WM 2006 Beckenbauers Vize büßt Macht ein

Das Organisationskomitee für die WM 2006 wird seinen umstrittenen Vizepräsidenten Fedor Radmann weiter beschäftigen. Der Kompetenzbereich der rechten Hand Franz Beckenbauers ist allerdings stark beschnitten worden.


Franz Beckenbauer, Fedor Radmann (2. u. 3. v.l.): Trostpflaster Kunst und Kultur
DPA

Franz Beckenbauer, Fedor Radmann (2. u. 3. v.l.): Trostpflaster Kunst und Kultur

Frankfurt am Main - Der Aufsichtsrat des Organisationskomitees (OK) für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland sprach dem geschäftsführenden OK-Vizepräsidenten Fedor Radmann am Dienstag das Vertrauen aus. "Der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Mayer-Vorfelder und OK-Präsident Franz Beckenbauer berichteten auftragsgemäß über Gespräche, die sie mit Radmann über die Offenlegung seiner Verträge aus anderen Geschäftsbedingungen geführt haben. Der Aufsichtsrat schloss sich dem Urteil an, dass keine Interessenkonflikte zur Tätigkeit im OK bestehen. Der Aufsichtsrat sprach ihm daraufhin das Vertrauen aus", hieß es in einer Pressemitteilung des OK.

Radmann, 58, war wegen angeblicher Interessenkollisionen mit privaten Geschäften ins Zwielicht geraten. Unter anderem waren Beraterverträge mit KirchMedia und dem WM-Sponsor Adidas sowie Geschäftsverbindungen mit dem Chefdesigner des OK 2006, Andreas Abold, genannt worden. Radmann selbst hatte etwaige Verbindungen stets heftig dementiert.

Nur noch zuständig für Kunst und Kultur


Trotz des Vertrauensbeweises kam Radmann nicht ungeschoren davon. Dem Funktionär, der im OK bislang für die Bereiche Marketing/Sponsoring, Visuelles Erscheinungsbild, Protokoll und Hostessen, Kommunikation, PR und Tourismus (Unterbringung) sowie für Veranstaltungen (Kunst und Kultur) zuständig war, wurden diese Aufgaben aus der Hand genommen. "Eine neue Organisationsform für den Bereich Kunst und Kultur soll geschaffen werden", verklausulierte das OK die Entmachtung Radmanns.



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