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05. April 2012, 16:05 Uhr

Kurzpässe

DFB-Frauen besiegen die Schweiz, Atemnot bei Terry

Verletzungspech hoch drei: Werder Bremen muss bis Saisonende auf Mehmet Ekici verzichten, der FC Chelsea auf John Terry und Milan auf Alexandre Pato. Außerdem: Deutschlands Frauen-Nationalmannschaft hat die Schweiz deutlich besiegt.

Hamburg - Die deutschen Frauen sind auf dem Weg zur EM 2013 in Schweden nicht aufzuhalten. Das Team von Bundestrainerin Silvia Neid gewann in Aarau gegen die Schweiz souverän 6:0 (3:0) und bleibt damit in der Qualifikation ohne Niederlage. Die überragende Celia Okoyino da Mbabi mit einem Viererpack (16./38./70./85. Minute), Anja Mittag (24.) und die Schweizerin Marie Egli (64.) per Eigentor trafen. Mit 19 Punkten aus sieben Spielen führt der zweimalige Weltmeister die Qualifikationsgruppe 2 bei drei ausstehenden Spielen weiter souverän vor Spanien (16) an.

Mittelfeldspieler Mehmet Ekici wird in dieser Saison nicht mehr für Werder Bremen auflaufen: Der 22-Jährige hat andauernde Beschwerden am Schambein und muss deshalb operiert werden. Er wird dem norddeutschen Bundesligisten erst in der neuen Spielzeit wieder zur Verfügung stehen. In Anbetracht der eher dürftigen Saisonleistung des Fußballprofis vermutet Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs, "dass Mehmet diese schmerzhafte Verletzung schon längere Zeit irritiert hat". Dortmunds Starstürmer Mario Götze war wegen einer Schambeinverletzung seit Ende Januar mehrere Monate ausgefallen und ist erst seit wenigen Tagen wieder im Mannschaftstraining.

John Terry, Kapitän des Premier-League-Clubs FC Chelsea, hat zwei gebrochene Rippen. Die Verletzung zog er sich laut eigenen Angaben bereits vergangene Woche beim Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales gegen Benefica Lissabon zu. Das hielt ihn aber nicht davon ab, beim Rückspiel in London am Mittwochabend auf dem Platz zu stehen. Doch nach einer Stunde war Schluss für den Ex-Kapitän der englischen Nationalmannschaft: "Ich konnte nicht atmen, und meine Brust schnürte sich immer mehr zu", sagte er nach dem 2:1-Sieg gegen die Portugiesen. Zuvor hatte er mit der Verletzung 90 Minuten im Premier-League-Spiel gegen Aston Villa (4:2) auf dem Platz gestanden. Das war offenbar zu viel: "Ich weiß nicht, wie lange ich jetzt ausfalle", sagte Terry.

Alexandre Pato vom italienischen Meister AC Mailand hat sich im Champions-League-Viertelfinale beim FC Barcelona (1:3) am Oberschenkel verletzt. Der leiderprobte Starstürmer fällt wegen einer Zerrung vermutlich bis Saisonende aus. Pato leidet seit Monaten immer wieder unter schweren Muskelverletzungen. Die jüngste Zerrung ist bereits seine 14. Verletzung innerhalb von zwei Jahren. Seit Januar 2010 fehlte Pato in 53 Spielen.

Mario Basler, früherer National- und Bayernspieler, bleibt bis 2013 Trainer des Drittligisten Rot-Weiß Oberhausen. Neben Basler, der den Job seit Mitte Oktober macht, verlängerten auch Frank Kontny als Sportlicher Leiter und Co-Trainer Karl-Heinz Emig ihre Verträge bei den "Kleeblättern" um ein Jahr. Alle Vereinbarungen würden auch im Falle des Abstiegs in die Regionalliga ihre Gültigkeit behalten, ließ der Zweitliga-Absteiger wissen. Der Verein rangiert derzeit auf dem 17. Tabellenplatz.

Als Schiedsrichterfehler hat das DFB-Sportgericht eine Gelbe Karte gegen Matthias Ginter vom SC Freiburg gewertet - und die Verwarnung nachträglich aufgehoben. Damit gab das Gremium dem Einspruch des Sportclubs statt. Der Unparteiische Robert Hartmann hatte Ginter im Spiel bei Bayer Leverkusen (2:0) die Karte gezeigt, dabei hatte Ginters Teamkollege Julian Schuster das Foul begangen. Hartmann erklärte anschließend, dass er die beiden Spieler verwechselt habe - das belegten auch die Fernsehbilder. Wegen des Irrtums konnte die Verwarnung zurückgenommen werden.

Luciano Moggi, ehemaliger Sportdirektor von Juventus Turin, will vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg gegen seine lebenslange Sperre klagen. Dem 75-Jährigen wird vorgeworfen, einer der Drahtzieher im Fußball-Manipulationsskandal von 2006 gewesen zu sein. Erst vergangene Woche hatte das höchste Rechtsgremium des italienischen Olympia-Komitees Coni die Einsprüche von Moggi, Turins Ex-Geschäftsführer Antonio Giraudo und des früheren Fußballverband-Vizepräsidenten Innocenzo Mazzini gegen ihre Sperren in dritter und letzter Instanz zurückgewiesen: Die Beteiligung der früheren Manager an mehreren Spielverschiebungen sei erwiesen.

Marcello Lippi, ehemaliger italienischer Nationaltrainer, soll Coach des chinesischen Meisters Guangzhou Evergrande werden. Der Vertrag ist laut italienischen Medienberichten mit rund zehn Millionen Euro dotiert. Der 63-Jährige war nach dem Vorrunden-Aus der italienischen Titelverteidiger bei der WM 2010 zurückgetreten und seitdem arbeitslos.

psk/sid/dpa

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