Urteil nach Spielabbruch DFB muss Punktabzug gegen Waldhof Mannheim zurücknehmen

Punktabzug nach Fehlverhalten der Fans - das Landgericht Frankfurt hat diese DFB-Entscheidung gegen Waldhof Mannheim kassiert. Die Begründung könnte die Strafgerichtsbarkeit im deutschen Fußball verändern.
Waldhof Mannheim gegen KFC Uerdingen im Mai 2018

Waldhof Mannheim gegen KFC Uerdingen im Mai 2018

Foto: Simon Hofmann/ Bongarts/Getty Images

Der DFB darf Fußballklubs für das Fehlverhalten seiner Anhänger nicht mit einem Punktabzug bestrafen, solange damit nicht ein unfair erlangtes Spielergebnis ausgeglichen wird. Das entschied das Landgericht Frankfurt am Main am Mittwoch und gab dem SV Waldhof Mannheim mit seiner Klage gegen den Abzug von drei Punkten Recht. Der DFB müsse den Punktabzug zurücknehmen. Der ehemalige Erstligist hatte sich mit der Klage gegen die Strafe für die Verstöße seiner Anhänger im abgebrochenen Relegations-Rückspiel gegen den KFC Uerdingen im Mai 2018 gewehrt.

"Punktabzug verfälscht den Wettbewerb"

"Der Punktabzug verfälscht den sportlichen Wettbewerb. Diesen in fairer Weise zu fördern, ist oberster Satzungszweck des DFB. Ein Punktabzug ist daher in aller Regel nur gerechtfertigt, wenn er dazu dient, einen unberechtigt oder in sonstiger Weise unfair erlangten Vorteil wieder rückgängig zu machen", sagte der Vorsitzende Richter Richard Kästner. Die Entscheidung des Landgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Gegen sie kann binnen eines Monats bei dem Oberlandesgericht Berufung eingelegt werden.

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Während des Relegations-Rückspiels der Mannheimer um den Aufstieg in die 3. Liga gegen den KFC Uerdingen am 27. Mai 2018 hatten Waldhof-Fans Rauchbomben auf das Spielfeld geworfen. Dies hatte zum Spielabbruch geführt. Der DFB-Kontrollausschuss belegte den SV Waldhof anschließend unter anderem mit einem Abzug von neun Punkten in der laufenden Saison. In einer anschließenden Berufungsverhandlung reduzierte das DFB-Bundesgericht die Strafe auf drei Punkte. Aktuell führen die Mannheimer die Tabelle der Regionalliga Südwest mit zehn Punkten Vorsprung an - nach dem Urteil des Landgerichts wären es 13.

mfu/dpa
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