Werder-Triumph Bremer Sturm der Begeisterung

Nach dem unerwartet souveränen Sieg bei Titelverteidiger Bayern München flog der neue Deutsche Meister Werder Bremen gestern Abend zurück in die Hansestadt, wo die Fans ihrer Mannschaft einen triumphalen Empfang bereiteten. Tausende von Anhängern warteten auf die Rückkehr der besten Fußballmannschaft Deutschlands.


Meistermacher Schaaf: Der Meistertrainer schwenkte die Werder-Fahne aus dem Cockpit heraus und ließ sich feiern
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Meistermacher Schaaf: Der Meistertrainer schwenkte die Werder-Fahne aus dem Cockpit heraus und ließ sich feiern

Bremen - Rund 15.000 Fans feierten den neuen Deutschen Meister auf dem Bremer Flughafen. Um 21.31 Uhr landete die zweimotorige Propeller-Maschine mit der Mannschaft, nachdem sie zuvor eine Ehrenrunde über den Flughafen geflogen war. Aus dem Cockpit heraus schwenkte der Meistertrainer Thomas Schaaf die grün-weiße Werder-Fahne.

Schaaf der Baumeister der Meisterschaft

Mit einem 3:1 (3:0)-Auswärtssieg beim Rekordmeister FC Bayern München hatten die Werderaner am Nachmittag die vierte Meisterschaft der Vereinsgeschichte perfekt gemacht. Balljungen verteilten am Flughafen rote Rosen an die Spieler, die Feuerwehr des Flughafens ließ die Sirenen erschallen, mehrere Leuchtkugeln verwandelten den Bremer Nachthimmel in ein buntes Farbenmeer.

In der Ankunftshalle des Flughafens warteten mehrere tausend Fans auf die Mannschaft. Erster Gratulant war Bremens Bürgermeister Henning Scherf (SPD), der sich ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Deutscher Meister 2004 Werder Bremen" überstreifte und sich zuvor bereits grün-weiße Streifen auf seine Wangen gemalt hatte.

Auf zwei zu einer Brücke zusammengeschobenen Gangways ließen sich Spieler und Trainer anschließend von der Menge feiern. Ex-Manager Willi Lemke hatte Schaaf zum "Baumeister dieser Meisterschaft" erklärt. "Den Empfang, den ihr uns heute bereitet habt, ich glaube, es gibt nichts Schöneres", bedankte sich der Erfolgscoach bei den Anhängern. Die ausgelassenen Fans rissen die Absperrgitter nieder und stürmten aufs Rollfeld. Auch auf dem Weg in die Bremer City feierten tausende Fans weiter ausgelassen den Gewinn der Meisterschaft.

"Ailton gut, Werder gut, Feier gut"

"Das ist unglaublich, was hier abgeht", sagte Keeper Andreas Reinke über den Trubel, der teilweise chaotische Züge annahm. "Wir wollten einmal zeigen, dass wir auch feiern können", erklärte Werders Marketingchef Manfred Müller, der die Fete im Vorfeld als "geheime Kommandosache" organisiert hatte. Sowohl Schaaf als auch Sportdirektor Klaus Allofs wussten nichts von den Vorbereitungen. "Die Überraschung ist geglückt. Für uns und für die Spieler ist dies eine tolle Sache", freute sich Allofs und genehmigte sich eine Zigarre.


Ailton und Werder-Regisseur Johan Micoud genossen das Blitzlichtgewitter der Fotografen und feierten mit ihren Mannschaftskollegen und den Fans. "Ailton gut, Werder gut, Feier gut", resümierte der brasilianische Goalgetter, der nach der Saison zu Schalke 04 wechselt, "alles wundervoll, es ist unglaublich." Nach dem Empfang auf dem Flughafen ging es weiter zur Champions-Party ins Gasthaus "Grothenns" in Arbergen. Vor den Toren der Hansestadt ging es auch im mit grün-weißen Luftballons geschmückten Ballsall hoch her.



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