Fußball-Bundesliga Die Werder-Party geht weiter

Werder Bremen hat auch gegen Hertha BSC gewonnen. RB Leipzig und Borussia Dortmund lassen dagegen in ihren Heimspielen Punkte, Darmstadt darf immer noch hoffen.

DPA

Die bisher beste Mannschaft der Rückrunde heißt nicht Bayern München, auch nicht Borussia Dortmund, sie heißt Werder Bremen. Die Mannschaft von Trainer Alexander Nouri setzte auch gegen Hertha BSC ihren Siegeszug durch die Liga fort und gewann das Heimspiel souverän 2:0 (2:0). Ein besonders wichtiger Erfolg im Kampf um die Europa-League-Plätze - schließlich sind die Berliner als Tabellenfünfte direkte Rivalen.

Fin Bartels (9. Minute) und Max Kruse (15.) brachten Werder schnell in Führung, für Kruse war es bereits der 14. Saisontreffer - so viel hat er noch nie in einer Spielzeit erzielt. Das Comeback des Stürmers in der Nationalmannschaft dürfte damit unmittelbar bevorstehen. Mit seinem Treffer erreichte Werder erstmals seit Monaten wieder eine positive Tordifferenz.

Werder hat somit acht der vergangenen zehn Spiele für sich entschieden, das ist mehr als imposant, das ist fast an der Grenze der Erklärbarkeit. Von der ersten Minute an merkte man dem Team die gewonnene Sicherheit an, die stark ersatzgeschwächt angetretenen Berliner kamen kaum zu Offensivaktionen. Wenn dann noch so eklatante Fehler passieren wie vor dem 2:0, als Hertha-Torwart Rune Jarstein einen Ball direkt in die Füße von Torvorbereiter Bartels spielte, dann fällt die Vorentscheidung früh.

In der zweiten Hälfte nahmen die Gäste zwar mehr Fahrt auf, aber der Werder-Sieg war letztlich nie in Gefahr.

Bremen ist jetzt Sechster, liegt nur noch einen Punkt hinter Hertha in der Tabelle. Im Februar war das Team noch 14. Auf die "Wunder von der Weser"-Überschriften muss man jetzt nicht mehr lange warten.

Borussia Dortmund - 1. FC Köln 0:0

Es war eine von Beginn an hoch überlegen geführte Partie durch den BVB, der sich allerdings in der ersten Hälfte mit dem Auslassen von Torchancen selbst übertraf. Die Kölner Gäste brauchten eine halbe Stunde, um einigermaßen zum Durchatmen zu kommen, und hatten dann selbst zwei sehr gute Tormöglichkeiten, die sie aber ebenfalls ungenutzt ließen.

Allein Pierre-Emerick Aubameyang und Marco Reus hätten den BVB im Alleingang zum hohen Sieg schießen können, in der zweiten Hälfte wurden die Dortmunder allerdings zunehmend fahriger und unpräziser. So blieb das Ergebnis am Ende unbefriedigend - und gefährlich. Wenn 1899 Hoffenheim am Sonntag (17.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gegen Eintracht Frankfurt gewinnt, zieht das Team am BVB vorbei, Dortmund wäre dann wieder auf Platz vier. Der Platz mit dem Risiko, die für den BVB so wichtige Champions League in der Qualifikation zu verspielen.

RB Leipzig - FC Ingolstadt 0:0

RB Leipzig hat womöglich die letzte theoretische Chance auf eine Deutsche Meisterschaft im Aufstiegsjahr verspielt. Gegen den Tabellenvorletzten FC Ingolstadt liefen sich die Gastgeber immer wieder fest, hatten zwar auch ihre Möglichkeiten, aber lieferten letztlich eines der schwächsten Heimspiele der Saison ab.

Für die Ingolstädter, die schon in der Hinrunde Leipzig die damals erste Saisonpleite beigebracht hatten, könnte der eine gewonnene Punkt dagegen noch Gold wert sein. 29 Zähler hat das Team von Maik Walpurgis nun, den Abstand auf den so wichtigen Rang 16 auf drei Punkte verkürzt. Jetzt ist die Konkurrenz aus Augsburg und Hamburg gefordert, die am Sonntag zum direkten Duell aufeinandertrifft (15.30 Uhr). Im nächsten Spiel muss Ingolstadt allerdings auf beide Innenverteidiger verzichten: Morales sah Gelb-Rot, Roger die fünfte Gelbe Karte.

