Griechenlands Aus im Viertelfinale "Die Mannschaft hat eine Zukunft"

Die Trauer über das Aus im EM-Viertelfinale hält sich bei den Griechen in Grenzen. Es überwiegt der Stolz über die eigene Leistung im gesamten Turnier. Das nächste große Ziel ist nun die Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien - dem Team steht allerdings ein personeller Umbruch bevor.

Griechische Nationalspieler: Aus im Viertelfinale gegen Deutschland
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Griechische Nationalspieler: Aus im Viertelfinale gegen Deutschland


Hamburg - Griechenland war eines der Überraschungsteams bei der EM 2012. Sensationell schaffte es die Elf von Trainer Fernando Santos bis ins Viertelfinale. Bei der 2:4-Niederlage gegen Deutschland war das Team letztlich aber ohne Chance. Der Traum vom erneuten Titelgewinn wie 2004 in Portugal ist damit vorzeitig beendet. Die Trauer über das Aus hält sich bei den griechischen Nationalspielern trotzdem in Grenzen.

"Wir sind eines der acht besten Teams in Europa. Das ist ein Riesenerfolg, wenn man bedenkt, dass die Niederlande es nicht ins Viertelfinale geschafft hat", sagte Sokratis. "Die Mannschaft hat eine Zukunft", so der Bremer Innenverteidiger weiter.

Minutenlang waren die griechischen Nationalspieler nach der Partie gegen Deutschland auf dem Spielfeld geblieben und hatten sich bei ihren Fans bedankt. Die jubelnden und dankbaren Unterstützer waren ein Trost für die klar unterlegenen Griechen. "Es war sehr schön hier in Polen. Wir haben jeden Moment genossen", sagte Stürmer Dimitrios Salpingidis.

Auch die griechischen Medien stehen nach der Niederlage hinter ihrer Mannschaft. Die Zeitung "SportDay" kommentierte: "Wir sind stolz auf euch - ihr habt uns eine wunderbare Reise geschenkt. Danke". Der TV-Sender "LiveSport" urteilte: "Das Monster war nicht zu zähmen. Löws Mannschaft spielt auf einer anderen Ebene. Sie ist der große Favorit."

WM-Qualifikation vor Augen

Jetzt blickt das griechische Team in die Zukunft. Das nächste Ziel heißt die Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien. Ein Ziel, das mit Santos als Trainer erreicht werden soll. Der Portugiese wird in Griechenland sehr geschätzt. Schon vor dem Start in die EM-Vorbereitungen hatte er seinen Vertrag vorzeitig bis 2014 verlängert. Unter seiner Leitung gingen insgesamt erst drei Länderspiele verloren. Sein EM-Fazit: "Was ich mitnehme aus dem Turnier, ist die Lust, die Leidenschaft, die die Mannschaft in allen Spielen gezeigt hat."

Vor der WM-Qualifikation steht der griechischen Nationalmannschaft allerdings ein Umbruch bevor. Zwei Spieler haben bereits ihren Rücktritt aus dem Team bekannt gegeben: Der ehemalige Frankfurter Stürmer Nikos Liberopoulos und Torhüter Kostas Chalkias.

"Am Ende des Spiels hätte ich weinen können, ich wollte den Platz gar nicht mehr verlassen", sagte Liberopoulos. Der 36-Jährige war erst in der 72. Minute eingewechselt worden. Chalkias, der insgesamt 32-mal das Tor des griechischen Teams hütete, sagte zu seinem Abschied: "Dieser Monat war der beste in meiner gesamten Karriere."

Auch die Zukunft des ehemaligen Bundesliga-Profis Theofanis Gekas, Kostas Katsouranis und Kapitän Georgios Karagounis, die 2004 Europameister wurden, ist ungewiss. "Ich bin jetzt 33 Jahre alt und muss überlegen, ob ich weitermache", sagte Katsouranis, aber die WM 2014 in Brasilien reize ihn schon.

kah/dpa/sid



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