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Bundesliga-Websites: Tops und Flops im Überblick

Ranking der Bundesliga-Websites Bremen? Schon wieder Meister!

Sexy im Internet - da sollte Ihnen sofort Werder Bremen einfallen. Der Klub hat einer Untersuchung zufolge die beste Website aller Fußball-Erstligisten, noch vor dem FC Bayern. Düster sieht es für andere Größen aus, allen voran Bayer Leverkusen. Die Ergebnisse.

Es ist ein wenig Gewöhnung nötig. Werder Bremen auf Platz eins, nur die Älteren unter Ihnen werden sich daran erinnern. Wenn Sie jetzt fragen, in welcher Sportart, dann wird Sie die Antwort enttäuschen. Es sei denn, Sie sind Werder-Fan. Der sportlich im Mittelmaß versunkene Klub ist Internet-Champion, hat die beste Website aller Bundesligisten.

Im Liga-Benchmark von NetFederation hängt Bremen alle ab, sogar die ganz Großen der Branche. Die Kölner Unternehmensberatung hat die Websites der 18 Bundesligisten untersucht: Wie übersichtlich und nutzerfreundlich sind sie? Wie steht es mit der Fan-Nähe? Werden soziale Netzwerke einbezogen? Wie tauglich sind die mobilen Angebote für Smartphone und Co.?

Das Ergebnis der Studie, die an diesem Mittwoch erschienen ist : Werder Bremen  ist Meister, vor Double-Gewinner Bayern München  und dem VfL Wolfsburg . Borussia Dortmund  wird Zwölfter, Revier-Rivale Schalke 04  schafft es immerhin auf Rang fünf. Auf den Abstiegsrängen liegen Champions-League-Qualifikant Bayer 04 Leverkusen  und Aufsteiger SC Paderborn.

Websites der Bundesligisten: Die Platzierungen

Platz Veränderung Verein Punkte
1 - SV Werder Bremen 751
2 +1 FC Bayern München 732
3 -1 VfL Wolfsburg 679
4 +3 Hannover 96 662
5 - FC Schalke 04 653
6 +5 Hertha BSC 633
7 -1 Hamburger SV 632
8 +10 FC Augsburg 620
9 +4 SC Freiburg 604
10 -6 Borussia Mönchengladbach 599
11 1. FC Köln 581
12 +4 Borussia Dortmund 553
13 -5 1. FSV Mainz 05 547
14 -5 VfB Stuttgart 544
15 +1 1899 Hoffenheim 460
16 -6 Eintracht Frankfurt 458
17 -3 Bayer 04 Leverkusen 457
18 SC Paderborn 07 375
Maximale Punktzahl 1000, Quelle: NetFed

"Insgesamt enttäuschen fast alle untersuchten Vereine mit einer nicht mehr zeitgemäßen digitalen Außendarstellung", sagt Christian Berens, Chef von NetFederation. Seit 2003 untersucht seine Firma die Websites deutscher Unternehmer, der Schwerpunkt liegt auf der Unternehmenskommunikation.

Nun hat das Analysten-Team zum zweiten Mal die Internet-Auftritte der Bundesliga-Klubs untersucht. 100 Kriterien wurden ausgewertet, insgesamt gab es 1000 Punkte zu sammeln, in den Kategorien "Inhalt & Redaktion", "Service & Dialog" und "User-Experience".

Das Ergebnis ist mau. 585,5 Punkte sammelten die Vereine im Durchschnitt, die Analysten kommen zu einem ernüchternden Fazit. Die Online-Anforderungen der Zielgruppen Fans, Journalisten und Sponsoren werden bislang von den meisten Vereinen ignoriert oder unterschätzt, heißt es.

Anders beim Spitzentrio Bremen, Bayern und Wolfsburg. Werders Website punktet besonders inhaltlich und integriert vor allem die Social-Media-Kanäle nahezu optimal. Die Münchner sind stark im Bereich Fan-Beziehung, auch und gerade zu den jüngeren. Der VfL punktet, wenn es um Vernetzung, Social Media und Fan-Service geht.

Augsburgs Relaunch wirkt, der des BVB verpufft

Als noch "nicht erstligareif" war der Internet-Auftritt des FC Augsburg  im vergangenen Jahr eingestuft worden. Zu sehr klassische Vereinsseite, zu wenig übersichtlich. Kurz nach der Veröffentlichung auf SPIEGEL ONLINE vollzog der Klub einen Relaunch der Website - mit Erfolg. Von Rang 18 ging es auf Platz acht hoch, kein anderer Klub konnte sich mehr verbessern. Gelobt wird nun vor allem die kompaktere Navigation, ein Punkt, der auch beim Web-Auftritt des BVB im Jahr 2013 kritisiert wurde.

Vizemeister Borussia Dortmund veränderte in der Zwischenzeit ebenfalls den Online-Auftritt, jedoch mit weniger Erfolg. Die Schwächen in Navigation und Darstellung konnten teilweise behoben werden, mehr als Platz zwölf ist nach Rang 16 im Vorjahr jedoch nicht drin.

Den Schritt "weg vom reinen Informationsmedium zur modernen, interaktiven Plattform" schaffen viele Erstligisten auch deshalb noch nicht, weil die Hälfte von ihnen nicht einmal eine für die mobile Nutzung optimierte Navigation oder mobil optimierte Inhalte bereithält. Nur wenige Klubs punkten mit einer responsiven Website. Für eine Fan-Generation, die immer mehr per Smartphone oder Tablet ins Internet geht, nicht mehr zeitgemäß.

Als Verlierer des Benchmarks darf sich neben Eintracht Frankfurt (von Platz zehn runter auf 16) auch Bayer Leverkusen fühlen. Trotz des Lobes für regelmäßige Hangouts mit Spielern, die Austauschmöglichkeiten mit den Fans bieten, rutscht der Verein drei Plätze ab und liegt nun auf dem Abstiegsrang 17 - in der Nähe weitere etablierte Klubs wie Hoffenheim und Stuttgart. Berens: "Die meisten Fußball-Erstligisten müssen noch deutlich aufrüsten, wollen sie auch online erstklassig sein."

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