WM 2010 Mord an Fußballer verstärkt Sicherheitsbedenken in Südafrika

Der Mord an dem früheren österreichischen Fußballer Peter Burgstaller überschattete die WM-Auslosungs-Zeremonie in Südafrika. Die deutsche Delegation will jetzt das Thema Sicherheit vor der Endrunde 2010 in den Vordergrund rücken.

Hamburg - Die Medien in Österreich reagierten schockiert auf den Tod Burgstallers: "Ex-Kicker erschossen. Ein brutaler Raubmord überschattete die WM-Auslosung in Südafrika", schreibt die "Tageszeitung Österreich". Auch Deutschlands Bundestrainer Joachim Löw zeigte sich erschüttert: "Mit der Auslosung sind wir nicht unzufrieden, aber der Mord an Peter Burgstaller ist sehr bedrückend. Kriminalität gibt es überall, dennoch werden wir das Thema Sicherheit vor der WM 2010 ganz bewusst in den Vordergrund rücken", sagte Löw dem sid.

Burgstaller, der als Torwart für Salzburg in der österreichischen Bundesliga spielte, war am Freitagabend auf einem Golfplatz erschossen worden. "Man weiß, dass es in Südafrika enorme Armut und Kriminalität gibt. Darauf müssen wir vorbereitet sein", so Löw weiter.

Deshalb will der 47-Jährige gemeinsam mit Oliver Bierhoff noch mehrmals nach Südafrika reisen, um gut vorbereitet in die erste WM auf dem afrikanischen Kontinent zu gehen. Bierhoff selbst war am Wochenende im Hotel bestohlen worden.

Für den Teammanager kommt daher in der Vorbereitung auf die Endrunde 2010 eine Menge Arbeit zu. Die schwer einzuschätzende Sicherheitslage in Südafrika ist für die deutsche Nationalmannschaft ein wichtiger Punkt: "Das wird auch für die Spieler ein Thema sein, weil sie sich nicht so frei bewegen können, wie sie es gewohnt sind, und man schauen muss, dass kein Lagerkoller aufkommt. Da muss man sich mit Sicherheit etwas einfallen lassen und die ein oder andere Idee entwickeln", sagte Bierhoff.

Der 39-Jährige zeigte sich enttäuscht, dass die Kriminalität im Land des WM-Gastgebers die geglückte Auslosungs-Zeremonie in den Hintergrund gedrängt hatte. "Ich hoffe, dass es bei den weiteren Veranstaltungen ruhig bleibt. Schade, dass so ein Ereignis so überschattet wird", so Bierhoff.

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach warnte dagegen, Südafrika als Gangster-Paradies abzuschreiben. "Wir sollten uns hüten vor solchen Einschätzungen. 1978 bei Argentinien und 1986 bei Mexiko gab es auch sehr viel Skepsis und letztlich war gerade Mexiko ein großartiger Gastgeber."

"Afrika hat die WM verdient"

Auch Löw ist davon überzeugt, dass es eine gute Idee war, den Südafrikanern trotz großer Probleme mit der Infrastruktur, dem Stadion und der hohen Kriminalität die WM zuzusprechen. "Afrika hat es als Kontinent einfach verdient, Ausrichter einer WM zu sein. Ich bin mir sicher, sie werden alles dafür tun, dass die WM friedlich über die Bühne geht", so Löw.

Das deutsche Team wird es auf dem Weg zur Endrunde 2010 in der Qualifikationsgruppe 4 mit Russland, Finnland, Wales, Aserbaidschan und Liechtenstein zu tun bekommen. "Bei unserer jetzigen Position müssen wir das Selbstverständnis haben, diese Gruppe zu gewinnen", sagte Bierhoff.

hut/sid/dpa

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