Fußball-WM Belgien ist raus, Marokko feiert historisches Weiterkommen

Belgiens Stars haben bei der WM enttäuscht, das liegt auch an vergebenen Chancen von Starstürmer Romelu Lukaku. Neben Kroatien steht Marokko im Achtelfinale – erstmals seit 36 Jahren.
Belgiens glückloser Stürmerstar Romelu Lukaku

Belgiens glückloser Stürmerstar Romelu Lukaku

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Francois Nel / Getty Images

Marokko und Kroatien sind ins Achtelfinale der Fußball-WM eingezogen. Die Marokkaner sicherten sich ihr erstes Weiterkommen seit 1986 durch einen 2:1 (2:1)-Sieg gegen Kanada. Kroatien reichte ein torloses, aber nie langweiliges Remis gegen die in der Gruppenphase durchweg enttäuschenden Belgier. Die Kroaten treffen auf den Gruppensieger der deutschen Gruppe, Marokko auf den Zweiten.

Für Belgien war die Ausgangslage vor dem Gruppenfinale klar: Sie mussten gewinnen, um eine realistische Chance auf das Achtelfinale zu erhalten. Zwar wäre ein Weiterkommen auch bei einem Remis nicht ausgeschlossen gewesen, dafür hätte Marokko im Parallelspiel aber deutlich verlieren müssen. Das Spiel machten im Ahmad-bin-Ali-Stadion aber vor allem die Kroaten, die eine bessere Spielanlage hatten und bereits nach acht Sekunden durch Ivan Perišić erstmals gefährlich zum Abschluss kamen.

Und die Belgier hatten weiter Glück: In der 18. Minute nahm Schiedsrichter Anthony Taylor einen Elfmeter zurück, weil die halb automatische Abseitserkennung eine Abseitsstellung erkannt hatte. Die knappe Entscheidung sorgte nicht nur bei den Kroaten, sondern auch in den sozialen Medien für Diskussionen. Die bis dahin interessanteste Szene der Belgier spielte sich vielsagend vor Anpfiff der zweiten Hälfte ab: Die Einwechslung von Romelu Lukaku, mit einer Oberschenkelverletzung in die WM gegangen.

Und mit Lukaku wurde es ein anderes, offeneres Spiel: Der Starstürmer scheiterte gleich zweimal in aussichtsreicher Position, einmal aus etwa sieben Metern am rechten Innenpfosten (60. Minute), einmal köpfte er übers leere Tor (62.). Am Ende brachte er den Ball aus drei Metern vor dem leeren Tor nicht über die Linie (90.). Auch Kroatien blieb gefährlich, kam jedoch nicht am derzeit wohl weltbesten Torhüter Thibaut Courtois vorbei. Den Kroaten genügte dieses Ergebnis jedoch, um als Gruppenzweiter ins Achtelfinale einzuziehen.

Marokko gelang gegen die bereits ausgeschiedenen Kanadier ein Blitzstart, begünstigt durch katastrophale Fehler in der kanadischen Abwehr: Innenverteidiger Steven Vitória spielte einen schlechten Rückpass, mit dem er Torhüter Milan Borjan zum Rauskommen zwang. Dieser verlor den Überblick und spielte flach zentral raus statt weit zu klären. Hakim Ziyech nutzte den Fehler mit einem Heber aus 40 Metern (5.).

Keine 20 Minuten später legten die Marokkaner nach, als Rechtsverteidiger Achraf Hakimi einen Flugball zu Stürmer Youssef En-Nesyri spielte. Der Stürmer war schneller als sein Gegenspieler Kamal Miller und traf mit einem Flachschuss ins kurze Eck zum 2:0 (23.).

Noch vor der Halbzeit traf Kanada zum Anschluss, als Marokkos Nayef Aguerd eine Hereingabe ins eigene Tor abfälschte. Keeper Bono kam nur noch mit den Fingerspitzen an den Ball (40.). Marokko jubelte zwar kurz darauf über das vermeintliche 3:1, aber En-Nesyris Volleytor war wegen vorheriger Abseitsstellung nicht gültig (45.+3). Im zweiten Durchgang verpasste Kanadas Kapitän Atiba Hutchinson mit einem Kopfball an die Latte den Ausgleich (72.).

hba/mrk

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