WM-Affäre DFB erwägt Schadensersatzforderungen gegen Niersbach

Muss Wolfgang Niersbach für finanzielle Schäden des DFB im Zuge der WM-Affäre haften? Nach SPIEGEL-Informationen prüft der Fußballverband, ob er gegen seinen Ex-Präsidenten vorgeht.
Wolfgang Niersbach

Wolfgang Niersbach

Foto: REUTERS

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) prüft, ob Ex-DFB-Präsident Wolfgang Niersbach für finanzielle Schäden, die dem Verband im Zusammenhang mit der Sommermärchen-Affäre entstanden sind, haftbar gemacht werden kann.

Das berichtet der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe. Wie und in welcher Höhe Schadensersatzforderungen gegen Niersbach geltend gemacht werden sollen, will der DFB "aber erst final nach Abschluss der laufenden Verfahren" entscheiden, wie die DFB-Kommunikationsabteilung auf eine SPIEGEL-Anfrage mitteilte. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Hintergrund dieser Prüfung ist offenbar eine Niederlage, die der DFB Ende August vor dem Frankfurter Arbeitsgericht erlitten hat. In dem Verfahren ging es um die fristlose Kündigung des für Finanzen zuständigen stellvertretenden DFB-Generalsekretärs Stefan Hans im November 2015.

Hans war gefeuert worden, weil er brisante Informationen im Zusammenhang mit der Vergabe der WM 2006 nur an Niersbach und Generalsekretär Helmut Sandrock und nicht an den für Rechtsfragen zuständigen Vizepräsidenten Rainer Koch weitergeleitet hatte.

Das Gericht, das die fristlose Kündigung aufhob, kritisiert in der nun vorliegenden Urteilsbegründung die neue DFB-Führung um Präsident Reinhard Grindel und seinen Vize Koch scharf: Ihre Aufarbeitung der Sommermärchen-Affäre sei scheinheilig, weil der DFB "seinen Präsidenten nicht sanktioniert" habe. Im Klartext: Wer Niersbach davonkommen lässt, darf Hans nicht entlassen.

gla
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