Ehemaliger Fußballchef Mutko tritt auch als Cheforganisator der Fußball-WM 2018 zurück

Am Montag reichte er seinen Rücktritt als Chef des russischen Fußballverbands ein, seine Rolle als Cheforganisator der WM wollte er behalten. Nun ist Witalij Mutko aber auch von diesem Posten zurückgetreten.

Witalij Mutko
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Witalij Mutko


Der russische Vizepremier Witalij Mutko tritt als Cheforganisator der Fußball-WM 2018 in Russland zurück. Das teilte Mutko am Mittwoch in Moskau mit, wie die staatliche Agentur R-Sport meldete. Der bisherige Generaldirektor Alexej Sorotkin soll die Leitung des Organisationskomitees übernehmen.

"Ich konzentriere mich auf meine Arbeit in der Regierung", sagte Mutko. Der 59-Jährige gilt als eine der Schlüsselfiguren im russischen Dopingskandal und war deshalb vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) lebenslang gesperrt worden.

Gegen diese Entscheidung hat Mutko beim internationalen Sportgerichtshof CAS Einspruch eingelegt. Am Montag hatte er erklärt, sein Amt als Chef des russischen Fußballverbands vorübergehend ruhen zu lassen. "Damit die WM-Vorbereitungen nicht durch die juristischen Ermittlungen gestört werden, habe ich darum gebeten, meine Pflichten für bis zu sechs Monate auszusetzen", hatte Mutko gesagt.

Die russische Politik weist den Vorwurf systematischen Dopings weiter zurück. Der Weltverband Fifa hatte sich nach der Olympia-Sperre zunächst hinter Mutko gestellt, ist aber in der Frage des Umgangs mit Doping selbst unter Druck geraten.

Mutko ist ein langjähriger sportpolitischer Weggefährte Wladimir Putins. Wie der Kreml-Chef begann er seine Karriere in St. Petersburg. Den Fußballverband führte Mutko bereits von 2005 bis 2009. Im Jahr 2015 ließ er sich erneut an die Spitze wählen.

jat/mmm/dpa

insgesamt 4 Beiträge
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demiurg666 27.12.2017
1.
Das ganze zeigt leider nur das bei internationalen Wettkämpfen der Wahrheitsgehalt der Veranstaltungen in etwa dem beim Wrestling entspricht. Schade für die Leute die gerne Sport schauen.
wokri 27.12.2017
2. Schuldeingeständnis
Als was anderes ist dieser Rücktritt nicht zu deuten!
KingTut 27.12.2017
3. Traurig
ist, dass diese Machenschaften von extern, also außerhalb Russlands, aufgedeckt wurden. In einem funktionierenden Rechtsstaat hätten interne Mechanismen zur Überführung der Delinquenten geführt und sie wären deswegen sportlich und politisch erledigt. Dies auch, um dem Ansehen des eigenen Landes in der Welt nicht zu schaden. Dass er offensichtlich seine Zukunft in der Politik sucht, spricht Bände, zeigt es doch, dass er nach russischen Maßstäben mit keinerlei Konsequenzen zu rechnen hat. Eine Wende zum Besseren, d.h. ein Stopp des organisierten Doping, ist deshalb nicht zu erwarten. Man wird höchstens vorsichtiger als bisher agieren.
cmann 27.12.2017
4. Na und?
Glaubt irgendjemand ernstlich das Mutko dank dieser "Mogelpackung" weniger Einfluss im Russischen Sport hat. Um nicht völlig demaskiert da zu stehen hat man eben diese Entscheidung getroffen und Infantino und Konsorten die Sache bei der WM leichter gemacht. Mit den in den USA der Bestechlichkeit angeklagten und überführten FIFA Funktionären hat das natürlich "überhaupt nichts zu tun" die FIFA kann in Russland die WM 2018 "völlig unbelastet" durchziehen. Wer `s glaubt!!!
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