Fußball-Weltmeisterschaft 2022 Katar plant Alkoholverbot in WM-Stadien

Fußball ohne Bier? Das könnte bei der WM 2022 Realität werden. Die Ausrichter der Weltmeisterschaft in Katar wollen am Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen festhalten. Das wird der Fifa nicht gefallen.
Englische Fußball-Fans

Englische Fußball-Fans

Foto: PASCAL ROSSIGNOL/ REUTERS

Die Besucher der WM in Katar müssen bei der Weltmeisterschaft 2022 offenbar größtenteils ohne alkoholische Getränke auskommen. Das plant zumindest der Generalsekretär des Organisationskomitees, Hassan al-Thawadi. "Ich persönlich bin dagegen, dass bei der WM 2022 Alkohol in den Stadien und an öffentlichen Plätzen ausgeschenkt wird", sagte Thawadi der katarischen Zeitung "al-Sharq" (Hier kommen Sie zur Originalquelle in arabischer Schrift ).

Das Alkoholverbot sei auch die Position des Organisationskomitees, "und das habe man auch immer so kommuniziert", sagte Thawadi weiter: "Das Turnier wird die Traditionen und Werte der arabischen und islamischen Kultur widerspiegeln. Genauso wie die WM 2010 in Südafrika ein afrikanisches Turnier war und die WM 2014 brasilianisches Flair hatte, wird Katar ein Turnier ausrichten, das arabischen und islamischen Charakter hat."

Die Ausschreitungen bei der EM 2016 in Marseille hätten gezeigt, dass diese Haltung richtig ist, sagte Thawadi. Im Sommer hatte es in der französischen Hafenstadt immer wieder Krawalle zwischen Hooligan-Gruppen aus Russland und Großbritannien gegeben. Thawadi führte an, dass es 2014 in Doha ein Freundschaftsspiel zwischen Brasilien und England gegeben habe, bei dem kein Alkohol ausgeschenkt wurde und es friedlich zuging. "Trotzdem waren die Fans enthusiastisch", so Thawadi weiter.

Endgültige Entscheidung

In Katar gilt ein generelles Alkoholkonsumverbot für öffentliche Plätze und Straßen, nur in Hotels ist das Trinken erlaubt. Das Organisationskomitee sei aber auch gegen den Ausschank in Stadien, sagte Thawadi. Die Entscheidung sei endgültig. Allerdings werde es spezielle Orte, weit entfernt von öffentlichen Plätzen geben, "für jene, die Alkohol trinken wollen".

Dem Fußball-Weltverband Fifa wird der Vorstoß kaum gefallen, schließlich gehören zu den Sponsoren auch immer wieder Bierhersteller. Bereits bei der WM in Brasilien hatte die Fifa ein Gesetz zugunsten des Partners Budweiser durchgedrückt, das das eigentliche Bier-Verkaufsverbot in den Stadien aushebelte - gegen den Willen der Mehrheit der Bevölkerung.

syd/bka
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