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17. Juni 2014, 22:50 Uhr

Nur 0:0 im zweiten WM-Spiel

Brasilien verzweifelt an starken Mexikanern

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Erster Rückschlag für den WM-Gastgeber: Gegen Mexiko enttäuscht Brasilien und kommt nur zu einem Remis. Der Außenseiter verlangt Neymar und Co. alles ab - eine überragende Leistung zeigt Torwart Guillermo Ochoa.

Hamburg - Luiz Felipe Scolari beackerte seine Coaching-Zone unermüdlich. Fast über die gesamte Spieldauer rief Brasiliens Trainer Anweisungen an seine Spieler, beschwerte sich über Fouls beim Schiedsrichter oder gestikulierte in Richtung Bank. Doch all das half nichts, seine Spieler zeigten eine schwache Leistung. Der Gastgeber und Favorit musste sich im zweiten WM-Spiel mit einem 0:0 gegen Mexiko begnügen.

"Es war ein gerechtes Ergebnis, das den Spielverlauf widerspiegelt, aber für uns war es kein gutes Resultat", sagte Scolari. Mexikos Coach Miguel Herrera war hingegen zufrieden: "Wir haben uns den Punkt redlich verdient. Ich hätte mir gewünscht, dass wir vielleicht noch etwas offensiver gespielt hätten." Beide Teams haben nun vier Punkte und damit derzeit beste Chancen auf das Achtelfinale.

Herreras Team zeigte nach acht Sekunden, was die "Seleção" in Fortaleza erwarten würde: Hulk-Ersatz Ramires wurde gefoult. Überhaupt spielte Mexiko sehr aggressiv, aber nicht überhart. Wie im Auftaktspiel gegen Kroatien (3:1) taten sich die Brasilianer damit schwer, ließen sich zunächst auch einschüchtern.

Dann aber nahmen die Gastgeber die Spielweise des Gegners an, es entwickelten sich reihenweise intensiv geführte Zweikämpfe. Statt fußballerischem Glanz gab es Kampf - und das kam Mexiko entgegen. Brasiliens wenige Angriffe in der ersten Hälfte endeten oft mit einer Abseitsstellung von Fred.

Zwei Großchancen gab es dennoch: Die erste hatte Neymar, doch seinen wuchtigen Kopfball parierte Mexikos Torwart Guillermo Ochoa stark (26. Minute). Kurz vor der Pause war es erneut der 28-Jährige, der eine brasilianische Führung verhinderte: Nach einem Freistoß von Dani Alves legte Thiago Silva auf Paulinho ab, der den herauseilenden Ochoa nur anschoss.

Brasilien nach der Pause ohne Struktur

Mexiko stellte sich jedoch nicht nur hinten rein, die Nordamerikaner waren in der Offensive bemüht, oft aber etwas übermotiviert. So reichte es für Brasiliens Angstgegner - acht Siege in den vergangenen 15 Duellen - vor der Pause nur zu zwei Möglichkeiten aus der Distanz: Héctor Herrera schoss knapp über das Tor (24.), José Juan Vázquez rechts daneben (41.).

An diesem Bild änderte sich nach dem Seitenwechsel zunächst nichts. Brasilien kam nicht an der Defensive der Gäste vorbei; Mexiko probierte es vorzugsweise aus der Ferne. Und der Außenseiter wurde stärker, erneut Herrera jagte den Ball von der Strafraumgrenze nur knapp über das brasilianische Tor (57.). Dem WM-Gastgeber fehlte es in dieser Phase an Struktur im Angriff.

Einzig Neymar strahlte Torgefahr aus. Zunächst flog in der 62. Minute ein Freistoß des Barcelona-Stars am linken Pfosten vorbei, dann war erneut Ochoa zur Stelle (68.). Nur kurzzeitig schienen die Brasilianer danach so etwas wie eine Schlussoffensive starten zu können, schnell war die Zielstrebigkeit in den Aktionen jedoch wieder verflogen. Die letzte Chance für Brasilien auf den Sieg vergab Thiago Silva, in der 86. Minute köpfte er Mexikos Keeper Ochoa an. Der Torwart sagte nach der Partie: "Ich danke Gott für dieses Spiel."

Am Ende mussten Scolari und sein Team sogar noch um den Punkt zittern. Die Mexikaner versuchten es in der Nachspielzeit noch einmal aus der Distanz, erst schoss Andrés Guardado drüber, dann hielt Brasiliens Keeper Júlio César einen Versuch von Raúl Jiménez fest.

Brasilien - Mexiko 0:0
Brasilien: Júlio César - Alves, Thiago Silva, David Luiz, Marcelo - Paulinho, Luiz Gustavo - Oscar (84. Willian), Neymar, Ramires (46. Bernard) - Fred (68. Jô)
Mexiko: Ochoa - Aguilar, Rodríguez, Márquez, Moreno, Layún - Herrera (76. Fabián), Vázquez, Guardado - dos Santos (84. Jiménez), Peralta (74. Hernández)
Schiedsrichter: Cüneyt Cakir (Türkei)
Zuschauer (in Fortaleza): 60.000 (ausverkauft)
Gelbe Karte: Ramires, Thiago Silva - Aguilar, Vázquez

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