Von Valencia nach Hoffenheim Löw gratuliert Hildebrand zum Vereinswechsel

Vorschusslorbeeren für Timo Hildebrand: Hoffenheims Trainer Rangnick lobt seinen neuen Torwart in den höchsten Tönen - und auch Bundestrainer Löw freut sich. Der Keeper hat über Nacht seine Chancen auf eine Rückkehr ins Tor der Nationalmannschaft verbessert.

Hamburg - Torwart Timo Hildebrand kehrt zu seinem Ziehvater Ralf Rangnick zurück - und damit ins Blickfeld von Bundestrainer Joachim Löw. Der 29 Jahre alte ehemalige Nationalkeeper einigte sich sechs Tage nach seiner Vertragsauflösung beim FC Valencia am Mittwoch mit Hoffenheim auf einen Vertrag ab dem 1. Januar 2009. "Das gesamte Modell Hoffenheim hat mich überzeugt. Ich habe im Fernsehen verfolgt, welch super Fußball hier gespielt wird", sagte Hildebrand, der einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2010 mit Option auf eine weitere Saison unterschrieb.

Damit hat Hildebrand auch gute Aussichten, sich wieder in das Blickfeld von Löw zu spielen. "Ich freue mich für Timo, dass er durch seinen Wechsel nach Hoffenheim jetzt wieder Planungssicherheit und Klarheit hat", sagte Löw dem Sport-Informations-Dienst. "Nachdem er in den letzten Monaten in Valencia ziemlich in der Luft gehangen hat, geht er jetzt zu einem Trainer, der mit ihm plant. Das zu wissen, ist generell wichtig für einen Spieler."

Hildebrand wollte bei seiner offiziellen Vorstellung aber zunächst keine Gedanken an eine mögliche Zukunft im Nationalteam verschwenden. "Ich will in Hoffenheim Leistung zeigen. Alles andere wird die Zeit zeigen", sagte er.

Geschätzt wird er in seinem neuen Verein jedenfalls. "Er ist eine Art Idealbild von Torwart. Er hat Persönlichkeit und für mich ist er der beste Torwart, der mit dem Ball umgehen kann", sagte Rangnick.

Der Erfolgstrainer hat seinem Zugang erst einmal eine Extra-Schicht verordnet. Nach dem abschließenden Spiel der Hoffenheimer am Sonntag gegen Schalke (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) wird Hildebrand vier Wochen intensiv an seiner Fitness arbeiten, bevor er am 3. Januar ins Mannschaftstraining einsteigt.

Hildebrand, der ablösefrei nach Hoffenheim wechselt und etwas weniger als zwei Millionen Euro brutto verdienen soll, kehrt damit nach 17 enttäuschenden Monaten beim spanischen Pokalsieger zurück in die Bundesliga, die er nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit dem VfB Stuttgart im Mai 2007 mit großen Zielen verlassen hatte. Sein erstes Pflichtspiel für den Aufsteiger wird der siebenmalige Nationalspieler beim Rückrundenauftakt gegen Energie Cottbus am 31. Januar 2009 bestreiten.

Ausschlaggebend für den Wechsel zu 1899 Hoffenheim war neben der sportlichen Perspektive - der Club hat alle Chancen, in der kommenden Saison in der Champions League zu spielen - offenbar vor allem die Zusammenarbeit mit Rangnick. Dieser hatte Hildebrand zu seiner Zeit als Trainer des VfB Stuttgart am 26. November 1999 beim 2:0 gegen den SC Freiburg das Bundesliga-Debüt beschert und ihn anschließend zur Nummmer eins gemacht. Nach seiner Zeit in Stuttgart ging es für Hildebrand dann aber stetig bergab.

Mit hohen Erwartungen in sein Lieblingsland Spanien gewechselt, wurde Hildebrand stets die Anerkennung seitens der Trainer, Fans und Medien verweigert. Nachdem der frühere Stuttgarter dann von Bundestrainer Löw im vergangenen Mai nicht für die Europameisterschaft 2008 nominiert worden und anschließend auch in Valencia nicht mehr über die Rolle des Tribünengastes hinausgekommen war, half nur noch ein Wechsel zurück in die Bundesliga. Neben Hoffenheim zeigte angeblich auch der 1. FC Köln Interesse an Hildebrand.

"Die Verpflichtung von Timo ist ein Vorgriff auf den Sommer. Eigentlich wollten wir auf der Torwartposition erst nach der Saison aktiv werden", sagte Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser.

Mit dem Transfer kündigt sich beim Tabellenführer 1899 Hoffenheim ein Strategiewechsel an. Denn erstmals nahmen die Badener mit Hildebrand einen fertigen Star unter Vertrag. Für die Hoffenheimer ist die Verpflichtung des namhaften Torhüters zudem der erste große Coup nach dem Zweitliga-Rekordtransfer von Carlos Eduardo (8,5 Millionen Euro) im vergangenen Jahr. Mit Blick auf die mögliche Teilnahme an der Champions League im kommenden Jahr sollen die Hoffenheimer zudem ihre Fühler nach dem kroatischen Stürmer Nikola Kalinic von Hajduk Split ausgestreckt haben.

ruf/mig/sid
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.