Amateure sauer auf die DFL Wegen Revierderby - 250 Spiele verlegt

"Ein Schlag in die Fresse": Weil die DFL die Partie zwischen Schalke und dem BVB auf den Sonntagnachmittag gelegt hat, befürchten zahlreiche Amateurvereine, dass ihnen die Zuschauer wegbleiben - und die Spieler.
Fans beim Regionalliga-Spiel VfB Eichstätt gegen TSV 1860 München

Fans beim Regionalliga-Spiel VfB Eichstätt gegen TSV 1860 München

Foto: imago/MIS

Schalke 04 gegen Borussia Dortmund - nicht nur im Ruhrgebiet gilt diese Begegnung als eines der Top-Spiele der Bundesligasaison. Doch weil der kommende Derbyklassiker auf Sonntag, 15.30 Uhr, gelegt wurde, sind nun viele Amateurfußballer verärgert. "Gerade der Sonntag ist ein Tag, an dem mehr Zuschauer zu Amateurspielen kommen als an anderen Tagen", sagte Manfred Schniebers vom Fußballverband Westfalen dem "WDR".

Überkreislich kommt es zu mindestens 88 Spielverlegungen, in den Kreisligen werden je nach Region bis zu 75 Prozent der Partien verschoben. Die meisten Klubs weichen auf Termine unter der Woche aus. Der Aufwand einer Neuterminierung der Spiele sei Schniebers zufolge für die ehrenamtlichen Mitarbeiter immens. Für die neuen Ansetzungen müssten Schiedsrichter und Plätze der Kommunen zur Verfügung stehen.

"Wir hätten auf einer Weide spielen können, wo ein Pferd und 'ne Kuh stehen"

Das Problem sind aber nicht nur fehlende Zuschauer, sondern auch fehlende Spieler - und Trainer: "Wir mussten das Ding vorverlegen. In meinem Kader habe ich etliche Schalker und Dortmunder, die heiß auf das Revierderby sind. Ich bin selbst Schalker und am Sonntag im Stadion", sagte Trainer Rene Lewejohann vom Sechstligisten SpVgg Erkenschwick, der bereits am Mittwoch spielte, der "WAZ": "Wenn wir am Sonntag gespielt hätten, dann wären keine drei Zuschauer gekommen. Wir hätten dann auf einer Weide spielen können, wo ein Pferd und 'ne Kuh stehen."

Trainer Holger Flossbach vom Ligakonkurrenten DSC Wanne-Eickel schimpfte, der Termin sei "ein Schlag in die Fresse für alle Amateurfußballer. Eine Frechheit - fast schon ein Skandal."

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte die Ansetzung unter anderem damit begründet, dass der BVB noch in der Europa League hätte spielen können. Ein Ausweichen auf den neuen Montagstermin war wegen des Schalker DFB-Pokal-Halbfinals am Mittwoch gegen Eintracht Frankfurt nicht möglich. Gegen eine Ansetzung am Sonntagabend sprach sich die Polizei aus, die das Revierderby als Risikospiel wertet.

sak/sid
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