Wettskandal Steffen Karl aus U-Haft entlassen

Der im Zuge des Manipulationsskandals festgenommene frühere Bundesliga-Profi Steffen Karl ist seit dem Abend wieder auf freiem Fuß. Der Ex-Dortmunder darf jedoch keinen Kontakt zum Duisburger Torwart Georg Koch aufnehmen - dessen Aussagen hatten Karl schwer belastet. In Untersuchungshaft bleibt Schiedsrichter Dominik Marks.


Fußballer Karl: Tatverdacht besteht weiter
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Fußballer Karl: Tatverdacht besteht weiter

Berlin - "Er ist draußen und schon wieder auf dem Weg nach Chemnitz", sagte Karls Anwalt Andreas Bartholome nach einem Haftprüfungstermin am Berliner Amtsgericht Tiergarten. Karl habe als Auflage erhalten, keinen Kontakt mit einem nicht näher benannten Chemnitzer Mitspieler, den Hauptbeschuldigten im "Fall Hoyzer" sowie Koch aufzunehmen.

Der 35-jährige Karl war am vergangenen Freitag wegen des dringenden Tatverdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs, der versuchten Verbrechensabrede sowie der versuchten Nötigung festgenommen worden und saß seitdem in der JVA Berlin-Moabit. Wie der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Michael Grunwald, der dpa sagte, bestehe der Tatverdacht jedoch auch nach der Freilassung des ehemaligen Bundesligaprofis.

Karl soll Koch, der damals noch Torwart von Energie Cottbus war, im Mai 2004 vor dem 3:0-Sieg der Cottbuser über Jahn Regensburg am letzten Zweitliga-Spieltag der Vorsaison 20.000 Euro angeboten haben, damit dieser durch einen absichtlichen Fehler das Spiel zugunsten von Regensburg gestaltete. Als Koch, der das Angebot ablehnte, den Vorfall Ende Januar dem DFB meldete, soll Karl eine bislang unbekannte Person veranlasst haben, ihn einzuschüchtern. Per Telefon sei Koch mit den Worten, andernfalls werde ihm "etwas passieren", zum Schweigen aufgefordert worden.

Nach Angaben des Gerichts soll Karl außerdem am 22. Mai 2004 im Zusammenwirken mit dem Mitbeschuldigten Kroaten Ante S. in dem Regionalligaspiel SC Paderborn gegen den Chemnitzer FC (4:0) den Auftrag gehabt haben, durch gezieltes Foulspiel im eigenen Strafraum dem damals leitenden Schiedsrichter Robert Hoyzer die Gelegenheit zu verschaffen, die Partie zugunsten des SC Paderborn zu beeinflussen. So sollte ein Ergebnis erzielt werden, auf das Ante S. einen hohen Geldbetrag gewettet hatte.

Bartholome sieht unterdessen einer möglichen Gerichtsverhandlung gegen seinen Mandanten allein schon wegen der am Montag erfolgten Haftverschonung "gelassen entgegen".

In Untersuchungshaft bleibt Dominik Marks. Der Zweitliga-Schiedsrichter war am vergangenen Mittwoch festgenommen worden. Dem 29-jährigen Berliner wird zur Last gelegt, das Regionalliga-Spiel VfL Wolfsburg/Amateure gegen Hamburger SV/Amateure (0:0), die Zweitliga-Partie Karlsruher SC gegen MSV Duisburg (0:3) sowie das vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bereits neu angesetzte Regionalliga-Spiel Hertha BSC/Amateure gegen Arminia Bielfeld/Amateure (2:1) manipuliert zu haben.



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