WM-Gruppe A Mexiko besiegt schwache Kameruner

Drei Tore geschossen, nur eins zählte - aber das reichte: Mexiko hat sein erstes Gruppenspiel gegen Kamerun gewonnen. Dem Favoriten wurden zwei Treffer aberkannt, was die Diskussion um die Schiedsrichterleistungen bei dieser WM weiter befeuern wird.

AP/dpa

Hamburg - Gerade zwei Spiele sind bei dieser Fußball-WM gespielt, und schon ist klar: Nicht Tore, Tricks und Abwehrfehler bestimmen die öffentliche Debatte, sondern die Schiedsrichter. Nachdem schon im Eröffnungsspiel der japanische Unparteiische Yuichi Nishimura mit einer falschen Elfmeterentscheidung für Aufsehen gesorgt hatte, stand beim 1:0 (0:0) in der zweiten Partie der Gruppe A zwischen Mexiko und Kamerun das Gespann um den Kolumbianer Wilmar Roldán im Mittelpunkt.

  • 11. Minute: Der Ball liegt zum ersten Mal im Netz Kameruns, Mexikos Giovani dos Santos hat ihn nach Flanke von Hector Herrera völlig freistehend ins Tor befördert. Doch der Treffer zählt nicht, Roldán entscheidet auf Abseits. Zu Unrecht.

  • 29. Minute: Wieder trifft Mexiko, wieder trifft dos Santos, diesmal per Kopf nach einer Ecke. Und wieder wird die Aktion von Schiedsrichter Roldán abgepfiffen, der angebliche Grund diesmal erneut Abseits. Und wieder liegt der Unparteiische falsch. Auch ein Foulspiel war nicht zu erkennen.

Zwei Tore, die eigentlich hätten zählen müssen, dazu weitere torgefährliche Situationen nach Kontern: Mexiko dominierte die erste Halbzeit gegen Kamerun, die von Volker Finke trainierten Afrikaner konnten ihrerseits nicht viel entgegensetzen. Zwar traf Eric-Maxim Choupo-Moting in der 16. Minute ebenfalls ins Tor, doch der (diesmal zu Recht) aberkannte Treffer blieb neben einer Chance von Kapitän Samuel Eto'o die einzige Möglichkeit.

Eto'o schwach

Das Bild änderte sich auch in der zweiten Halbzeit nicht. Zwar verfehlte Kameruns Linksverteidiger Benoit Assou-Ekotto mit einem abgefälschten Freistoß nur knapp das Tor Mexikos, aber die Mittelamerikaner blieben das gefährlichere Team - und wurden in der 61. Minute endlich belohnt. Wieder war dos Santos beteiligt, seinen Schuss konnte Torwart Charles Itandje zunächst parieren, den Nachschuss verwandelte Oribe Peralta jedoch trocken mit links.

Kamerun leistete sich über die gesamte Spielzeit überraschend viele Ballverluste. Im strömenden Regen von Natal agierte das Team in der Offensive planlos und versuchte sein Glück fast ausschließlich mit hohen Flankenbällen, die aber nie bei ihrem Adressaten Eto'o ankamen. Der Chelsea-Profi zeigte insgesamt eine ebenso schwache Leistung wie der Mainzer Choupo-Moting. "Wir haben nicht gut begonnen. Dann wurde es besser und wir hatten auch unsere Chancen. Ich muss sagen, dass es sehr schade ist, sehr schade", sagte Trainer Finke.

Mexiko dagegen wirkte immer gefährlich, besonders nach Balleroberung, und gewann am Ende verdient, auch wenn das Team in der Schlussphase bei zwei Aktionen von Kameruns Benjamin Moukandjo beinahe doch noch den Ausgleich kassiert hätte.

Mexiko - Kamerun 1:0 (0:0)
1:0 Peralta (61.)
Mexiko: Ochoa - Aguilar, Maza, Marquez, Moreno, Layun - Vazquez - Herrera (90.+2 Salcido), Guardado (69. Fabian) - Dos Santos, Peralta(73. Hernandez)
Kamerun: Itandje - Djeugoue (46. Nounkeu), Nkoulou, Chedjou, Assou-Ekotto - Song (79. Webo) - Mbia, Enoh - Moukandjo, Eto'o, Choupo-Moting.
Schiedsrichter: Wilmar Roldan (Kolumbien)
Zuschauer: 39.216
Gelbe Karten: Moreno - Nounkeu
Torschüsse: 9:12
Ecken: 2:5
Ballbesitz (in Prozent): 59:41

goe

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.