Ex-Aufsichtsratschef Lemke greift Bremer Vereinsführung an

Der zurückgetretene Bremer Aufsichtsratschef Willi Lemke hat die Vereinsführung nur vier Tage nach seiner Ablösung heftig kritisiert. "Es wird offensichtlich ein Bauernopfer gesucht", sagte der 68-Jährige der "Zeit".

Ex-Aufsichtsratchef Lemke: Weist Kritik an sich zurück
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Ex-Aufsichtsratchef Lemke: Weist Kritik an sich zurück


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Der als Chef des Werder-Aufsichtsrats zurückgetretene Willi Lemke hält Kritik an seiner Arbeit für unangemessen. "Die Reaktion vieler Menschen enttäuscht mich. Es wird offensichtlich ein Bauernopfer gesucht", sagte der 68-Jährige der Wochenzeitung "Die Zeit".

Der langjährige Werder-Manager sieht sich nicht als Alleinverantwortlicher für die sportliche und wirtschaftliche Misslage des Vereins, der momentan auf dem letzten Tabellenplatz steht: "Diese öffentlichen Vorwürfe gehen völlig an den Tatsachen vorbei." Lemke ist seit 1999 Mitglied des Aufsichtsrats des Bundesligisten und wurde am Wochenende von Marco Bode als Vorsitzender des Kontrollgremiums abgelöst.

Zu Investoren, die seinen Rücktritt gefordert haben sollen, sagte Lemke: "Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn ich höre, dass die Millionen Euro von neuen Sponsoren nur so in die Werder-Kasse strömen sollten, wenn der Lemke erst mal weg sei."

Der Traditionsklub hat zuletzt zweimal in Folge das Geschäftsjahr mit einem Minus abgeschlossen. Auch für die im Sommer beendete und für die laufende Saison wird mit roten Zahlen gerechnet. "Wir haben immer dafür plädiert, nicht mehr Geld auszugeben, als wir eingenommen haben. Aber das geht nur in einem begrenzten Rahmen im Fußballgeschäft", sagte Lemke. Um Erfolg zu haben, müsse ein Verein wie Bremen auch ab und zu Risiken eingehen.

psk/dpa/sid

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fridericus1 29.10.2014
1. Der liebe Willi...
... hätte Werder stolz und schuldenfrei in die 2. Liga geführt. Und als Garant für einen guten Draht zur Bremer Politik taugte er auch nix mehr (siehe die Kostenumlage wegen der Polizeieinsätze). Wenn er jetzt auch noch aus dem Hintergrund meckert, sollte er sich aus dem Aufsichtsrat ganz zurückziehen.
mongolord 29.10.2014
2. Jaja Bauernopfer
Fakt ist doch das ganze Werder Management hat seit Jahren schlecht gewirtschaftet: - Wo sind die zig Millionder großen Transfererlöse hin (Özil, Diego etc.)? Scheinbar nicht in die Qualität der Mannschaft geflossen. - Wo sind die Gelder der jahrelangen CL- und EL Teilnahme hin? Dazu noch das Pech oder schlechte Scouting bei den Spielerkäufen der letzten Jahre und das zu lange Halten von teuren Einzelspielern. Achja das viel zu lange fehlende Defensivkonzept, ohne das moderner Fussball nunmal nicht mehr auskommt. Was Werder aktuell bleibt sind rote Zahlen, ein sehr schwacher Kader und keine Substanz daran was zu ändern. Mit dem was sie aktuell haben spielen sie gegen den Abstieg, das sollte Werder Bremen klar sein...
PJM 29.10.2014
3. schon klar....
schon klar! Alle Schuld außer Willi. Das gäbe es bei den Bayern ( nein - ich bin kein Fan!) und dem von Ihm ungeliebten Herrn Höneß nicht. Und jetzt nachtreten. Ein Beispiel der Stillosigkeit der Mann!
politik-nein-danke 29.10.2014
4.
Zitat von mongolordFakt ist doch das ganze Werder Management hat seit Jahren schlecht gewirtschaftet: - Wo sind die zig Millionder großen Transfererlöse hin (Özil, Diego etc.)? Scheinbar nicht in die Qualität der Mannschaft geflossen. - Wo sind die Gelder der jahrelangen CL- und EL Teilnahme hin? Dazu noch das Pech oder schlechte Scouting bei den Spielerkäufen der letzten Jahre und das zu lange Halten von teuren Einzelspielern. Achja das viel zu lange fehlende Defensivkonzept, ohne das moderner Fussball nunmal nicht mehr auskommt. Was Werder aktuell bleibt sind rote Zahlen, ein sehr schwacher Kader und keine Substanz daran was zu ändern. Mit dem was sie aktuell haben spielen sie gegen den Abstieg, das sollte Werder Bremen klar sein...
Ich würde da mal dezent nach den Stichworten Beluga und Targobank (ex Citibank) fragen..... Und dann sollten sie sich noch mal hinterfragen, warum ein ehemaliger Deutsche-Bank-Mann wie Jürgen L. Born der sich nun im Finanzgeschäft extrem gut auskennt knapp 1 Jahr nach dem Einstieg der Citibank als Sponsor mit erfundenen Vorwürfen abgesägt wurde....
robwe 29.10.2014
5.
Werder Bremen hat es trotz erstaunlicher sportlicher Erfolge nicht geschafft, den Verein auch wirtschaftlich nachhaltig konkurrenzfähig zu machen. Das ist ein klarerer Managementfehler. Ob dieses Versäumnis nun Lemke oder anderen anzulasten ist, vermag ich als Außenstehender nicht zu beurteilen. Die Entwicklung bedauere ich allerdings sehr, ist es doch wieder eine vertane Großchance im deutschen Fußball.
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