Werder-Sieg gegen Hertha Das Gurkentor des Jahres

Die Hertha galt als Team der Stunde - bis zu diesem Spieltag und der Niederlage gegen Bremen. Fabian Lustenberger legte einen Patzer hin wie nie zuvor in knapp 250 Bundesligaspielen.
Herthas Fabian Lustenberger (3.v.l.)

Herthas Fabian Lustenberger (3.v.l.)

Foto: Carmen Jaspersen/ dpa

Das Gurkentor: Eine Bremer Flanke von links durch Nuri Sahin landete in der 11. Minute bei Niklas Moisander, dessen Kopfball von Fabian Lustenbergers Knie abgefälscht an die Latte des eigenen Tores prallte. So weit, so gewöhnlich. Doch dann kickte Lustenberger seinem Torwart Rune Jarstein den Ball aus den Händen und Bremens Martin Harnik konnte mit der Hacke verwandeln. Harnik jubelte, Lustenberger haderte und Jarstein schaute seinen Mitspieler entsetzt an. Die Jahresrückblick-Gestalter dürften sich bei dieser Slapsticknummer die Hände gerieben haben.

Das Ergebnis: Werder Bremen besiegte Hertha BSC im Duell zweier bislang noch ungeschlagener Teams 3:1 (2:0). Hier geht es zum Spielbericht.

Martin Harnik

Martin Harnik

Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP

4049: Exakt so viele Tage lagen zwischen Martin Harniks erstem Bundesligator für Werder Bremen und seinem zweiten. Wenn Sie's nachträglich in den Kalender eintragen möchten: 25. August 2007 in der Partie gegen den 1. FC Nürnberg.

Die erste Hälfte: Bereits vor dem 1:0 gab Werder durch Harnik und Maximilian Eggestein (jeweils 5. Minute) zwei gefährliche Schüsse aufs Tor ab, Versuche durch Davy Klaassen (23.), Harnik (25.) und erneut Harnik (25.) folgten, bevor Milos Veljkovic nach einer Standardsituation per Kopf auf 2:0 erhöhen konnte (45.).

Die zweite Hälfte: Herthas Torhüter Jarstein blieb angeschlagen in der Kabine, Thomas Kraft kam zu seinem ersten Einsatz seit dem 21. Spieltag der Vorsaison. Und er sah gleich eine spektakuläre Aktion seiner Offensivabteilung: Javairo Dilrosun erwischte in der 53. Minute Krafts Gegenüber Jiri Pavlenka auf dem falschen Fuß und drosch den Ball aus spitzem Winkel ins kurze Eck. In der 66. Minute die Antwort der Bremer: Theodor Gebre Selassie wurde nach einer Ecke von Max Kruse durch Marvin Plattenhardt zu Fall gebracht - den gerechtfertigten Elfmeter verwandelte Kruse souverän. Ein Bundesligarekord: In der Geschichte der Liga hat es noch kein Klub geschafft, in fünf Partien in Folge einen Strafstoß gegen sich zu kassieren.

Nur zu Hause verlieren wir nicht: Die letzte Heimniederlage der Bremer datiert weiterhin vom 29. Oktober 2017, Florian Kohfeldt hat als Werder-Trainer noch keine Begegnung zu Hause verloren.

Zwei für Löw: Die groß angekündigte Neuausrichtung des DFB-Teams nach der verpatzten WM in Russland hat sich ja noch nicht wirklich in frischem Personal ausgedrückt. Falls Joachim Löw mal den Weg in den Norden finden sollte, kann er Eggestein gleich die Einladung zu den nächsten Länderspielen in die Hand drücken. So konsequent stark tritt der 21 Jahre alte Mittelfeldspieler in dieser Saison auf. Sein künftiger Nationalmannschaftspartner blieb heute blass: Der 19-jährige Arne Maier konnte für die Herthaner keinen Zweikampf gewinnen. Einer der Gründe, warum "das spannendste Projekt der Liga" seine erste Saisonniederlage hinnehmen musste.

Nuri statt Nouri: Während Ex-Trainer Alexander Nouri in den vergangenen Tagen seinen Vertrag bei Werder aufgelöst hat, feierte Zugang Nuri Sahin sein Debüt in der Startelf. Seine Bilanz bis zur Auswechslung in der 61. Minute: 61 Pässe, 73 Ballaktionen - mehr als jeder andere Spieler auf dem Platz. Dazu 84,6 Prozent gewonnene Zweikämpfe. Ein starker Neustart.

Plakat der Werder-Fans

Plakat der Werder-Fans

Foto: Carmen Jaspersen/ dpa

Fanproteste: Aus Protest gegen fanunfreundliche Entscheidungen der Fußball-Oberen soll an diesem Spieltag in allen Stadien der 1. bis 3. Liga von Spielbeginn bis zur 19. Minute geschwiegen werden. In Bremen ging das mehr oder weniger geschlossen vonstatten. Aber auch auf Bannern taten die Fans ihre Meinung zur Anstoßzeit 18.30 Uhr und zu einer weiteren Aufsplitterung der Spieltage kund.

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