WM 2022 Australien zieht ins Achtelfinale ein – Frankreichs B-Team verliert gegen Tunesien

Auf neun Positionen hatten die Franzosen ihre Startelf verändert – und verloren prompt gegen Tunesien. Das hätte den Nordafrikanern fürs Achtelfinale gereicht, wenn Australien nicht gegen Dänemark gewonnen hätte.
Jubelnde Australier: Knapper Sieg reicht fürs Achtelfinale

Jubelnde Australier: Knapper Sieg reicht fürs Achtelfinale

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NICOLAS TUCAT / AFP

Bei der Fußballweltmeisterschaft in Katar steht der nächste Achtelfinalteilnehmer fest. In der Gruppe D haben sich neben dem bereits qualifizierten Team aus Frankreich auch die Australier dank eines 1:0 (0:0)-Siegs gegen Dänemark einen Platz in der K.-o.-Runde erkämpft. Die Franzosen, die ihr Team auf neun Positionen verändert hatten, verloren 0:1 (0:0) gegen Tunesien.

Als Gruppensieger trifft Frankreich im Achtelfinale auf den Zweiten der Gruppe C (Argentinien, Mexiko, Polen oder Saudi-Arabien), die Australier spielen gegen den Ersten aus dieser Gruppe. Heute Abend spielt Argentinien gegen Polen, gleichzeitig trifft Mexiko auf Saudi-Arabien (20 Uhr, TV: ZDF). Alle vier Teams können noch das Achtelfinale erreichen.

Die Dänen mussten gewinnen, um weiterzukommen. Und sie gaben Gas: Bereits in der zwölften Minute hatte Mathias Jensen aus spitzem Winkel die Chance zur Führung, doch seinen Schuss konnte Australien-Keeper Mathew Ryan parieren. Die Dänen kamen in der Folge oft in den Strafraum, doch gefährliche Abschlüsse gelangen zunächst nicht.

Doch auch die Australier beschränkten sich nicht nur auf die Defensive. Bereits zum Ende der ersten Hälfte wurde das Team mutiger, kurz nach der Halbzeit hatte Jackson Irvine, der in der 2. Bundesliga beim FC St. Pauli spielt, die Chance auf die Führung, doch sein Schuss verfehlte das Tor (48.).

Besser machte es Mathew Leckie in der 60. Minute – kurz zuvor waren die Tunesier im Parallelspiel in Führung gegangen. McGee schickte Leckie, der zwei Dänen ausspielte und den Ball dann unten rechts im Tor unterbrachte – das 1:0.

Die Socceroos stehen damit erstmals seit 2006 in der K.-o.-Runde einer WM. »Es ist schwer, meine Emotionen zu beschreiben. Wir wussten, wir können es schaffen – mit unserem Spirit, mit unserem Glauben«, sagte Torschütze Leckie: »Die letzten 15, 20 Minuten haben wir stark gekämpft. Ich bin so stolz.«

Die Franzosen standen schon nach dem zweiten Gruppenspieltag als Achtelfinalist fest. Trainer Didier Deschamps schonte viele Stammspieler, wie bereits angekündigt. In der Startelf standen neun neue Spieler, darunter die Bundesliga-Profis Kingsley Coman (Bayern München) und Randal Kolo Muani (Eintracht Frankfurt), nur Kapitän Raphaël Varane und Sechser Aurélien Tchouaméni liefen erneut auf.

Mit der zweiten Besetzung war dem französischen Spiel ein deutlicher Qualitätsverlust anzumerken, einige Spieler kamen sogar auf sonst ungewohnten Positionen zum Einsatz. Schon früh lag der Ball in Frankreichs Tor: Nader Ghandri hatte bei einer Freistoßflanke den Fuß hingehalten und Ersatzkeeper Steve Mandanda überwunden. Wegen Abseitsposition zählte der Treffer aber nicht (8.).

Frankreich kam kaum zu guten Angriffen, in der 25. Minute bot sich nach einem Konter mal eine gute Chance, Coman machte sich den Abschluss mit einer schlechten Ballannahme aber selbst schwer. Tunesien dominierte zwar nicht, blieb aber gefährlicher, etwa bei einem Kopfball von Anis Ben Slimane (30.) und bei einem Distanzschuss von Wahbi Khazri (35.).

Tunesien feiert das Achtelfinale, aber nur kurz

Nach Wiederanpfiff forderten die Tunesier einen Elfmeter, nachdem Tchouaméni im Strafraum riskant gegen Khazri geklärt hatte und dabei sowohl den Ball als auch den Gegner berührt hatte. Für einen Strafstoß reichte der leichte Kontakt aber nicht (48.).

Erst nach rund einer Stunde konnte Tunesien jubeln. Frankreichs Youssouf Fofana verlor im Mittelkreis den Ball, der gleich bei Khazri landete. Der Stürmer marschierte zentral auf den Strafraum zu, ohne wirklich attackiert zu werden und schob flach in die rechte Ecke ein (58.).

Durch die Führung stand Tunesien auf dem zweiten Platz und damit im Achtelfinale. Aber nur kurz: Zwei Minuten später ging Australien gegen Dänemark in Führung und zog wieder an den Tunesiern vorbei, die weiterhin auf die erste Teilnahme an einem Achtelfinale warten.

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Als das Spiel der Australier bereits beendet und das Vorrundenaus der Tunesier besiegelt war, traf Antoine Griezmann noch zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich für Frankreich (90.+8). Wegen eines vorangegangenen Schubsers von Kolo Muani gegen Montassar Talbi wurde der Treffer aber wieder aberkannt.

bka/mrk
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