Leipzigs 0:3-Pleite in Bremen Ausgerechnet die Österreicher!

Drei Österreicher trafen, und das gegen RB: Leipzig hat eine Klatsche in Bremen kassiert - obwohl dem Gegner die Top-Stars fehlten. Zittern muss der Nordklub aber weiter. Alles Wichtige zum Spiel.

Leipzigs Marcel Sabitzer
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Leipzigs Marcel Sabitzer

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Ausgangslage: Zweimal musste RB Leipzig ohne Naby Keita antreten, zweimal gab es nur ein Remis. Gegen Bremen fehlte der Mittelfeld-Regisseur - der beim 3:1 im Hinspiel zwei Tore schoss - wegen einer Gelbsperre, vielleicht ein Vorteil für Werder. Das Team von Bremen-Coach Alexander Nouri ging mit einer Serie von zuletzt zehn Punkten aus vier Partien ins Duell mit dem Liga-Zweiten, der in der Rückrundentabelle übrigens hinter dem SVW steht. Geht dem Klub die Puste aus?

Ergebnis: Bremen siegt dank einer spielerisch und kämpferisch starken Vorstellung 3:0 (1:0) - Leipzig ist nach der vierten Rückrundenpleite kein echter Bayern-Verfolger mehr. Hier geht's zur Meldung.

Startaufstellungen:
Werder: Wiedwald - Veljkovic, Sané, Moisander - Delaney - Gebre Selassie, Grillitsch, Junuzovic, Bauer - Bartels, Pizarro.
Leipzig: Gulacsi - Upamecano, Orban, Compper - Ilsanker, Demme - Schmitz, Halstenberg - Sabitzer, Timo Werner, Forsberg.

Handicap des Spiels: 31 Treffer hatte Werder vor dem Spiel erzielt, 16 davon gingen auf das Konto von Serge Gnabry (10 Tore) und Max Kruse (6). Beide fielen verletzungsbedingt aus.

Erste Hälfte: Von der jüngsten Erfolgsserie war bei Werder anfangs keine Spur. Viele Ballverluste begleiteten den Beginn, RB presste früh und kam in der elften Minute zur ersten Großchance durch Timo Werner. Danach bekamen die Bremer mehr Sicherheit, waren aber nicht mutig genug. Leipzigs Schwachstelle - den 18 Jahren alten Dayot Upamecano auf der linken Abwehrseite - attackierte die Nouri-Elf zu selten. Das 1:0 fiel stattdessen per Fernschuss: Zlatko Junuzovic erzielte ein Traumtor aus der Distanz (34.), nachdem Stefan Ilsanker zu kurz in die Mitte geklärt hatte. Danach blieb Bremen ebenbürtig, Leipzig drückte aber mehr und hatte bei einem Pfostenschuss von Marcel Sabitzer Pech (39.).

Zweite Hälfte: Leipzigs Bemühungen blieben harmlos und Trainer Ralph Hasenhüttl versuchte, mit dem Ex-Bremer Davie Selke mehr Gefahr zu entfachen. Das klappte nicht, und Werder erhöhte durch eine Freistoßvariante zwischen Junuzovic und Florian Grillitsch auf 2:0 (59.). Florian Kainz machte den 3:0-Sieg perfekt (90.). Hasenhüttls Experiment, erstmals mit einer Dreierkette zu spielen, war endgültig bestraft.

Tag der Österreicher: Junuzovic, Grillitsch, Kainz - drei Österreicher trafen für Werder und das ausgerechnet gegen das aus Österreich subventionierte RB Leipzig.

Vom Winde verweht: Eine geplante Choreographie der Bremer Ultras mit einem 20 Meter hohen Banner fiel aus. Starker Wind führte zur Absage der Aktion der "Cercle d'Amis" (deutsch: Freundeskreis), die sich - nach RB-Protesten zuletzt in Augsburg und Dortmund - mal nicht gegen das umstrittene Geschäftsmodell in Leipzig richten sollte. Der Bremer Fanklub engagiert sich gegen rechte Fanszenen, und will seine Aktion nachholen.

