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Gut zu wissen Warum Innenminister über Sportwetten streiten

Seit gut einem Jahr ist der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft, der auch Fußballwetten und die Werbung dafür regulieren soll. Doch die Auslegung des Vertrags ist bei den Innenministern der Bundesländer umstritten, und Fans machen gegen die Werbeflut mobil.
aus DER SPIEGEL 33/2022
Bandenwerbung für Glücksspiel

Bandenwerbung für Glücksspiel

Foto:

Noah Wedel / IMAGO

Im vergangenen Jahr haben sich die Bundesländer geeinigt, den Glücksspielmarkt zu öffnen. Nun dürfen auch die Sportwettanbieter ganz legal für ihre Angebote werben. Vor allem in der Fußballbundesliga lässt sich fast jeder Klub von einem Anbieter sponsern. Auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) kassieren von der Branche, die hierzulande zehn Milliarden Euro Umsatz macht.

Unter den Innenministern der Länder ist aber ein heftiger Streit entbrannt, wie die Vereinbarung auszulegen sei. Denn einerseits soll mit einem zugelassenen Angebot verhindert werden, dass Glücksspielerinnen und -spieler auf dem Schwarzmarkt zocken. Andererseits müssen sie davor geschützt werden, sich durch zu hohe Einsätze zu ruinieren.

Aus: DER SPIEGEL 33/2022

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Bundesweit zuständig für die Aufsicht der Anbieter ist zurzeit Hessens Minister für Inneres und Sport, Peter Beuth (CDU), der sich in der Vergangenheit massiv für die Interessen der Wettunternehmen eingesetzt hat.

Über die Zulassung der Unternehmen berät aber ein Gremium, dem Vertreter aller Länder angehören. Als dieses zuletzt verlangte, die Anbieter müssten ihr Wettprogramm zur Genehmigung vorlegen, beklagte sich Beuth bei seinen Ministerkolleginnen und -kollegen, dies gefährde den »Geist des Glückspielstaatsvertrags«.

Ganz anders sieht das sein Bremer Kollege Ulrich Mäurer (SPD), der alle Wettbüros in der Hansestadt hat schließen lassen, weil sie seiner Meinung nach nicht belegt haben, woher das Kapital für die Unternehmungen kommt.

Der niedersächsische Minister Boris Pistorius hat im Namen aller acht SPD-Amtskollegen nun einen Brief an Beuth geschrieben, in dem er ihn daran erinnert, dass Inhalt der Vereinbarung 2021 auch der Spielerschutz gewesen sei. Mit »großer Sorge« betrachte er, dass sich Anbieter nicht an Einzahlungslimits für Spieler hielten und unerlaubte Wetten anböten. »Es ist Aufgabe der zuständigen Behörden, das geltende Recht durchzusetzen«, schreibt Pistorius. Dies sei den hessischen Behörden »bis heute nicht möglich gewesen«.

Auch Faninitiativen stören sich inzwischen an der Flut der Sportwettenangebote. Zum Beginn der aktuellen Bundesligasaison gründeten »Unsere Kurve« und »FC Play Fair« gemeinsam mit Suchtverbänden ein Bündnis gegen Sportwettenwerbung.

mif
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