Bei Trennung von Sponsor Gazprom BVB-Geschäftsführer Watzke plädiert für Schalke-Solidaraktion

Wegen des Krieges in der Ukraine läuft Schalke ohne Gazprom-Schriftzug auf dem Trikot auf. Sollte der Klub auf die Millionen des russischen Unternehmens verzichten, müsse er Unterstützung bekommen, sagt Hans-Joachim Watzke.
Trennt sich der FC Schalke 04 von seinem russischen Hauptsponsor?

Trennt sich der FC Schalke 04 von seinem russischen Hauptsponsor?

Foto: INA FASSBENDER / AFP

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Fußball Liga (DFL) ist, hat finanzielle Hilfen für den FC Schalke 04 ins Spiel gebracht, sollte sich der Zweitligist von seinem umstrittenen russischen Hauptsponsor Gazprom trennen. »Erst mal bin ich sehr froh, dass die Schalker da Haltung gezeigt haben. Ich hoffe, dass sich die auch weiter fortsetzt«, sagte Watzke dem ZDF. »Und wenn es dazu dann auch der Solidarität der anderen Klubs in Deutschland bedarf, um sie aus dieser Situation einigermaßen gut herauszuführen, dann müssen wir darüber diskutieren, wie wir das hinkriegen können.«

Watzke plädiert für Ende des »Gazprom«-Sponsorings

Watzke nannte die Gelsenkirchener einen »wichtigen Bestandteil der deutschen Fußball-Kultur und des deutschen Fußballs. Ich bin sehr, sehr froh, dass die neue Führung jetzt klar Haltung beweist.« Am Ende könne diese nur darin münden, »dass man dieses Sponsoring beendet«.

Schalke hatte am Donnerstag nach dem russischen Angriff auf die Ukraine bereits angekündigt, nicht mehr mit dem Schriftzug des russischen Hauptsponsors aufzulaufen. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass der von den USA im Zuge des Krieges mit Sanktionen belegte Geschäftsmann Matthias Warnig sein Mandat im Schalker Aufsichtsrat niedergelegt hat. Warnig ist der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Nord Stream 2 AG, die eine Tochterfirma des russischen Energiekonzerns Gazprom ist.

Die Zusammenarbeit mit Gazprom läuft auf Schalke bereits seit 15 Jahren. Schon rund um Russlands Annexion der Krim 2014 hatte es Kritik an dem Sponsoring gegeben. Der Klub setzte aber weiter auf den lukrativen Gazprom-Vertrag, erst 2021 war dieser bis 2025 verlängert worden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, Watzke sei Interimspräsident des DFB. Tatsächlich ist er seit Februar 2022 Aufsichtsratsvorsitzender der DFL und Vizepräsident des DFB. Wir haben die Stelle korrigiert.

jgh/dpa/sid
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