Nach frühem WM-Aus Katarische Sportsendung verhöhnt deutsche Nationalmannschaft

Deutschlands Mund-zu-Statement während der Fußball-WM kam nicht überall gut an. Gäste einer katarischen TV-Show haben nun ihrerseits ein Zeichen gesetzt. Auch andernorts wurde dem deutschen Team mit Häme begegnet.

Wenn eine vermeintlich große Fußballnation sich früh aus einer Weltmeisterschaft verabschiedet, ist Häme gewiss – im eigenen Land und aus anderen Nationen.

In der Sporttalksendung »Madschlis« des katarischen Senders Al-Kass haben sich die Gäste über das Ausscheiden der DFB-Elf lustig gemacht und in Bezug auf Deutschlands Statement an die Fifa vor dem ersten WM-Spiel gegen Japan.

Ein in den sozialen Medien geteilter Clip zeigt, wie viele der männlichen Gäste Deutschland zum Abschied winken und sich dabei eine Hand vor den Mund halten.

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»Die gesamte arabische und islamische Nation hat heute gebetet, dass sich Japan qualifiziert«, sagte einer der Talkteilnehmer. »Aber das Wichtigste heute ist das Ausscheiden Deutschlands.« Auf Twitter legte der Sender nach: »Deutschland … machte sich außerhalb des Platzes Gedanken, stürzte daraufhin und verabschiedete sich.«

In den sozialen Medien kursierte die Karikatur eines deutschen Mannschaftsbildes, auf dem die Spieler weinen und sich die Augen zuhalten. »Auf Wiedersehen für alle, die unsere arabischen und islamischen Werte nicht respektieren«, twitterte eine Nutzerin, die Saudi-Arabien als Herkunft angibt. Eine Nutzerin mit Katars Flagge im Profil schrieb: »Schadenfreude über den schlimmsten Abschaum des Westens ist Pflicht.«

Die deutschen Spieler hatten sich beim obligatorischen Mannschaftsfoto vor ihrem ersten Auftritt in Katar die Münder zugehalten und damit ein Zeichen an den Fußball-Weltverband (Fifa) gesendet, der in Katar die »One Love«-Kapitänsbinde von Neuer und sechs weiteren europäischen Mannschaftskapitänen verboten hatte.

Die Fifa hatte zuvor sportliche Sanktionen angedroht für den Fall, dass die mehrfarbige »One Love«-Kapitänsbinde bei den WM-Spielen getragen wird. Der DFB verzichtete daher wie alle an der Kampagne teilnehmenden Nationen auf die geplante Aktion.

Wieder Özil-Bilder im Stadion

Beim 4:2-Sieg gegen Costa Rica waren auch – wie schon bei der Partie gegen Spanien (1:1) – diverse Zuschauer im Stadion, die Bilder oder Plakate von Mesut Özil dabei hatten. In einem Videoclip ist zu sehen, wie sie Fans der deutschen Mannschaft nach der Partie verhöhnen. Einige deutsche Anhänger ließen sich davon provozieren.

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Vor und während der Weltmeisterschaft 2018 hatte es eine Kontroverse um den deutschen Nationalspieler Özil gegeben, der sich gemeinsam mit seinem Nationalmannschaftskollegen İlkay Gündoğan auf Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan gezeigt hatte.

Auch beim Spiel gegen Costa Rica waren im Stadion wieder viele Özil-Bilder zu sehen

Auch beim Spiel gegen Costa Rica waren im Stadion wieder viele Özil-Bilder zu sehen

Foto:

ALEXANDER HASSENSTEIN; GETTY IMAGES / Getty Images

Anders als Gündoğan hatte Özil sich nach der Kritik an den Fotos nicht von der Aktion distanziert und war dafür von vielen Seiten kritisiert worden. Nach dem Vorrundenaus trat Özil aus der Nationalmannschaft zurück und prangerte in der Debatte über ihn Rassismus an, unter anderem beim damaligen DFB-Präsidenten Reinhard Grindel.

svs/dpa
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