Umstrittener WM-Gastgeber Zwanziger bestätigt Absage von Fifa-Reise nach Katar

Der Fußball-Weltverband Fifa hat eine für kommende Woche geplante Reise nach Katar ins WM-Gastgeberland von 2022 abgesagt. Hintergrund ist ein neuer Report über die Missstände auf den Baustellen im Emirat am Persischen Golf.

Fifa-Funktionär Zwanziger: "Besuch macht keinen Sinn"
AFP

Fifa-Funktionär Zwanziger: "Besuch macht keinen Sinn"


Hamburg - Theo Zwanziger, der ehemalige Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), sprach in der Sonntags-"Faz" von einem "sehr qualifizierten Report". Weiter sagte das Exekutivmitglied der Fifa: "Jetzt muss Katar als Auftraggeber den Bericht erst mal veröffentlichen und kommentieren. Vorher macht ein Besuch der Fifa in dem Land keinen Sinn."

Katar hatte im vergangenen Jahr selbst den Untersuchungsbericht der Rechtsanwaltskanzlei DLA Piper in Auftrag gegeben. Offenbar sind die Reformforderungen in dem Report sehr umfassend und weitgehend. Angeblich steht sogar das in Katar gängige, aber international als fragwürdig angesehene "Kafala"-System vor dem Aus.

Dabei werden die Arbeiter quasi wie Sklaven behandelt, weil die Ausreisemöglichkeiten der Ausländer stark eingeschränkt werden. Bei den Bauarbeiten in dem Emirat waren in den vergangenen Jahren mehrere Hundert Arbeiter, vor allem aus Nepal und Indien, ums Leben gekommen.

Der Internationale Gewerkschaftsbund (IGB), die deutsche EU-Menschenrechts-Ausschussvorsitzende Barbara Lochbihler und Amnesty International hatten wiederholt die menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in Katar angeprangert.

goe/sid



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