nun doch die Entscheidungshoheit behalten.

Schiedsrichter Benjamin Cortus in der Review Area des Videobeweises
DPA

Schiedsrichter Benjamin Cortus in der Review Area des Videobeweises


Noch vor Beginn des elften Bundesliga-Spieltags hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf die Kritik an der heimlichen Modifizierung des Videobeweises reagiert und verwirrende Formulierungen zurückgenommen. Schiedsrichter-Boss Lutz-Michael Fröhlich wandte sich mit einem neuen Brief an die Bundesliga-Klubs, um für mehr Klarheit zu sorgen.

Wie der DFB mitteilte, bedauere Fröhlich, dass "missverständliche Formulierungen" in dem am 25. Oktober verschickten ersten Brief für Irritationen gesorgt und Fragen aufgeworfen hätten. In dem Schreiben waren die Vereine darüber informiert worden, dass der Videoassistent aufgrund einer "Kurs-Korrektur" entgegen der vor der Saison festgelegten Richtlinie künftig auch dann eingreifen soll, wenn keine "klare Fehlentscheidung" des Schiedsrichters vorliegt.

Der Brief hatte aber für mehr Verwirrung als Klarheit gesorgt und auch DFB-Präsident Reinhard Grindel verärgert. "Dieses Schreiben wurde mit mir nicht abgestimmt", sagte Grindel bei NDR Info: "Ich bin darüber nicht glücklich. Der Schiedsrichter solle weiter "das Sagen" haben und der "Videoassistent kein Oberschiedsrichter" sein."

In der Mitteilung von Freitag stellte Fröhlich klar, dass der Schiedsrichter der hauptverantwortliche Spielleiter bleibe und die finale Entscheidung treffe. Zudem wurde gesagt, dass der Video-Assistent eben nur ein "Assistent" und "Helfer des Schiedsrichters" sei. Außerdem liege ein "klarer Fehler" des Schiedsrichters vor, wenn dieser seine Entscheidung nach Betrachtung des Bildmaterials unverzüglich ändern würde.

krä/sid

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insgesamt 6 Beiträge
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Lankoron 03.11.2017
1. Das ist eben kein
"klarer Fehler" eines Schiedsrichters. Nur wenn es dadurch zu einer spielentscheidenden Situation kommt, also Tor, Elfmeter oder rote Karte, dann wäre der Einsatz richtig. Aber mittlerweile hat man den Eindruck, das irgendwelche Videoassistenten den Schiri bereits bei jedem Allerweltsfoul anpiepsen...
Periklas 03.11.2017
2. Das Rad neu erfinden
Gebt den Trainern so wie in der NFL etwas in die Hand damit strittige Entscheidungen maximal und begrenzt nachgeprüft werden können. In der NFL gibt es schon seit Jahren den Videobeweis und es ist weit aus weniger chaotisch wie der DFB den Videobeweis handhabt. Es ist sinnvoll jedes Tor auf Handspiel oder Abseits zu prüfen aber dem Schiedsrichter wiederholt jede Tatsachenentscheidung überprüfen zu lassen verunsichert und führt keiner Fairness.
Drunken Masta 03.11.2017
3. Also im Grunde
schaue ich, gefühlt zumindest, inzwischen mehr Spiele, die mich was Vereine, Spieler, Tabellensituation etc. angeht eher nicht interessieren. Aber der Videobeweis ist immer für Unterhaltung und Dikussionen gut. Auf dass der neue Spieltag uns also wieder Ratlosigkeit und Absurdidäten bringen möge, Popcorn steht bereit... :) ... Moment was? Wie meinen? Es geht hier im hochklassigen Leistungssport?... Der war gut, Schenkelklopfer!
ahemi 03.11.2017
4.
Ich würde den Videobeweise nur auf Antrag eines der beiden Trainer einsetzen, und jeder kann ihn pro Spiel maximal drei mal beantragen. Dann beschränkt sich das Ganze von allein auf die wirklich entscheidenden Situationen.
Zett 03.11.2017
5. Genau...
Zitat von ahemiIch würde den Videobeweise nur auf Antrag eines der beiden Trainer einsetzen, und jeder kann ihn pro Spiel maximal drei mal beantragen. Dann beschränkt sich das Ganze von allein auf die wirklich entscheidenden Situationen.
meine Meinung und der Schiedsrichter schaut sich das höchstselbst am Spielfeld (meinetwegen mit seinen Assistenten) am Bildschirm an. Bei Erfolg bleibt die Anzahl der Protestmöglichkeiten bestehen. So wie es ist, sorgt der Videobeweis überwiegend für zuviel Chaos
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