Sieg gegen Elfenbeinküste Griechenland steht sensationell im Achtelfinale

Die WM hat ihre nächste Überraschung: Griechenland zieht nach einem 2:1 gegen die Elfenbeinküste ins Achtelfinale ein. Dort trifft das Team auf Costa Rica. Für die Entscheidung sorgte ein Elfmeter in der Nachspielzeit.

AFP

SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Griechenland hat es trotz einer schwachen Leistung in den ersten beiden WM-Spielen ins Achtelfinale geschafft. Dank eines Elfmeters in letzter Minute siegten die Europäer im letzten Gruppenspiel 2:1 gegen die Elfenbeinküste. Am Sonntag treffen die Griechen nun auf das Überraschungsteam Costa Rica (22 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Die Tore für Griechenland schossen Andreas Samaris (42. Minute) und Georgios Samaras (90.+3), den zwischenzeitlichen Ausgleich für die Elfenbeinküste erzielte Wilfried Bony (74.).

In der ersten Halbzeit sah es zunächst nicht so aus, als könnte hier eine der Mannschaften ein Tor schießen. Griechenland hatte zwar mehr Ballbesitz, kam aber nicht gefährlich vor das Tor der Elfenbeinküste. Zudem mussten bereits in den ersten 25 Minuten zwei Spieler verletzt ausgewechselt werden, darunter der Torhüter Orestis Karnezis.

Die Elfenbeinküste spielte sehr vorsichtig. Verständlich: Immerhin hätte den Ivorern ein Unentschieden zum Weiterkommen gereicht. Und trotzdem hatten die Afrikaner in der 23. Minute die bis dahin beste Chance des Spiels. Yaya Touré und Didier Drogba liefen frei auf das Tor der Griechen zu, doch Touré spielte zu spät und zu unpräzise ab und die Chance verpuffte.

Nach einer halben Stunde steigerten sich die Griechen und starteten eine Schlussoffensive, von der die Elfenbeinküste ernsthaft überrascht schien. Zunächst traf José Holebas nach einem Konter die Latte, dann prüfte Georgios Karagounis den Torhüter Boubacar Barry mit einem Freistoß aus 20 Metern. In der 42. Minute war es dann so weit: Cheik Tioté verlor den Ball im Spielaufbau und der eingewechselte Andreas Samaris erzielte nach einem Doppelpass mit Samaras das 1:0.

Ivorer treffen nach starker Kombination

Mit diesem Ergebnis wäre die Elfenbeinküste ausgeschieden. Das Team von Drogba wehrte sich in der zweiten Halbzeit mit wütenden Angriffen gegen die Niederlage. Doch gefährlich war das zunächst nicht: Einen Fernschuss von Tioté fing der griechische Keeper Panagiotis Glykos locker (49.), fünf Minuten später klärte Abwehrspieler Kosta Manolas vor Drogba.

Im Gegenzug kamen die Griechen immer wieder zu Konterchancen. Zwar spielten sie diese meist nicht clever zu Ende, dennoch waren sie torgefährlicher als die Ivorer. Zwanzig Minuten vor dem Ende dann der zweite Lattentreffer, dieses Mal war es Karagounis, dessen Schuss ans Aluminium knallte.

Doch es sollte sich rächen, dass die Griechen ihre Konterchancen nicht nutzten. Mit der ersten starken Kombination erzielte die Elfenbeinküste den Ausgleich: Nach einem schönen Steilpass tauchte Gervinho frei vor Glykos auf, doch statt abzuschließen passte er clever zum mitgelaufenen Bony, der den Ball ohne Probleme über die Linie schob (74.).

"Wir sind eine Einheit, so wie 2004"

In der Schlussviertelstunde probierte Griechenland dann noch mal alles, zunächst ohne Erfolg. Doch in der Nachspielzeit dann die spielentscheidende Aktion. Der eingewechselte Giovannis Sio traf Samaras etwas ungeschickt an der Hacke - und der Schiedsrichter Carlos Vera aus Ecuador entschied auf Elfmeter. Samaras trat selbst an und verwandelte den Ball sicher im rechten Eck.

"Heute haben wir unserem Volk eine große Freude geschenkt", sagte Samaras nach dem Spiel. "Darauf bin ich sehr stolz. Wir sind eine Einheit, in guten wie in schlechten Zeiten. So wie wir es auch 2004 waren." Damals wurde Griechenland Europameister.

Der Trainer der Elfenbeinküste gab seinen Abschied bekannt: "Meine Geschichte mit der Elfenbeinküste wird heute leider enden. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Land zu repräsentieren", sagte Sabri Lamouchi: "Ich trete nicht zurück, mein Vertrag endet. Wenn du weder den Afrika-Cup gewinnst noch die WM, dann ist das logisch."

Griechenland - Elfenbeinküste 2:1 (1:0)
1:0 Samaris (42.)
1:1 Bony (74.)
2:1 Samaras (90.+3, Foulelfmeter)
Griechenland: Karnezis (24. Glykos) - Torosidis, Manolas, Sokratis, Holebas - Karagounis (78. Gekas), Maniatis - Salpingidis, Kone (12. Samaris), Christodoulopoulos - Samaras
Elfenbeinküste: Barry - Aurier, Bamba, Kolo Touré, Boka - Serey Die, Tioté (61. Bony) - Gervinho (83. Sio), Yaya Toure, Kalou - Drogba (78. Diomandé)
Schiedsrichter: Carlos Vera (Ecuador)
Zuschauer: 59.095
Gelbe Karten: Drogba, Kalou, Serey Die

cte



insgesamt 17 Beiträge
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Seite 1
otelago 25.06.2014
1. Seltsamer Elfmeter
In allen Kameras sehe ich Samaras in den Boden treten und danach fallen und keinen Kontakt des Gegenspielers aber alle Kommentatoren finden die Entscheidung richtig.
Polemarchos 25.06.2014
2. Verdienter Sieg
Griechenland hat gut gespielt und verdient gewonnen. Mehr Chancen, gutes Pressing, das 1:1 kam aus dem nix, so dass Zeus etwas nachhelfen musste. Pame Elladara!
PriseSalz 25.06.2014
3. ¡Bienvendios, Griegos!
Willkommen, Griechen, am Sonntag. Wir werden mit einem Ouzo anstoßen :-)
totalmayhem 25.06.2014
4.
Unverschaemtheit von der FIFA, ein solches Spiel von einem suedamerikanischen Schiedsrichter pfeifen zu lassen. Einfach skandaloes, das! Viel bemerkenswerter finde ich allerdings, dass Griechenland es doch fertigbringt, ein Spiel mit elf Mann zu beenden. ;)
Takida 25.06.2014
5. Hass auf Griechen
Mich regt auf, dass vorallem von deutscher Seite der Sieg den Griechen nicht gegönnt wird. Die Mannschaft war klar überlegen. 2 mal Latte einmal Pfosten. Was kam von der Elfenbeinküste. 2 Torschüsse ein Tor. Wie kann man hier wie viele es in meinem Umfeld tuhn von einem unverdienten Sieg sprechen. Das regt mich echt auf das man Politik und Sport nicht auseinander halten kann in diesem Land seitdem Boulevardzeitungen der Bevölkerung eingegtrichtert haben die Griechen wären Faul etc. Ich als Grieche gönne es genauso Deutschland wenn Sie bis ins Finale kommen da würde ich mich das von deutscher Seite genauso wünschen.
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