2. Fußball-Bundesliga Wegen Jatta - KSC legt Einspruch gegen Spielwertung ein

Nächster Protest: Nach Nürnberg und Bochum hat nun auch Karlsruhe nach seiner Niederlage gegen den HSV Einspruch eingelegt. Es geht um die Spielberechtigung von Bakery Jatta.

HSV-Profi Bakery Jatta: "Nach wie vor ungeklärte Situation"
Christian Kaspar-Bartke / Getty Images

HSV-Profi Bakery Jatta: "Nach wie vor ungeklärte Situation"


Fußball-Zweitligist Karlsruher SC hat wegen des Einsatzes von HSV-Spieler Bakery Jatta Einspruch gegen die Spielwertung der 2:4-Niederlage gegen den Hamburger SV eingelegt. Der Einspruch "erfolgt im Hinblick auf die nach wie vor ungeklärte Situation um die Spielberechtigung des HSV-Spielers Bakery Jatta", hieß es in einer Vereinsmitteilung.

Die "Sport Bild" hatte über Zweifel an der Identität Jattas berichtet. Demnach könnte Jatta, der seit 2016 im Klub spielt, früher unter dem Namen Bakary Daffeh bekannt gewesen sein. Er könnte zudem zweieinhalb Jahre älter als bislang angenommen sein. Der Deutsche Fußball-Bund sowie das Bezirksamt Hamburg-Mitte untersuchen die Berechtigung von Jattas Spielerlaubnis und Aufenthaltsgenehmigung. Bis Freitag muss sich Jatta beim Hamburger Bezirksamt äußern.

Jatta kam eigenen Angaben zufolge 2015 aus Gambia durch die Sahara und über das Mittelmeer nach Deutschland. Einen Asylantrag hat Jatta laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) nie gestellt.

Laut Mitteilung sahen das KSC-Präsidium und die Geschäftsführung den Einspruch aus Verantwortung für den Klub als notwendig an, "um fristwahrend gemäß der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB zu handeln sowie um die Interessen des Vereins und seiner Mitglieder zu wahren."

"Da muss jetzt Schicht rein. DFL und DFB sind gefordert"

Zuvor hatten die KSC-Verantwortlichen über einen möglichen Einspruch beraten. "Der DFB muss prüfen, wenn Zweifel an einer wirksamen Spielberechtigung vorliegen, ob diese Zweifel berechtigt sind beziehungsweise die Spielberechtigung in Ordnung ist", hatte KSC-Präsident Ingo Wellenreuther gesagt. Das sei nicht die Aufgabe des Vereins. "Und da erwarten wir nach drei Wochen endlich mal Klarheit", sagte er. HSV-Trainer Dieter Hecking hatte zuvor gesagt: "Da muss jetzt mal Schicht rein. DFL und DFB sind jetzt gefordert."

In der vorvergangenen Woche hatte der DFB-Kontrollausschuss Jatta bereits angehört und seine Spielberechtigung vorerst für gültig erklärt. Auch der HSV verweist darauf, dass ihm gültige Papiere vorliegen. Es gibt keine Belege dafür, dass Jatta unter falscher Identität spielt. Die Beweispflicht liegt bei jenen Vereinen, die Protest einlegen.

Vor dem KSC hatten bereits der 1. FC Nürnberg und der VfL Bochum nach ihren Duellen mit dem HSV Protest eingelegt. Hamburgs Stadtrivale St. Pauli habe dagegen laut "Hamburger Morgenpost" entschieden, keinen Einspruch einzulegen, falls das Derby gegen den HSV am 16. September nicht gewonnen werden sollte.

Gegen den HSV hatten Karlsruher Fans den Spieler bei seinen Ballkontakten ausgepfiffen. "Das war nicht gut von unseren Fans", sagte KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer hinterher: "Dafür möchte ich mich entschuldigen."

mon/dpa



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