Wettskandal WM-Qualifikationsspiel sollte manipuliert werden

Europa League, Champions League, nationale Wettbewerbe: Der Wettskandal in Europas Fußball hat bereits drastische Ausmaße. Nach Informationen von SPIEGEL TV soll es aber sogar Planungen gegeben haben, ein Spiel der WM-Qualifikation zu beeinflussen.
Quali-Spiel zwischen Bosnien und der Türkei: Gespräche über Manipulationen?

Quali-Spiel zwischen Bosnien und der Türkei: Gespräche über Manipulationen?

Foto: DPA

Hamburg - Der 9. September 2009 ist ein wichtiger Tag für Bosnien-Herzegowina und die Türkei. Beide Nationen stehen sich in der WM-Qualifikation gegenüber - und beide müssen gewinnen. Europameister Spanien ist in der Tabelle weit enteilt, dahinter kämpfen Bosnien und die Türkei um den Playoff-Platz. Das Spiel endet 1:1 (1:1), es ist ein Unentschieden ohne große Auffälligkeiten. Beide Teams gehen engagiert zu Werke, kämpfen, haben Chancen.

Nach Informationen von SPIEGEL TV sollte dieses Spiel aber eine andere Wendung nehmen. Das soll jedenfalls aus Ermittlungsakten hervorgehen. Demnach wurden im Zuge der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bochum Telefonate abgehört, in denen darüber gesprochen worden sein soll, wie das WM-Qualifikationsspiel zwischen Bosnien-Herzegowina und der Türkei manipuliert werden könnte. Ob oder wie die Partie letztlich beeinflusst wurde - darüber soll sich in den Akten nichts finden.

Der Fußball-Weltverband Fifa wollte sich auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE grundsätzlich nicht zum Thema Wettskandal äußern und verwies auf die Sondersitzung des Exekutivkomitees am 2. Dezember. Fifa-Präsident Sepp Blatter hatte diese Sitzung kurzfristig anberaumt, die Exekutive will sich dort auch mit den Folgen des Wettskandals in Europas Fußball beschäftigen.

goe