Trotz 1:0-Führung Zu viele vergebene Chancen – Deutschland verliert WM-Auftakt gegen Japan

Erst gab es einen Schweigeprotest, dann eine Niederlage: Deutschland hat sein WM-Auftaktspiel gegen Japan verloren – trotz der Führung durch İlkay Gündoğan.
Enttäuschte DFB-Spieler, jubelnde Japaner

Enttäuschte DFB-Spieler, jubelnde Japaner

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IMAGO/JOEL MARKLUND / IMAGO/Bildbyran

Deutschland hat sein Auftaktspiel der Weltmeisterschaft in Katar trotz zahlreicher Torchancen verloren. Gegen Japan unterlag die DFB-Auswahl, die lange Zeit überlegen schien, 1:2 (1:0). In der zweiten Partie der Gruppe spielen um 17 Uhr Spanien und Costa Rica gegeneinander.

Mit Spannung war erwartet worden, welche Reaktion die DFB-Auswahl auf die Kontroverse um die »One Love«-Armbinde zeigen würde. Vor dem Anpfiff hielten sich die Deutschen dann beim obligatorischen Foto die Münder zu.

Sportlich begann die Partie mit einer Schrecksekunde: in der 8. Minute verlor İlkay Gündoğan den Ball und Japan konterte. Am Ende des Vorstoßes erzielte Daizen Maeda sogar den vermeintlichen Führungstreffer, doch der Angreifer der Japaner hatte klar im Abseits gestanden.

Rüdiger köpft knapp vorbei

Die erste Chance der Deutschen hatte Abwehrchef Antonio Rüdiger. Nach einer Ecke stieg der Real-Madrid-Profi am höchsten und köpfte einen knappen Meter neben den rechten Pfosten des Tors der Japaner (17. Minute).

Die DFB-Elf versuchte es in der Folge mit Distanzschüssen, aber sowohl Joshua Kimmich (20.) als auch Gündoğan (28., 29.) scheiterten. Doch dann rang Japan-Keeper Shuichi Gonda David Raum zu Boden – und es gab Elfmeter. Gündoğan traf relativ mittig zum 1:0 (33.).

In der Nachspielzeit jubelte Deutschland ein zweites Mal, als Kai Havertz den vermeintlich zweiten Treffer erzielte. Doch in der Wiederholung war ersichtlich, dass der Angreifer im Abseits gestanden hatte. Der Videoschiedsrichter meldete sich, das Tor wurde zurückgenommen (45.+4).

Gnabry trifft das Lattenkreuz, Gündoğan den Pfosten

Auch im zweiten Durchgang blieb die DFB-Auswahl offensiv. Nach einem feinen Dribbling legte Jamal Musiala den Ball raus auf die rechte Seite, wo Serge Gnabry mitgelaufen war. Der Offensivspieler setzte seinen Schuss allerdings nur an das Lattenkreuz (47.).

Musiala war es dann auch, der sich kurz darauf durch den halben Strafraum dribbelte, dann aber über das Tor schoss (52.). Die nächste Chance vergab Gündoğan, der nur den Pfosten traf (60.). Deutschland ging fast leichtfertig mit den Möglichkeiten um, Japan blieb durch schnelle Konter gefährlich.

Besonders anschaulich war die mangelhafte Chancenverwertung in der 70. Minute: Japans Keeper Gonda parierte kurz hintereinander zunächst eine Chance des eingewechselten Jonas Hofmann und dann einen Distanzschuss und einen Kopfball von Gnabry.

Ausgleich durch Doan

Das ging schief: Zunächst rettete eine Weltklasseparade von Keeper Manuel Neuer Deutschland noch vor dem Ausgleich (72.), doch bei seiner zweiten starken Rettungsaktion traf Ritsu Dōan im Nachschuss aus kurzer Distanz zum 1:1. (75.)

Und es wurde noch schlimmer für die DFB-Auswahl: Takuma Asano, der in der Bundesliga für den VfL-Bochum spielt, setzte sich mit Leichtigkeit gegen Nico Schlotterbeck durch – und traf aus spitzem Winkel unter die Latte zum 2:1 (83.). Das Spiel war gedreht.

Deutschland hatte auch bei der WM 2018 sein Auftaktspiel verloren – damals war für die DFB-Elf nach der Gruppenphase Schluss. In Katar geht es für den DFB am Sonntag weiter, dann trifft die DFB-Auswahl im zweiten Gruppenspiel auf Spanien (20 Uhr, Liveticker SPIEGEL.de; TV: ZDF). Den Gruppenabschluss bildet dann das Duell gegen Costa Rica am 1. Dezember (20 Uhr).

bka
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