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Vertrauliche Dokumente belasten Netzer und Kirch in Sommermärchen-Affäre »Beachte: Bezahlung der Summe erst nach OK von GN!«

Neue Erkenntnisse untermauern den Verdacht, dass die WM 2006 gekauft war – und der DFB eingeweiht. Offenbar gab es einen schmutzigen Deal, der bis ins vergangene Jahr hielt.
aus DER SPIEGEL 51/2020
Altstar Netzer

Altstar Netzer


Foto: Henning Kretschmer / DER SPIEGEL

Bislang unbekannte Dokumente aus der Schweiz erhärten den Verdacht, dass die WM 2006 gekauft war. Die vom SPIEGEL und der »Süddeutschen Zeitung« gemeinsam ausgewerteten Papiere deuten auf einen Deal zwischen dem Sportvermarkter CWL und dem DFB: Die unter dem Einfluss des Kirch-Konzerns stehende CWL nutzte allem Anschein nach Spiele der deutschen Nationalmannschaft und andere Sportevents, um Bestechungsgelder als legale Ausgaben getarnt an korrupte Fifa-Funktionäre zu schleusen, die über die WM-Vergabe mitentschieden.

Der DFB zeigte sich offenbar erkenntlich, indem er dem Kirch-Konzern – unter anderem – bei Benefizspielen der Nationalelf überhöhte Provisionen gewährte.

Eines der Papiere, die den Korruptionsverdacht untermauern, datiert vom März 2000, vier Monate vor der Abstimmung über die WM-Vergabe. CWL-Chef Oscar Frei sicherte dem DFB-Marketingdirektor Wilfried Straub »persönlich/vertraulich« zu, die Bandenwerberechte für »Fußball Länderspiele gegen Thailand und Süd-Korea«, zu erwerben. Der Preis, den die CWL den Verbänden der Fifa-Wahlmänner Worawi Makudi (Thailand) und Chung Mong Joon (Südkorea) für die Werbeflächen in den Stadien zahlte, war extrem hoch: Zwei Millionen Dollar pro Spiel, weit mehr als marktüblich – für Spiele, die erst im Dezember 2004 ausgetragen wurden.

Die Frage, warum die CWL den DFB im Geheimen über ein Geschäft informierte, das den Verband nicht betraf, ließ der DFB ebenso unbeantwortet wie der damalige CWL-Manager Günter Netzer. Auch Chung und Makudi antworteten nicht auf Fragen.

Lesen Sie hier die ganze Geschichte:

Malta, Mutterland des Eishockeys: Kinder, die im Winter auf zugefrorenen Seen hinter dem Puck herjagen. Eine Nationalmannschaft, die Kanada und Russland an die Wand spielt. Vermarkter von Weltruf, die wissen, wie man Eishockey zur Geldmaschine macht. Malta eben. Malta?

Der Faktencheck ergibt leider, dass die letzte Schneeflocke auf Malta nach offiziellen Angaben 1962 gesichtet wurde und sich die Nationalmannschaft 2005 aufgelöst hat. Bleiben noch die angeblichen Top-Vermarkter; und da muss man nun etwas genauer hinschauen. Denn es ist ein bizarres Stück Papier aufgetaucht, aus dem Jahr 1998, eine Rechnung von Joseph Mifsud, Präsident des maltesischen Fußballverbands, über eine Million Schweizer Franken. Angeblich für Eishockey.

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