WM 2010 in Südafrika Mandelas letzte Mission

Nach dem Zuschlag für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 tanzt ganz Südafrika. Es sind die die größten Straßenfeste seit den ersten demokratischen Wahlen vor zehn Jahren.

Johannesburg - Im ganzen Land strömten die Menschen nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses im Weltfußballverband Fifa jubelnd zusammen. Präsident Thabo Mbeki rief: "Lasst uns alle rausgehen und feiern." Damit begannen die größten Straßenfeste in Südafrika seit den ersten ersten demokratischen Wahlen vor zehn Jahren.

In Zürich feierte der frühere Präsident Nelson Mandela den von Fifa-Präsident Joseph Blatter bekanntgegebenen Abstimmungstriumph über Marokko. "Ich fühle mich wie ein junger Mann von 15 Jahren", sagte der 85-jährige lachend und reckte den goldenen Weltmeisterschaftspokal in die Höhe. Auch Erzbischof Desmond Tutu und Mandela-Vorgänger F.W. de Klerk waren zur Unterstützung ihres Landes nach Zürich gereist. Die Organisation der Fußball-WM-Bewerbung soll Mandelas letzte große öffentliche Kampagne gewesen sein.

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WM 2010: Südafrika jubelt über den Fifa-Zuschlag

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Südafrika setzte sich bei der Abstimmung am Samstag in Zürich klar gegen seine verbliebenen Konkurrenten Marokko und Ägypten durch. Blatter sagte: "Wir können alle Afrika applaudieren", sagte er. "Der Gewinner ist der Fußball, der Gewinner ist Afrika."

Am Kap der Guten Hoffnung kannte die Freude nach Verkündung des Ergebnisses keine Grenzen. Präsident Thabo Mbeki, der die Bewerbung seines Landes noch am Freitag in Zürich vorgestellt hatte, ließ sich von seinen Landsleuten in der Hauptstadt Pretoria zu einem Freudentanz verleiten. Zehn Jahre nach dem Ende der Apartheid wird die Ausrichtung der Fußball-WM als Krönung auf dem Weg vom geächteten zum international angesehenen Staat bejubelt.

Die Abstimmung aus Zürich wurde auf Großbildleinwänden im ganzen Land gezeigt, vor denen sich Tausende Menschen versammelt hatten. In Fußballstadien, an Straßenkreuzungen und anderen Versammlungsorten knallten Korken.

Südafrika war bei der Vergabe der Fußball-WM 2006 mit einer Stimme Deutschland unterlegen. Franz Beckenbauer vom deutschen Organisationskomitee gratulierte: "Südafrika wird ein sehr guter Gastgeber sein", sagte er. "Schon 2000, als wir uns nur sehr knapp gegen Südafrika hatten durchsetzen können, zeigte die Bewerbung, dass wir uns auf eine sehr herzliche und fröhliche Weltmeisterschaft freuen können." Bundeskanzler Gerhard Schröder gratulierte Mbeki in einem Glückwunschschreiben.

Nach der Vergabe der WM 2006 an Deutschland hatte die Fifa entschieden, dass der Titelkampf 2010 auf jeden Fall in Afrika stattfinden wird. Am Freitag hatte Tunesien seine Bewerbung zurückgezogen, Libyen wurde von der Fifa am Samstag in letzter Minute disqualifiziert. Mit 14 zu 10 Stimmen setzte sich Südafrika schließlich gegen Marokko durch, Ägypten bekam keine einzige Stimme.

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