WM-Überraschung Algerien ist Deutschlands Gegner im Achtelfinale

Historischer Erfolg für Algerien: Zum ersten Mal überhaupt gelang den Afrikanern bei einer WM der Einzug ins Achtelfinale. Ein Unentschieden gegen Russland genügte zum Weiterkommen. Nun wartet Deutschland.

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Hamburg - Algerien hat durch ein 1:1 (0:1)-Unentschieden gegen Russland den Einzug ins Achtelfinale geschafft. Islam Slimani sorgte mit seinem Ausgleichsreffer in der 60. Minute für den größten Erfolg in der Geschichte des algerischen Fußballs: Nie zuvor waren die "Wüstenfüchse" bei einer WM über die Vorrunde hinausgekommen. Alexander Kokorin hatte für Russland getroffen (6. Minute). Algerien trifft als Gruppenzweiter hinter Belgien am Montag auf Deutschland.

"Wir haben Geschichte geschrieben", sagte Algeriens Superstar Sofiane Fegouli nach der Partie. Mittelfeldspieler Nabil Bentaleb blickte bereits auf das Duell mit Deutschland: "Das wird hart. Deutschland ist sehr gut, sehr kompakt. Aber wir wollen gewinnen." Russlands Trainer Fabio Capello machte den Schiedsrichter für die Niederlage verantwortlich: "Ich rede nicht gerne über die Schiedsrichter, aber es wurde wieder ein Elfmeter nicht gegeben. Ich verstehe es nicht. Warum sind alle Schiedsrichter gegen uns?"

Die Partie gegen Russland hat gezeigt: Auf die deutsche Mannschaft wartet ein Gegner, der gut organisiert ist, in der Offensive aber Probleme hat. Früh kassierte die Mannschaft von Trainer Vahid Halilhodzic das 0:1. Dimitri Kombarow kam von der linken Seite zum Flanken, im Strafraum stand Kokorin völlig frei, die algerischen Innenverteidiger schienen sich uneinig, wer den Stürmer decken sollte.

Der Treffer fiel, während Algerien in Unterzahl spielte. Feghouli war bei einem Kopfballduell mit seinem Teamkollegen Carl Medjani kollidiert, der Starspieler der Algerier musste daraufhin mit einer Platzwunde am Kopf behandelt werden.

Russland vergibt die Chance zur Vorentscheidung

Algeriens Versuche, den Rückstand aufzuholen, blieben lange harmlos. Zu oft wählten der auffällige Feghouli und seine Mitspieler den Weg durchs Zentrum; die russische Abwehr ließ kaum Abschlüsse zu. Nur nach Standards kam Gefahr auf, Slimani (43.) und Essaïd Belkalem (45.) blieben mit ihren Kopfbällen aber zu ungenau. Ansonsten verzettelte sich Algerien oft in komplizierten Spielzügen.

Russland lauerte auf Konter, mehr als ein Schuss von Oleg Schatow, der knapp am Tor vorbeistrich, und ein Abschluss von Alexei Koslow (45.) sprangen nicht heraus. Allerdings hatte die Mannschaft von Trainer Fabio Capello Glück, als Schiedsrichter Cüneyt Cakir übersah, wie Alexei Koslow im Strafraum Slimani festhielt - es hätte Elfmeter geben müssen.

Nach der Pause vergab Alexander Samedow die große Chance auf das 2:0, als er aus kurzer Distanz am algerischen Torwart Rais M'Bolhi scheiterte (47.). Das Auslassen der Möglichkeit sollte sich rächen.

Yacine Brahimi fand mit einem Freistoß Slimani, der deshalb zum Kopfball kam, weil Russlands Torwart Igor Akinfejew daneben griff - es war bereits der zweite gravierende Patzer des Keepers bei der WM. Nach dem Ausgleich erhöhte Russland den Druck, Algerien verschanzte sich in der Schlussphase zu zehnt am eigenen Strafraum. Selten gelangten die Russen durch die gegnerische Defensive; die beste von wenigen Gelegenheiten vergab Alexander Kerschakow aus rund 15 Metern (70.).

Algerien - Russland 1:1 (0:1)
0:1 Kokorin (6. Minute)
1:1 Slimani (60.)
Algerien: M'Bolhi - Mandi, Belkalem, Halliche, Mesbah - Medjani, Bentaleb - Feghouli, Brahimi (71. Yebda), Djabou (77. Ghilas) - Slimani (90. Soudani)
Russland: Akinfejew - Koslow, Beresuzki, Ignaschewitsch, Kombarow - Gluschakow (46. Denissow), Faisulin - Samedow, Kokorin, Schatow (67. Dsagojew) - Kerschakow (81. Kanunnikow)
Schiedsrichter: Cakir (Türkei)
Zuschauer: 39.311
Gelbe Karten: Cadamuro, Ghilas, Mesbah / Kombarow, Koslow
Schüsse: 8:9
Ballbesitz: 44:56 %

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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
Streifenkarl 27.06.2014
1.
juhu, noch ein Gegner, den wir mit Jogis Taktikgemurkse schlagen können. 1:0 nach einer Ecke. Danke Jogi, für die vielen, schnellen und sagenhaft schönen Angriffe und Torchancen der Deutschen.
Freidenker10 27.06.2014
2. optional
Glückwunsch Algerien! Da sieht man wieder was mit Herzblut zu erreichen ist! Die Russen waren sehr schwach! Gut das sie die nächste WM gekauft haben, dann gibts sicherlich auch mehr pro-russische Schiedsrichter Entscheidungen! Aber wieso aus einem so großen Land so wenig gute Spieler rauskommen bleibt ein Rätsel!
Nr. 45846488 27.06.2014
3. Capello - schlechter Verlierer
Der Schiedsrichter pfeift den Elfmeter für Algerien nicht und pfeift einen Vorteil für Algerien in sehr guter Position ab. Trotzdem ist der Schiedsrichter angeblich gegen Russland gewesen. Der russische Verband sollte lieber acht Millionen jährlich mehr für Jugendarbeit investieren. Wenigstens müssen sich die Russen nicht für die nächste WM qualifizieren.
axelkli 27.06.2014
4. Klasse
Freut mich für Algerien. Schön, daß die Russen schon nachhause fahren dürfen. Länder, die mitten in Europa wieder einen Krieg anzetteln, haben bei der WM nichts verloren.
Michael200669 27.06.2014
5.
Zitat von sysopGetty ImagesHistorischer Erfolg für Algerien: Zum ersten Mal überhaupt gelang den Afrikanern bei einer WM der Einzug ins Achtelfinale. Ein Unentschieden gegen Russland genügte zum Weiterkommen. Nun wartet Deutschland. http://www.spiegel.de/sport/fussball/wm-2014-algerien-besiegt-russland-nun-achtelfinale-gegen-deutschland-a-977761.html
Und Deutschland hat noch nie gegen Algerien gewonnen. Mal schauen ob es diesmal anders läuft.
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