Wettskandal DFB-Funktionäre uneins über Videobeweis

DFB-Präsident Theo Zwanziger hält nach Bekanntwerden der Wett- und Manipulations-Affäre die Einführung des Videobeweises für sinnvoll. Ganz im Gegensatz zu DFB-Oberschiedsrichter Hellmut Krug, der dem Vorschlag seines Vorgesetzten die Praxistauglichkeit abspricht.


Kann sich die Einführung des Videobeweises vorstellen: DFB-Präsident Zwanziger
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Kann sich die Einführung des Videobeweises vorstellen: DFB-Präsident Zwanziger

Frankfurt - "Dem Thema müssen wir uns vorurteilsfrei stellen. Man muss auch klüger werden können. Wir müssen sehen, dass sich der professionelle Fußball in einer Weise verändert, dass wir moderne Techniken einsetzen können", sagte der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Allerdings kann nicht der DFB, sondern nur der Weltverband Fifa die Einführung des Videobeweises beschließen.

Dennoch betonte Zwanziger, dass der Fußball ohnehin "nicht mehr auf jedem Platz gleich gespielt" werde, da es in den Profiligen seit der vergangenen Spielzeit den vierten Schiedsrichter gibt, der im Amateurbereich fehlt: "Da haben wir schon zusätzliche menschliche Augen eingebaut, nun muss man überlegen, das technische Auge einzubauen. Ich werde mich nicht mehr grundsätzlich dagegen wehren."

Auch die Fans sprachen sich für die Einführung der Technik aus. In einer von "Bild am Sonntag" bei Forsa in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage begrüßten 63 Prozent den Videobeweis als Möglichkeit, die Anzahl der Fehlentscheidungen zu verringern. Kritik an dem Vorstoß von Zwanziger kommt aber aus dem eigenen Lager. Hellmut Krug, Leiter der Schiedsrichterabteilung im DFB, erklärte im "Tagesspiegel am Sonntag": "Solange wir keine praxisfähigen Vorschläge haben, werden wir vor allem zum Leidwesen der Schiedsrichter selbst mit der einen oder anderen Fehlentscheidung weiter leben müssen." Darüber hinaus warnte Krug davor, dass während der Auswertungen von Videoaufzeichnungen auf den Rängen Unruhen aufkommen könnten.



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