Ausrichter der WM 2022 Katar will umstrittenes Gastarbeiter-System abschaffen

Gastarbeiter in Katar werden bislang in sklavenähnlichen Zuständen gehalten. Im vergangenen Jahr machte der Fall des französischen Fußballers Zahir Belounis Schlagzeilen. Nun will das Austragungsland der WM 2022 das Kafala-System abschaffen.
Geplantes WM-Stadion in Katar: Neues System basiert auf Arbeitsverträgen

Geplantes WM-Stadion in Katar: Neues System basiert auf Arbeitsverträgen

Foto: AFP

Hamburg - WM-Gastgeber Katar hat auf die internationale Kritik reagiert und die Abschaffung des umstrittenen Kafala-Systems für Gastarbeiter angekündigt. Das gab der Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 bekannt. Das bestehende Kafala oder Sponsorship-System, bei dem Arbeiter von Firmen in sklavenähnlichen Bedingungen gehalten werden, werde "durch ein System ersetzt, das auf Arbeitsverträgen basiert", hieß es in der entsprechenden Mitteilung.

Mit der Reform endet auch die Bedingung für die Arbeiter, sich bei ihren Arbeitgebern eine Erlaubnis zum Verlassen des Landes besorgen zu müssen. Im November war dem französischen Fußballer Zahir Belounis die Ausreise aus Katar genehmigt worden, nachdem er auf Basis des Kafala-Systems über zwei Jahre in dem Land festgehalten worden war. Bisher waren die Reisepässe der Arbeiter konfisziert worden. Dies wird unter den neuen Richtlinien unter Strafe gestellt.

Fifa-Präsident Joseph Blatter begrüßte die Absichten Katars. "Die Ankündigung ist ein bedeutender Schritt in die richtige Richtung zu einem nachhaltigen Wandel bei den Lebensbedingungen der Arbeiter in Katar", ließ der Schweizer mitteilen. Er freue sich auf die Umsetzung der Reformen in den kommenden Monaten.

Das Kafala-System gibt es in den meisten Golfstaaten, die Tausende Gastarbeiter beschäftigen, besonders aus dem asiatischen Raum. Im Zuge der WM-Vorbereitungen hatten Verbände und Menschenrechtsorganisationen gegen die Missstände für die Arbeiter in Katar protestiert.

Erst am Sonntag hatte der Weltverband Fifa eine Reise nach Katar wegen eines Reports über die Missstände in dem Emirat abgesagt. In den vergangenen Monaten waren Hunderte Gastarbeiter aus Nepal und Indien auf WM-Baustellen ums Leben gekommen.

buc/sid/dpa