Werder - Freiburg Pizarro, Pizarro, Pizarro

Werder Bremen bleibt die Mannschaft des Jahres 2001. Dennoch gab es nach dem Sturmlauf gegen Freiburg auch einige selbstkritische Worte.


Der Mann des Tages: Bremens Libero Verlaat gratuliert Pizarro nach einer seiner Buden
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Der Mann des Tages: Bremens Libero Verlaat gratuliert Pizarro nach einer seiner Buden

Bremen - Der Höhenflug des SV Werder Bremen trägt den Namen Claudio Pizarro. Der Peruaner führte die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf gegen den SC Freiburg (3:1) fast im Alleingang zum Sieg. Die drei Treffer des Nationalspielers versetzten die Zuschauer ins Schwärmen und lassen an der Weser die schönsten Träume reifen. Der 22 Jahre alte Stürmer schürte die Erwartungen und verkündete: "Wir können jetzt auch die Champions League erreichen." Für die sportliche Leitung mit Klaus Allofs an der Spitze ist dies noch zu früh: "Wir müssen die nächsten vier Spiele abwarten. Dann wissen wir, wohin die Reise geht." Doch der SV Werder ist nach sieben Spielen ohne Niederlage zweifellos die "Mannschaft des Jahres" und scheint an ganz erfolgreiche Zeiten anknüpfen zu können.

Verdienter Bremer Erfolg


Freiburgs Trainer Volker Finke gab sich nach dieser ersten Auswärtsniederlage nach sechs Spielen nachdenklich. Er schätzte die Leistung seiner Mannschaft richtig ein: "Unsere Vorstellung war dünn. Wir haben blöde Fehler in der Abwehr gemacht und saublöde Tore kassiert." Lediglich mit der letzten halben Stunde war der Coach zufrieden: "Da haben wir mitgespielt. Eine Chance zum Sieg hatten wir aber nicht. Der Erfolg der Bremer geht in Ordnung." Vier Ausfälle von Stammspielern konnte der SC Freiburg im Weserstadion vor 29.650 Zuschauern nicht ersetzen. Besonders das Fehlen von Junioren-Nationalspieler Sebastian Kehl wirkte sich in der Abwehr folgenschwer aus.

Die intensive Vorbereitung in der Winterpause, keine Länderspiel-Einsätze für sein Heimatland und die gute Form seines Sturmkollegen Ailton haben Claudio Pizarro zu einem der wertvollsten Spieler des SV Werder gemacht. Ausländische Vereine sind schon aufmerksam auf den Peruaner geworden, so dass Sportdirektor Klaus Allofs zugab: "Bei zweistelligen Millionensummen in entsprechender Höhe ist alles möglich." Doch die Bremer wollen ihr "Juwel" noch zwei Jahre behalten. "Ich habe ihm geraten, dass er bei uns bleibt", sagte Allofs. Er fügte aber auch realistich hinzu: "Er wird wohl seine Laufbahn nicht in Bremen beenden."

Kontroverse um den dritten Treffer


Die Saison-Treffer 10, 11 und 12 von Pizarro (23./45./51.) waren der Garant für den 10. Saisonsieg des SV Werder. Für die Freiburger war Levan Kobiaschwili (68./Foulelfmeter) erfolgreich. Kontrovers wurde der dritte Zähler von Pizarro diskutiert. "Ich habe alle drei Tore erzielt. Wenn das so weitergeht, dann kann ich auch Torschützenkönig werden", sagte der Peruaner. Freiburgs Schlussmann Richard Golz sah das ganz anders: "Der dritte Treffer war ein Eigentor." Doch dem Torhüter war es letztlich egal. Ihm bewegte mehr die schwache Vorstellung seiner Mannschaft: "Wir haben unter unseren Möglichkeiten gespielt. Wir waren einfach schlecht."

Der Österreicher Andreas Herzog wollte in die Euphorie an der Weser nicht miteinstimmen: "Wir haben eine Stunde lang gut gespielt. Doch als auf den Rängen das Feiern begann, da wurde bei uns zu viel gedaddelt." Der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler stellt hohe Ansprüche und hatte durch eine starke Leistung in der Schaltzentrale die Weichen für den Bremer Sieg. So konnte er sich die Kritik im "Werder-Rausch" durchaus auch erlauben.

Von Hans-Joachim Zwingmann, dpa

Werder Bremen - SC Freiburg 3:1 (2:0)
Bremen: Rost - Baumann, Verlaat, Krstajic - Frings (87. Tjikuzu), Ernst (64. Banovic), Eilts, Herzog, Bode - Pizarro (87. Lee), Ailton
Freiburg: Golz - Konde, Müller, Diarra - Willi (52. Dorn), Coulibaly, Zeyer, But, Kobiaschwili - Ramdane (64. Kohl), Weißhaupt (74. Baya)
Schiedsrichter: Krug (Gelsenkirchen)
Tore: 1:0 Pizarro (23.), 2:0 Pizarro (44.), 3:0 Pizarro (52.), 3:1 Kobiaschwili (68., Foulelfmeter)
Zuschauer: 29.650
Gelbe Karten: Krstajic (4), Ailton (5/1) - Kobiaschwili (5), Müller



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