Wechselgerüchte Magath ohne Ausstiegsklausel in Wolfsburg

Dementieren will er Verhandlungen mit Schalke 04 nicht - eine Einigung aber bezeichnet er als "Gerücht". Im Gespräch mit dem SPIEGEL hat Wolfsburgs Trainer und Sportdirektor Magath zudem die Existenz einer Ausstiegsklausel bestritten. Er äußerte sich auch zum Scheitern Klinsmanns in München.


Hamburg - Felix Magath hat in seinem Vertrag mit dem VfL Wolfsburg nach eigenen Angaben keine Ausstiegsklausel. Im Interview mit dem SPIEGEL nennt der Trainer und Sportdirektor des Fußball-Bundesligisten Meldungen, wonach er mit dem FC Schalke 04 über einen Wechsel zur kommenden Saison einig sei, "Gerüchte". Verhandlungen mit Schalke dementiert er nicht.

Wolfsburgs Macher Magath: "Wir werden uns wieder treffen"
Getty Images

Wolfsburgs Macher Magath: "Wir werden uns wieder treffen"

Er plane bei Wolfsburg weiter die neue Saison, "auch die Sommervorbereitung". Zu Berichten, die Verhandlungen über eine Verlängerung des 2010 auslaufenden Vertrags seien gescheitert, sagt Magath dem SPIEGEL: "Wir sind ohne Entscheidung auseinander gegangen. Das heißt, wir werden uns wieder treffen, haben aber keinen festen Zeitpunkt vereinbart." Die Behauptung, er wolle Wolfsburg deshalb verlassen, weil der Hauptgesellschafter und Sponsor VW den Geldhahn zudrehe, nannte er "völligen Unsinn". Es werde "weiter investiert, aber mit Augenmaß".

Nach Informationen der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung" soll Magaths Vertrag beim Tabellenführer bereits am 30. Juni dieses Jahres auslaufen. Magath habe eine einseitige Option für eine Verlängerung des Kontraktes zweimal nicht genutzt und wäre somit bereits im Sommer frei für einen Wechsel.

Schalke hatte die Meldungen über eine Verpflichtung von Magath als Trainer und Manager nicht kommentieren wollen. "Es gibt von uns keine Wasserstandsmeldungen", so Schalkes Geschäftsführer Peter Peters am Mittwoch. "Wir geben unsere Entscheidung am 23. Mai bekannt." Clemens Tönnies dementierte eine Einigung mit Wolfsburg und Magath. "Das stimmt nicht", hatte der Aufsichtsratsvorsitzende von FC Schalke 04 der dpa am Mittwochabend gesagt.

Im neuen SPIEGEL 19/2009:

Das Weltvirus
Wie gefährlich werden die neuen Grippe- Erreger?
Foto Wolfgang Maria Weber für den SPIEGEL
Schalke ist seit den Entlassungen von Müller und Rutten auf Personalsuche. Dabei gab es schon einige Absagen, darunter vom früheren Bayern-Keeper Oliver Kahn und von Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Eintracht. Der kroatische Nationaltrainer Slaven Bilic lehnte ein Engagement als Interimscoach ebenfalls ab. Schließlich übernahm das Trio Mike Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck die Trainingsarbeit. Bisher sind die früheren Schalke-Spieler unbesiegt. Büskens hatte am Donnerstag erstmals bestätigt, dass Schalke zum 1. Juli einen neunen Cheftrainer verpflichten wird.

Über den gescheiterten Reformprozess des mittlerweile entlassenen Trainers Jürgen Klinsmann bei Bayern München sagt Magath dem SPIEGEL: Das Problem sei, "die Spieler müssen Veränderungen mittragen. Sonst wird es für einen Trainer schwer". Der frühere Bayern-Coach Magath äußert sich im SPIEGEL auch über Klinsmanns Versuch, bei Bayern München eine eigene Spielphilosophie einzupflanzen. "Sie hatten doch schon eine, und man erleidet Schiffbruch, wenn man solch eine Ausrichtung nicht berücksichtigt. Immer wieder wurde im Lauf der Jahre erzählt, man wolle schöner spielen, aber im Grunde haben sich die großen Bayern-Mannschaften nie von der Spielweise her unterschieden."

fsc/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.