Darmstadt 98 - SC Freiburg 3:0 (2:0)

Die Totgesagten aus Darmstadt leben immer noch: Mit dem dritten Erfolg nacheinander wahrten die Lilien auch gegen den SC Freiburg ihre minimale Chance, doch noch irgendwie in der 1. Bundesliga zu bleiben. Gegen maßlos enttäuschende Gäste stellten Felix Platte (22.) und Jérôme Gondorf (45.+1) schon vor der Pause die Weichen für den Heimsieg. Sven Schipplock (65.) legte nach dem Seitenwechsel das dritte Tor nach.

Der Rückstand der Darmstädter auf den Relegationsrang beträgt immer noch acht Punkte, die Mannschaft von Torsten Frings müsste demnach an den letzten drei Spieltagen alles gewinnen. Was schon daher ziemlich schwierig wird, weil die nächste Partie beim FC Bayern stattfindet. Dennoch: Schon jetzt steht fest, dass die Darmstädter, wenn sie absteigen, es erhobenen Hauptes tun.

Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 1:2 (0:1)

Gut erholt vom Halbfinal-Aus im DFB-Pokal zeigte sich Borussia Mönchengladbach beim Auswärtsspiel in Mainz: Lars Stindl (31.) und Nico Schulz (46.) schossen die Borussia zum Auswärtssieg, die Mannschaft von Dieter Hecking darf sich jetzt auch wieder Hoffnungen auf einen Tabellenplatz machen, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigt.

Dagegen erlitten die Mainzer nach dem Remis in München vor einer Woche einen heftigen Rückschlag im Abstiegskampf. Die Mannschaft wirkte gehemmt, brachte wenig Torgefahr und geriet verdient in Rückstand. Der zweite Treffer direkt nach dem Wiederanpfiff war fast schon die Vorentscheidung. Muto verkürzte kurz vor dem Abpfiff immerhin noch auf 1:2 (89.), aber der Treffer kam zu spät. Das Team von Martin Schmidt bleibt somit bei 33 Punkten stecken und muss wohl bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern.

aha



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nummer50 29.04.2017
1. Typisch BVB
Nach einem überaus glücklichen Sieg unter der Woche, schaffen sie es nicht, auch am Wochenende einen Sieg einzufahren. Dieses Bild ergab sich auch schon nach den CL-Spielen. Solange die Dortmunder diese Schwäche haben, wird es auf absehbare Zeit nichts mit einer Meisterschaft.
inihnseintor 29.04.2017
2. Auch,...
... wenn es sich um unseren Erzfeind handelt: Respekt, ganz großer Sport von den Brähmern, was sie in der Rückrunde zeigen. Man könnte meinen, der alte Miro steht wieder auf dem Platz, der jetzt Kruse heißt. Wir sehen uns, wie fast immer, in der nächsten Saison zu mindestens zwei weiteren Derbies. Nur der HSV.
ossibomber 29.04.2017
3.
mit so einer jungen und unerfahrenen mannschaft und nach den ereignissen rund um das cl.spiel, kann man schon mal unentschieden gegen köln spielen. ODER?
irobot 29.04.2017
4.
Zitat von inihnseintor... wenn es sich um unseren Erzfeind handelt: Respekt, ganz großer Sport von den Brähmern, was sie in der Rückrunde zeigen. Man könnte meinen, der alte Miro steht wieder auf dem Platz, der jetzt Kruse heißt. Wir sehen uns, wie fast immer, in der nächsten Saison zu mindestens zwei weiteren Derbies. Nur der HSV.
Aber nur, wenn der HSV heute nicht verliert.
Zett 29.04.2017
5. Nervig
Werder Bremen ist es total zu gönnen, allerdings war es heute gegen eine völlig un inspirierte Hertha wohl auch eine leichte Übung. Als Fußballfan aus Berlin und gemäßigter Hertha Anhänger ist es schon ermüdend in jeder Saison den unverständlichen Leistungsabfall der Hertha Truppe zu sehen. Satirisch gesagt handelt es sich anscheinend um ein parapsychologisches Problem, dass die Mannschaft somnambul in der Gegend irrlichtern lässt. Also Werder, gut gemacht, Hertha, gut geschlafen.
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