Vor Wahl zum DFB-Präsidenten Rauball warnt Grindel

Eine Woche vor der Wahl des neuen DFB-Präsidenten hat die DFL ihre Bedingungen für eine Zusammenarbeit deutlich gemacht. Ligapräsident Reinhard Rauball werde es nicht dulden, wenn die "Liga übergangen wird".

DFL-Ligapräsident Reinhard Rauball (l.), Reinhard Grindel
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DFL-Ligapräsident Reinhard Rauball (l.), Reinhard Grindel


Eine Woche vor der Wahl des künftigen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel drohen die Konflikte zwischen Profivereinen und Amateuren innerhalb des Deutschen Fußball-Bunds neu aufzubrechen. Der noch amtierende DFB-Interimschef und Ligapräsident Reinhard Rauball setzte Grindel unter Druck. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung warnte er seinen designierten Nachfolger davor, "die Interessen der Bundesliga zu übergehen". Sonst dürfe sich Grindel der Unterstützung der Profiklubs bei seiner noch in diesem Jahr anstehenden Wiederwahl nicht mehr sicher sein.

Konkret mahnte Rauball an, mehrere Eckpunkte in der Zusammenarbeit zwischen dem Verband und den beiden Bundesligen zügig nach der Wahl von Grindel zu klären: "Stichpunkte sind hier Verlängerung des Grundlagenvertrags, Vertretung der Liga in den Gremien, die Zukunft des Schiedsrichterwesens, mögliche Veränderungen des DFB-Pokals."

Ein DFB-Präsident brauchte die Unterstützung der Bundesliga. Rauball: "Die Profi-Vereine und die von ihnen bezahlten Spieler sind die Zugpferde unseres Sports in Deutschland. Bundesliga-Profis bilden das Gerüst der Nationalmannschaft, die wiederum die wesentliche wirtschaftliche Lebensader des DFB ist."

Der Streit entbrannte bei der Suche nach einem Kandidaten für das DFB-Präsidentenamt. Das Amateurlager hatte sich schnell auf den aktuellen DFB-Schatzmeister Grindel festgelegt. Die Profivereine fühlten sich übergangen, willigten später aber ein, Grindels Kandidatur mitzutragen. Langfristig wollen die Profivereine aber verhindern, dass der Einfluss des Amateurlagers zu groß wird.

Der außerordentliche Bundestag des DFB findet am 15. April in Frankfurt am Main statt. Grindel ist der einzige Kandidat für das Präsidentenamt und soll zunächst die laufende Wahlperiode zu Ende bringen. Die Wahl für die neue Amtszeit findet im November beim regulären DFB-Bundestag statt.

mrr/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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Wolfgang Heubach 08.04.2016
1. DFB nicht politisieren
Man darf den Sport nicht weiter politisieren. Deshalb sollte Herr Grindel sein Bundestagsmandat niederlegen, falls er zum DFB-Päsidenten gewählt wird. Herr Mayer-Vorfelder ist da ein warnendes Beispiel.
drnice1983 08.04.2016
2.
Langfristig wollen die Profivereine aber verhindern, dass der Einfluss des Amateurlagers zu groß wird. wer trägt denn bitte den Sport? die 200 Profis oder die 10 Mio. Amateure?
Oskai 08.04.2016
3.
Zitat von drnice1983Langfristig wollen die Profivereine aber verhindern, dass der Einfluss des Amateurlagers zu groß wird. wer trägt denn bitte den Sport? die 200 Profis oder die 10 Mio. Amateure?
Man kann aber auch durchaus die Frage stellen, wer ihn finanziell trägt. DFB und DFL haben im Großen und Ganzen in den letzten Jahren gut zusammen gearbeitet. Sie sollten zusehen, dass das so bleibt.
Lankoron 08.04.2016
4. Was wollen denn
die Bundesligen machen? Sie haben nicht die Stimmen gegen das Amateurlager, und sie haben selber jegliche finanzielle Solidarität mit den Amateuren aufgekündigt.
Oskai 08.04.2016
5.
Zitat von Lankorondie Bundesligen machen? Sie haben nicht die Stimmen gegen das Amateurlager, und sie haben selber jegliche finanzielle Solidarität mit den Amateuren aufgekündigt.
Das stimmt nicht. Die DFL zahlt einen Großteil ihrer Einnahmen an den DFB, der wiederum die Amateure unterstützt.
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