Champions League Vorlage per Fallrückzieher - Wolfsburg zittert sich ins Finale

Gegen einen starken FC Barcelona taten sich die Wolfsburgerinnen lange schwer. Am Ende machte ein Tor von Fridolina Rolfö den Unterschied - und die sehenswerte Flugeinlage Ewa Pajors, die es erst ermöglichte.
Leitete akrobatisch das Siegtor ein: Ewa Pajor

Leitete akrobatisch das Siegtor ein: Ewa Pajor

Foto: REUTERS

Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg stehen im Finale der Champions League. In einem hochklassigen Halbfinale in San Sebastián setzte sich das Team um Superstar Pernille Harder 1:0 (0:0) gegen den FC Barcelona durch. Den entscheidenden Treffer erzielte Fridolina Rolfö (58. Minute). Die Vorarbeit hatte Stürmerin Ewa Pajor mit einem abgefälschten Fallrückzieher beigesteuert.

Nach einem überzeugenden 9:1-Erfolg im Viertelfinale über den Glasgow City FC waren die Wolfsburgerinnen leicht favorisiert in die Partie gegen die Vorjahresfinalistinnen aus Barcelona gegangen. Diese erwischten jedoch den besseren Start: Die ersten Abschlüsse durch die Ex-Wolfsburgerin Caroline Graham Hansen (3.) und Starstürmerin Asisat Oshoala (9.) zeigten früh, dass der FC Barcelona es den deutschen Meisterinnen nicht leicht machen würde.

In der 14. Minute hatten die Wolfsburgerinnen gleich doppelt Glück: Ein vom Arm von Abwehrspielerin Kathrin Hendrich abgesprungener Eckball Barcelonas wurde einerseits nicht als elfmeterreifes Handspiel geahndet, andererseits von Torhüterin Friederike Abt über die Latte gelenkt. Danach fanden die Wölfinnen besser in die Partie, Rolfö vergab nach einem öffnenden Pass von Ingrid Syrstad Engen nur knapp (28.).

Hohes Niveau von beiden Seiten

Die Partie setzte sich auf Augenhöhe fort: Das Flügelspiel und die schnellen Gegenstöße der Wolfsburgerinnen bereiteten Barcelona Probleme, das Ballbesitzspiel und das gut organisierte Pressing der Katalaninnen forderte das Team von Stephan Lerch heraus. Oshoala (36.) und Huth (44.) vergaben bis zur Pause die besten Chancen auf jeder Seite.

Aktivposten in Barcelonas Sturmspitze: Asisat Oshoala kommt vor Friederike Abt und Kathrin Hendrich an den Ball

Aktivposten in Barcelonas Sturmspitze: Asisat Oshoala kommt vor Friederike Abt und Kathrin Hendrich an den Ball

Foto: Gabriel Bouys / EPA-EFE / Shutterstock

Nach dem Seitenwechsel vergab zunächst Hansen die bislang größte Chance für Barcelona: Die Norwegerin entschied sich wenige Meter vor dem Wolfsburger Tor zum Querpass statt zum Abschluss, Kathrin Hendrich fing das Zuspiel auf Oshoala ab (54.). Rolfö machte es auf der Gegenseite besser: Eine Hereingabe von Svenja Huth konnten die Katalaninnen nur per Kerze abwehren. Pajor versuchte, den herabfallenden Ball per Fallrückzieher aufs Tor zu bekommen, traf jedoch den Rücken von Mapi León - und legte so für die einschussbereite Schwedin auf.

Glück in der Schlussphase

In der Folge verlegten sich die Wolfsburgerinnen vollends aufs Konterspiel, Barça rannte an. Gegen einen Kopfball Oshoalas aus kurzer Distanz parierte Abt stark (62.), Mariona Caldentey (64.), Jennifer Hermoso (75.) und die eingewechselte Aitana Bonmati (85.) verfehlten das Tor aus aussichtsreichen Positionen.

Das Finale der Champions League findet am 30. August statt (20 Uhr, TV: Sport1, Liveticker SPIEGEL), der Gegner der Wolfsburgerinnen entscheidet sich am Mittwoch zwischen Olympique Lyon und Paris Saint-Germain. Zuletzt standen die Wolfsburgerinnen 2018 im Endspiel der Champions League, damals unterlag man Lyon mit 1:4 nach Verlängerung.

cev