Werbung für die Konkurrenz Beckenbauer braucht jeden Cent

Franz Beckenbauers Werbetätigkeit für einen direkten Konkurrenten des Bayern-Hauptsponsors sorgt vereinsintern weiterhin für Ärger. Der Münchner Vereinsboss denkt jedoch gar nicht daran, seinen Vertrag mit dem Mobilfunk-Anbieter aufzulösen.


Franz Beckenbauer: "Kann es nicht allen rechtmachen"
DDP

Franz Beckenbauer: "Kann es nicht allen rechtmachen"

München - "Ich muss meinen Lebensunterhalt bestreiten. Ich kann nicht alles ehrenamtlich machen. Das geht nicht", wehrte sich Beckenbauer in der "Sport-Bild" vehement gegen Kritik aus der FC Bayern AG. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge hatte den 56-Jährigen aufgefordert, den Vertrag mit dem Telefon-Unternehmen "O2" aufzulösen.

Der Mobilfunk-Anbieter steht in direkter Konkurrenz zum neuen Trikotsponsor des FC Bayern, der Deutschen Telekom. "Eine glückliche Situation ist es nicht", ist sich Beckenbauer des Interessenkonflikts durchaus bewusst. Gleichzeitig will der Bayern-Präsident jedoch nicht auf seine Werbeeinnahmen verzichten. "Ich kann es nicht immer jedem recht machen. Ich habe es immer probiert, aber es geht nicht", fügte er lakonisch hinzu.

Bei der Telekom hält sich die Begeisterung über Beckenbauers Reklame-Seitensprung in Grenzen. Rund 120 Millionen Euro überweist der Konzern in den nächsten sechs Jahren an den deutschen Fußball-Rekordmeister. "Es ist eine bittere Pille für uns, dass Beckenbauer für einen Mitbewerber Werbung macht. Aber verhindern können wir es nicht", sagte Telekom-Sponsoringchef Jürgen Kindervater.



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