Wildmosers Korruptionsaffäre Beschuldigter legt Geständnis ab

Für Löwen-Boss Karl-Heinz Wildmoser und seinen Sohn wird es eng. Im Bestechungsskandal um das neue Münchner Fußballstadion sind die Fahnder ein großes Stück vorangekommen. Einer der vier Festgenommenen hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein "umfangreiches Geständnis" abgelegt.


Staatsanwalt Schmidt-Sommerfeld: "Umfangreiches Geständnis"
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Staatsanwalt Schmidt-Sommerfeld: "Umfangreiches Geständnis"

München - Die Aussage stamme von einem mutmaßlichen Strohmann vom Präsidenten des TSV 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser, und dessen Sohn Karl-Heinz jr, wie der Chef der Staatsanwaltschaft München I, Christian Schmidt-Sommerfeld, am Abend im Bayerischen Fernsehen mitteilte. Der Haftbefehl für den Mann aus Dresden wurde daraufhin außer Vollzug gesetzt.

Dagegen wurde laut Schmidt-Sommerfeld der Haftbefehl für den zweiten mutmaßlichen Strohmann eröffnet. Dies war zuvor bereits beim "Löwen"-Präsidenten Wildmoser geschehen. Dessen ebenfalls festgenommener Sohn, der als Haupttäter gilt, schweigt bislang zu den Vorwürfen. Wildmoser sitzt gegenwärtig in Stadelheim ein. Schmidt-Sommerfeld sagte, in diesem Fall werde erst am Mittwoch über den Fortbestand des Haftbefehls entschieden. Es werde am Vormittag voraussichtlich eine umfangreiche Vernehmung geben.

Nach Angaben Schmidt-Sommerfeld, floss ein Betrag von insgesamt 2,8 Millionen Euro von der Baufirma Alpine an Wildmoser und dessen Sohn. Als "Gegenleistung" sollen die beiden dem Unternehmen bei der Vergabe des Auftrags zum Stadionbau einen Tipp gegeben haben. Die Gesamtkosten des Baus belaufen sich auf knapp 300 Millionen Euro.

Am Dienstagmorgen durchsuchten 21 Staatsanwälte, mehr als 70 Kriminalbeamte und rund 30 Steuerfahnder über 30 Wohnungen und Geschäftsräume in München, Dresden, Frankfurt sowie in Österreich und in der Schweiz. Dabei wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine Fülle an Beweismaterial sichergestellt.

Unter anderem wurden auch Wildmosers Wohnungen und Geschäftsräume sowie die Geschäftsräume des FC Bayern unter die Lupe genommen. Schmidt-Sommerfeld betonte allerdings, "Angehörige" des FC Bayern seien bisher nur als Zeugen involviert. Wegen des Verdachts von Steuerhinterziehung und weiteren Straftaten im Zusammenhang mit dem Bau der "Allianz Arena" laufe bereits seit Ende vergangenen Jahres ein Ermittlungsverfahren.

Der FC Bayern München, der die "Allianz Arena" gemeinsam mit dem TSV 1860 München baut und finanziert, hat inzwischen rechtliche Schritte eingeleitet. "Die FC Bayern München AG hat als mögliche Geschädigte die Wahrnehmung ihrer Rechte und die Prüfung aller rechtlichen Gesichtspunkte in anwaltliche Hände übergeben", teilte der deutsche Fußball-Rekordmeister am Dienstagabend in Madrid mit. Als Rechtsbeistand fungiert Rechtsanwalt Werner Leitner.

In einer von Presse-Chef Markus Hörwick verlesenen Erklärung Hieß es, dass der FC Bayern am Dienstag von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft "völlig überraschend in Kenntnis gesetzt worden sei. Der Verein habe "sofort alles Erdenkliche veranlasst, um die Ermittlungen konstruktiv zu unterstützen". Vorstandsmitglied Karl Hopfner habe der Staatsanwaltschaft in München ausführlich Auskunft gegeben.

Der Verein bat um Verständnis dafür, dass er auf Grund des wichtigen Champions-League-Spiels am Mittwoch gegen Real Madrid keine weiteren Erklärungen abgebe. Dies geschehe auch deswegen, "um die Staatsanwaltschaft bei ihren weiteren Ermittlungen nicht zu stören".



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