Schwedens Erfolg gegen Südkorea Leider stark

Deutschlands nächster Gegner ist mit einem Sieg in die WM gestartet. Vor allem defensiv zeigte Schweden gegen Südkorea eine überzeugende Leistung. Das sind schlechte Nachrichten für die DFB-Elf.
Schwedische Nationalspieler

Schwedische Nationalspieler

Foto: MARTIN BERNETTI/ AFP

Es hatte schon seine Richtigkeit, dass Andreas Granqvist nach dem 1:0-Erfolg seiner Schweden gegen Südkorea zum Mann des Spiels gewählt wurde.

Denn erstens war es der 33 Jahre alte Kapitän, der nach etwas mehr als einer Stunde das entscheidende Tor geschossen hatte, per Elfmeter nach Videobeweis. Und zweitens ist Granqvist, ein Mann wie ein Baum, der Abwehrchef seines Teams. Und der Schlüssel zu Schwedens Sieg in einer trägen Veranstaltung in Nischni Nowgorod war eben die Defensive.

Deutschland gegen Schweden unter Druck

Das wird auch Joachim Löw registriert haben, der Trainer von Weltmeister Deutschland. Nach der Niederlage zum Start gegen Mexiko steht die DFB-Elf am Samstag in Sotschi gegen Schweden schon unter Druck und sollte dringend gewinnen. Ganz einfach dürfte das nicht werden.

Beim ersten Turnier nach dem Abtritt von Zlatan Ibrahimovic, einem der größten Entertainer der Fußballgeschichte, liegt der Fokus der Schweden bei der WM in Russland auf der Zusammenarbeit als Mannschaft. Im Angriff hat das Kollektiv noch Luft nach oben. Neben dem Elfmeter hatten die Schweden gegen Südkorea nur wenige Großchancen. Die beste vergab der ehemalige Hamburger Marcus Berg in der ersten Halbzeit aus kürzester Distanz.

In der Verteidigung klappte das Teamwork dagegen ziemlich gut. Die Mitglieder der schwedischen Delegation waren sich einig, dass die Kompaktheit ihre große Stärke gewesen sei im Spiel gegen Südkorea. "Wir arbeiten alle füreinander. Wir lassen dem Gegner wenig Raum und kassieren wenig Tore. Das ist ein Fakt", stellte Mittelfeldspieler Albin Ekdal vom Hamburger SV fest. "Die Defensive ist für uns das Hauptthema", befand auch Emil Forsberg aus Leipzig.

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Er gilt als aufregendste Personalie im schwedischen Kader. Gegen Südkorea konnte er in seiner Kerndisziplin als Spielmacher allerdings nicht glänzen. Er wurde eng gedeckt und kassierte das eine oder andere Foul. Trotzdem war er zufrieden mit seinem Auftritt. "Ich habe mehr im Tank. Aber ich bin stolz auf meine Leistung in der Defensive. Ich habe viel geholfen. Das war heute die Hauptsache", sagte er.

Die Null steht

Natürlich, man muss in das Lob auf die schwedische Abwehrarbeit ein paar Relativierungen einflechten. Südkorea gehört zu den schwächeren Mannschaften in diesem Turnier. Außer dem schnellen Son Heung Min von Tottenham Hotspur hat das Team nicht viel zu bieten. Trotzdem wäre dem Augsburger Koo Ja Cheol kurz nach der Pause beinahe das Führungstor geglückt, und das auch noch per Kopf. Doch das war auch schon Südkoreas einzige Gelegenheit.

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Die Schweden spielten wieder einmal zu null, wie schon in den erfolgreichen WM-Playoffs gegen Italien (1:0 und 0:0) und in der Vorbereitung gegen Dänemark und Peru. Beide Partien endeten torlos. Es war den Schweden nach dem Sieg gegen Südkorea eine gewisse Erleichterung anzumerken, dass es endlich auch mit einem eigenen Treffer geklappt hatte. "Wir haben gespürt, dass wir gut kicken und auch gewinnen können. Das tut uns gut", sagte Forsberg.

Problembereiter in der Abwehr

Es stehen ein paar Spieler im schwedischen Aufgebot, die der deutschen Mannschaft Probleme machen könnten. Da ist Kapitän Granqvist, der hinten ein kompromissloser Abräumer und bei eigenen Ecken dank seiner wuchtigen Statur eine echte Bedrohung im gegnerischen Strafraum ist. Gleiches gilt auch für seinen Nebenmann Pontus Jansson. Er dürfte seinen Platz gegen Deutschland allerdings an Victor Lindelöf von Manchester United verlieren, der gegen Südkorea wegen Unwohlseins fehlte.

Auch in der Offensive haben die Schweden neben Forsberg weitere interessante Profis. Gegen Südkorea zeigte der 26 Jahre alte Viktor Claesson vom FC Krasnodar, warum ihm unter anderem der "Guardian" zutraut, Schwedens Überraschung bei dieser WM zu werden. Im Angriff schaffte der massive Ola Toivonen viele Räume. Und sein Nebenmann Berg war in der WM-Qualifikation Schwedens bester Schütze. Er dürfte die Partie gegen Deutschland wegen seiner Hamburger Vergangenheit mit einer Extraportion Motivation angehen.

Nach dem Erfolg gegen Südkorea können die Schweden dem Duell mit der DFB-Elf gelassen entgegen sehen. "Wir können das Spiel ganz ruhig angehen und genießen. Dann schauen wir. Deutschland hat den ganzen Druck", sagte Forsberg und kündigte an, dass seine Mannschaft dann nachholen werde, was sie gegen Südkorea verpasst hatte: "Wir hätten schon ein paar Tore mehr machen können. Aber das kommt jetzt gegen Deutschland."

Dann lachte er, wirkte aber nicht so, als wäre das nur als Scherz gemeint.

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