Wettskandal in Brasilien Schiedsrichter gesteht Manipulationen

Nachdem immer mehr Einzelheiten ans Tageslicht kommen wird deutlich: In Brasilien wurden jede Menge Fußballspiele verschoben. Nach Verhören liegt jetzt das Geständnis eines der beiden beschuldigten Unparteiischen vor. Allerdings gibt es auch widersprüchliche Aussagen.


São Paulo - Während Fifa-Referee Edilson Pereira de Carvalho und der Geschäftsmann Nagib Fayad, der die Spielmanipulationen in Auftrag gegeben hatte, nach fünf Tagen Haft wieder auf freien Fuß kamen, bestätigte der Unparteiische Paulo José Danelon Ergebnis-Absprachen.

Schiedsrichter de Carvalho (l.): Auf freiem Fuß
AP

Schiedsrichter de Carvalho (l.): Auf freiem Fuß

Dabei handelt es sich um vier Spiele in der bereits abgelaufenen Regionalmeisterschaft von São Paulo, wobei der Zweitliga-Referee jedoch nur dreimal das gewünschte Resultat durch bewusste Fehlentscheidungen herbeiführen konnte. Dafür erhielt er insgesamt 30.000 Real (umgerechnet 10.000 Euro). Die Aussage steht jedoch im Widerspruch zu Fayads Geständnis, wonach Danelon sich zwar jeweils angeboten hatte, eine Einigung aber nie zustande kam.

Wie Fayad war am Samstag auch Carvalho im Zusammenhang mit dem Skandal verhaftet worden. Bei elf Erstliga-Spielen sowie einer Partie des südamerikanischen Libertadores-Cups soll der 43-Jährige den zuvor vereinbarten Favoriten zum Sieg verholfen haben. Während Fayad bei zwei Internet-Wettbüros Summen zwischen umgerechnet 165.000 und 660.000 Euro gesetzt haben soll, soll Carvalho eine Erfolgsprämie um die 3300 Euro erhalten haben.

Da bereits auch der Libertadores-Cup im FC São Paulo seinen diesjährigen Sieger gefunden hat, werden wohl nur die betroffenen Begegnungen der brasilianischen Serie A, deren letzter Spieltag am 4. Dezember stattfindet, vom Obersten Sportgericht STJD genauer untersucht. Eine Wiederholung aller elf Spiele wird dabei sowohl von den 22 Erstligisten als auch vom Verband als bester Ausweg aus der Krise angesehen.



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