Wilder Kaiser Beckenbauer droht mit Liga-Wechsel nach Italien

Sollte es wegen der Affäre um den Geheimvertrag des FC Bayern München mit der Kirch-Gruppe seitens der DFL eine harte Strafe geben, will Franz Beckenbauer den FC Bayern München künftig in der italienischen Serie A spielen lassen. Eine Ankündigung, die fast jeglicher Grundlage entbehrt.

München - Mit drastischen Aussagen hat Franz Beckenbauer der Affäre um den Geheimvertrag des FC Bayern München mit der Kirch-Gruppe eine neue Dimension gegeben. Sollte die DFL vom FC Bayern die Rückzahlung der heimlich kassierten 21,5 Millionen Euro fordern, "dann soll die Bundesliga mal schauen, wie sie ohne uns weiter machen will. Da melden wir uns in Italien an, spielen gegen Juventus, Milan und Rom", erklärte Beckenbauer in der "Bild"-Zeitung.

Rein theoretisch wäre ein Umzug der Münchner in die Serie A vielleicht möglich. Sollten beide Verbände zustimmen, würde die Europäische Fußball-Union (Uefa) den Fall prüfen. Allerdings stellte ein Uefa-Sprecher bereits klar, "dass wir grundsätzlich der Meinung sind, dass die Vereine in ihren Ländern spielen sollen." Die DFL wollte sich dazu nicht äußern. Der Sprecher des italienischen Liga-Verbandes, Fabio Santoro, schloss dagegen einen Wechsel des FC Bayern in die Serie A aus: "Unsere Struktur ist pyramidenförmig. Es können nur Klubs aus der Serie B in die Serie A aufsteigen." Auch von der Vereinsführung des Bundesliga-Spitzenreiters wird der Plan, südlich der Alpen sesshaft zu werden, nicht ernsthaft erwogen. Der Vorstand der FC Bayern AG wollte die Aussagen Beckenbauers nicht kommentieren.

"Realistisch, dass gar nichts passiert"


Eine Bestrafung durch die Liga will Beckenbauer auf keinen Fall akzeptieren. "Nichts bekommen die, keinen Cent. Durch unsere Vereinbarung mit Kirch ist der Liga ja nichts entgangen. Uns kann man bestenfalls einen Verstoß gegen die Offenlegungs-Pflicht vorwerfen. Wenn überhaupt", schimpfte der "Kaiser". Auch Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte zuletzt betont, dass es "sehr realistisch ist, dass gar nichts passiert".

Die DFL hält sich derweil weiter bedeckt. "Das ist ein schwebendes Verfahren. Wir lassen uns als DFL nicht unter Druck setzen. Wir werden die Sachlage genau prüfen und uns erst dazu äußern, wenn wir eine abschließende Bewertung haben", sagte DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub. Möglicherweise fällt in der nächsten Woche eine Entscheidung.

Die Münchner hatten vor knapp zwei Wochen den Fragenkatalog der DFL zum Geheimvertrag zurückgeschickt. Die DFL hat danach eine externe Anwaltskanzlei mit der Prüfung beauftragt. Die Liga will keine Angriffsfläche bieten, da DFL-Justitiar Thomas Summerer lange Jahre Anwalt von Sat.1 war und damit der Kirch-Gruppe nahe stand.

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