Wieder Kreuzbandriss Nowotnys Comeback endet in der Klinik

Es sollte Jens Nowotnys große Rückkehr nach neunmonatiger Verletzungspause werden und endete als Drama. Bei der 0:3-Niederlage am Sonntag in der Bundesligapartie gegen Cottbus zog sich der Leverkusener Nationalspieler erneut einen Kreuzbandriss zu.

Wie der Bayer-Physiotherapeut Dieter Trzolek am Dienstag nach einer Kernspintomographie bestätigte, hat sich Nowotny wiederum an seinem rechten Knie verletzt. Der Leverkusener Kapitän hatte den zweiten Kreuzbandriss innerhalb eines Jahres in der zweiten Halbzeit des Cottbus-Spiels erlitten, als er mit den Stollen im Rasen hängengeblieben war und sich das Knie verdrehte.

Da Bayer das Auswechselkontingent schon ausgeschöpft hatte, spielte Nowotny 90 Minuten durch. Trainer Klaus Toppmöller hatte seinen Abwehrchef vom Spielfeldrand mehrmals gefragt, ob er weiter spielen könne. Der 29-Jährige wollte sein Team angesichts des 0:2-Rückstandes offenbar nicht im Stich lassen und blieb bis zum Schluss auf dem Feld.

"Das ist ein fürchterlicher Schlag für Jens. Es wird ganz schwierig für den Verein und die Nationalmannschaft. Es ist schon tragisch, dass dies innerhalb von so kurzer Zeit zweimal passiert", sagte DFB-Teamchef Rudi Völler, der in Leverkusen bereits als Sportdirektor tätig war.

Erneut Operation in den USA?

Gegen Cottbus hatte Nowotny, der bislang 37 Länderspiele bestritt, nach neunmonatiger Verletzungspause sein Bundesliga-Comeback gefeiert. Am 30. April 2002 hatte sich der ehemalige Karlsruher im Halbfinalrückspiel der Champions League gegen Manchester United bereits einen Kreuzbandriss zugezogen. Nowotny wird in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen und vermutlich erneut mehrere Monate ausfallen.

Ungewiss ist, ob sich der bis 2008 an Bayer gebundene Abwehrspieler nochmals beim US-Spezialisten Richard Steadman oerieren lassen wird. Nach der gegen "ManU" erlittenen Verletzung hatte der renommierte Mediziner zunächst auf eine konservative Heilungsmethode ohne Operation gesetzt. Allerdings wuchs das Band nicht wieder zusammen, so dass Nowotny nach zehn Wochen doch operiert werden musste.

Abstiegskampf ohne Nowotny

"Es ist klar, dass Jens jetzt sehr geknickt ist und in ein Loch fällt. Doch ich bin überzeugt: Er wird wieder angreifen", sagte Völler. Für Bayer ist Nowotnys Ausfall in der jetzigen Situation fatal, denn er war angesichts der sportlichen Talfahrt in der Bundesliga der große Hoffnungsträger. Da zudem Weltmeister Lucio nach einer Überbein-Operation noch längerfristig nicht zur Verfügung steht, hat der deutsche Vizemeister große Personalprobleme, insbesondere in der Abwehr.

Nowotny ist der dritte prominente Bundesligaspieler, dem in einer Saison zweimal das Kreuzband gerissen ist. Zuvor hatte es Bayern-Profi Hasan Salihamidzic (November 2002) und Otto Addo (Oktober 2002) vom deutschen Meister Borussia Dortmund erwischt.

Mehr lesen über