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Bundesliga: Werders Österreicher besiegen Leipzig

Hoffnungsvoller Unsicherheitsfaktor: Leipzigs Zehn-Millionen-Wintereinkauf Upamecano gilt als große Versprechung, noch ist der junge Franzose ein Unsicherheitsfaktor. Wie bereits beim 0:3 gegen den HSV, als Upamecano nach 31 Minuten vorzeitig ausgewechselt wurde, fiel der Verteidiger erneut mit Problemen im Stellungsspiel und Fehlpässen im Aufbau auf. Kurz vor dem Pausenpfiff marschierte er in Lúcio-Manier weit über die Mittellinie, verlor dort den Ball und leitete einen gefährlichen Bremer Konter ein. In der zweiten Hälfte steigerte er sich.

Eine neue Hoffnung: Günstiger als Upamecano war Werders Winterzugang Thomas Delaney mit zwei Millionen Euro Ablöse, scheinbar ein guter Griff. Der Däne spielt wie eine Kreuzung aus den ehemaligen Werder-Stars Johan Micoud und Dieter Eilts. Delaney hat Übersicht, treibt an, war gegen Leipzig stark im Passspiel und ist auf dem besten Weg, Publikumsliebling zu werden.

Erkenntnis des Spiels: Bremens Lauf geht weiter, in Abstiegsgefahr bleibt der Klub trotzdem. Und sollte der HSV am Abend gegen Eintracht Frankfurt siegen (18.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), würden gleich fünf Klubs bei 29 Punkten um den Relegationsplatz stehen. Weniger spannend sieht es an der Spitze aus: Leipzigs Rückstand auf den FC Bayern (spielt Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach, 18.30 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE) könnte nach dem 25. Spieltag auf 13 Punkte anwachsen.



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Sal.Paradies 18.03.2017
1. Grüße an die Weser
Lieben Dank an Bremen für eine couragierte Leistung gegen RB. Bremen scheint sich zu stabilisieren, wobei das auch bitter nötig ist, weil im Moment ja faktisch alle Mitbewerber wg. Abstieg auch punkten und am Schluss kann das ganz da unten ganz schön eng werden. Wenn das so weiter geht, dann brauchen die Bremer 37 Punkte, um ganz sicher einen Relegationsplatz zu ergattern. Früher reichten auch mal 34/35, aber dieses Jahr ist im Abstiegskampf Spannung Pur angesagt. Nebenbei noch Danke dafür, dass der BVB jetzt "nur" noch 3 Punkte hinter RB liegt, ein 2.Platz wäre also noch drin, was eine schöne Sache wäre......!!
aurichter 18.03.2017
2. Nur eines
Nur der SVW - Viel Pech gehabt in der Hinrunde, zusammengerauft, jetzt kommt auch das Glück zurück. Ja Glück gehört dazu, hätte in der HZP auch 1:2 stehen können. Egal, man sieht, die Jungs stehen zusammen, trauen sich etwas und haben aus dem Hinspiel gelernt, d.h. RBL im Grunde mit der ureigenen Taktik geschlagen. Ich hoffe weiter auf ein glückliches Saisonende MIT dem SVW in der 1.Liga. Nouri macht scheinbar einen richtigen guten Job. Jetzt St. Pauli noch die Daumen drücken und mit reichlich Popcorn auf das Ligaduell Union Berlin vs S04 vorbereiten. Sehr schön die Schlagzeilen " Keller zurück auf Schalke". Trörö ;-)
thegambler 18.03.2017
3.
Hätte Bremen den Sieg gegen Augsburg nicht hergeschenkt, würde es jetzt schon ein bisschen entspannter aussehen. Wenn das Wörtchen, wenn nicht wäre.
joe.micoud 18.03.2017
4.
Hätte ich nicht mit gerechnet. Seit Wochen läuft es. Darmstadt und Ingolstadt gehen wohl runter. So kann es weitergehen. 13 von 15 Punkten in 5 Spielen und in Frankfurt geht auch was.
hansa54 18.03.2017
5. Nicht nur
den Bremern fehlten TopStars!
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