England-Angreifer Rooney "Im Wembley-Stadion breche ich den Rekord"

Ein verwandelter Elfmeter reichte: Englands Angreifer Wayne Rooney hat den Torrekord von Sir Bobby Charlton eingestellt. Die englischen Medien feiern ihn, Rooney selbst dankte der Legende - und kündigte ein weiteres Tor im nächsten Spiel an.

England-Angreifer Rooney: "Das ist ein stolzer Moment für mich"
REUTERS

England-Angreifer Rooney: "Das ist ein stolzer Moment für mich"


Manchmal lassen sich für Fußballspiele gewisse Wahrscheinlichkeiten formulieren. Wenn etwa ein Team wie England, das in der EM-Qualifikation bislang im Schnitt mehr als drei Treffer pro Spiel erzielt, auf eine Mannschaft wie San Marino trifft, die in sieben Partien bislang 25 Tore kassiert hat, dann kann man sagen: Ein Stürmer hat hier gute Chancen, zu treffen.

Kein Wunder also, dass Englands Angreifer Wayne Rooney seine Ehefrau Coleen und seinen ältesten Sohn Kai mit nach San Marino nahm. Ein Treffer von ihm im kleinen Stadion Serravalle im Apennin war schließlich äußerst wahrscheinlich. Und da es sich um kein alltägliches Tor handeln sollte, lohnte sich auch die Anreise der Familie aus England. Denn Rooney konnte hier Historisches leisten.

Und es kam dann tatsächlich so: Rooney traf beim 6:0 gegen San Marino - und konnte feiern. Nicht nur die gesicherte Qualifikation für die Europameisterschaft 2016 in Frankreich, sondern vor allem die Einstellung des englischen Torrekords. 49 Treffer hat Rooney nun für die Three Lions erzielt, genausoviele wie Legende Sir Bobby Charlton. Kurios: Beide haben für diese Marke exakt 106 Spiele benötigt.

"Das ist ein stolzer Moment für mich, den Rekord von Sir Bobby eingestellt zu haben. Er hat mir sehr viel geholfen", sagte Rooney. Nach seinem verwandelten Elfmeter in der 13. Minute, der den Kantersieg gegen den Underdog einleitete, winkte er herauf zu Frau und Kind und reckte die Hand in den Himmel.

"Ein wahrhaft großer Engländer"

In der Heimat wird der Angreifer nun gefeiert. "Wayne Rooney hat seinen Namen als ein wahrhaft großer Engländer ins Rekordbuch geschrieben", titelte "The Telegraph". Vor zwölf Jahren hatte der heute 29-Jährige als jüngster englischer Nationalspieler sein erstes Länderspieltor in Mazedonien erzielt.

Trotz weiterer guter Chancen verpasste Rooney es jedoch in San Marino, alleiniger Rekordtorschütze zu werden. Als Trainer Roy Hodgson Rooney vorzeitig auswechselte, nahm der Stürmer sichtlich angefressen auf der Bank Platz. "Es wäre großartig gewesen, es am Samstagabend geschafft zu haben. Aber jetzt breche ich den Rekord im Wembley-Stadion. Mit all der Tradition wäre das toll", sagte Rooney mit Blick auf das Heimspiel gegen die Schweiz am Dienstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Englands Hoffnungsträger blickt bereits auf die EM-Endrunde im nächsten Sommer, wo er so gerne seinen ersten Titel mit England gewinnen möchte. "Ich würde alle meine Tore gegen eine EM-Medaille tauschen", sagte der Angreifer, der bei internationalen Turnieren bislang noch nie glänzen konnte: Bei EM-Endrunden traf Rooney nur dreimal, die WM-Bilanz fällt mit einem Treffer noch bescheidener aus.

Einen Leidtragenden der Rooney-Feier in San Marino gab es dann aber doch noch: Der frühere England-Angreifer Gary Lineker rutschte nun in der Rangliste einen Platz ab, was den eifrigen Twitterer zu folgender Botschaft veranlasste: "Versuche mich daran zu gewöhnen, nur noch der drittbeste Torjäger zu sein. Das ist so demütigend!"

bka/dpa



insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
TangoGolf 06.09.2015
1. ich würd´s den Engländern gönnen,
diese Mannschaft gehört in die Weltspitze. Dann macht es noch mehr Spaß, die Three Lions aus dem Turnier zu werfen!
LapOfGods 06.09.2015
2.
Zitat von TangoGolfdiese Mannschaft gehört in die Weltspitze. Dann macht es noch mehr Spaß, die Three Lions aus dem Turnier zu werfen!
Wieso gehören die in die Weltspitze? Weil die so trinkfest sind, einem Puffbesuch aufgeschlossen gegenüber stehen und sich auch gerne mal hauen? Die fliegen bei der EM wie üblich in der Vorrunde raus. Oder kurz danach.
aurichter 06.09.2015
3. Es ist demütigend,
da hat Linneker schon Recht, aber hier bezogen auf die NM, weil der Verband und die Vereine aus den Demütigungen bei Turnieren absolut nichts gelernt haben. Wie patriotisch die Vereine sind sieht man an den Einkäufen Allovertheworld, wo junge und zugegeben talentierte Spieler die Plätze von englischen Talenten besetzen. Hier liegt den Hund begraben. Aber ich vermute, daß die Funktionäre in Verblendung durch die TV Gelder und der Auslandsvermarktung nichts ändern werden, andererseits auch in Ordnung, so wird bei EMs und WMs eben nix heraus springen. Wenn Ronney der Rekord von Charlton wichtiger ist als Titel gegen andere Nationen - dann sagt dies Alles aus.
millionwatts 06.09.2015
4.
Es ist ganz sicher nicht Rooney's Schuld, dass England keine Erfolge gefeiert hat. Auch wenn er sich bei Turnieren wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat, so ist sein größtes Vergehen im Prinzip, dass er nicht der Jahrhundertfussballer geworden ist, den man als Jugendlicher in ihm gesehen hat. Stattdessen ist er "nur" ein sehr guter Spieler geworden, der, obwohl er immer und immer wieder mit Kritik überschüttet und teilweise auf's Übelste beschimpft wurde, stets zur Stelle war wenn es darum ging, für sein Land zu spielen. Wen hat England denn sonst noch, der in seiner Ära Nennenswertes im Nationaltrikot geleistet hat? Viele gibt es da nicht. Ein paar mehr von seiner Sorte und es stände deutlich besser um die Three Lions.
ogniflow 06.09.2015
5.
Wer einmal erleben durfte wie die Fans außerhalb von Old Trafford ihrem Idol huldigen,der wird verstehen,daß Rooney nicht mit Charlon zu vergleichen ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.