Sensation im WM-Achtelfinale Marokko wirft Spanien im Elfmeterschießen raus

Ex-Weltmeister Spanien ist bei der WM in Katar ausgeschieden. Das Achtelfinal-Duell gegen Außenseiter Marokko ließ sich in 120 Minuten nicht entscheiden. Im Elfmeterschießen versagten dem Favoriten die Nerven.
Marokkos Spieler um den starken Mittelfeld-Abräumer Nordin Amrabat (r.) feiern den Viertelfinaleinzug

Marokkos Spieler um den starken Mittelfeld-Abräumer Nordin Amrabat (r.) feiern den Viertelfinaleinzug

Foto: Julian Finney / Getty Images

Mit einem Sieg im Elfmeterschießen hat Marokko die spanische Nationalmannschaft ausgeschaltet und steht im Viertelfinale der Fußball-WM in Katar. Im Education-City-Stadion hatte es nach 120 Minuten 0:0 gestanden, dann vergaben alle drei spanischen Elfmeterschützen. Marokkos Superstar Achraf Hakimi schoss sein Team per Panenka-Elfmeter in die Runde der letzten Acht.

Dass Marokko für die Spanier keine leichte Aufgabe sein würde, hatte sich bereits in der Gruppenphase angedeutet: Mit sieben Punkten hatten die Nordafrikaner sich unter anderem gegen Vizeweltmeister Kroatien und Belgien als Gruppensieger durchgesetzt, Spanien blieb in der Gruppe E nur Platz zwei hinter Japan.

Auch auf dem Platz zeigte sich die spanische Favoritenrolle nur in Ansätzen. La Roja, anstelle des angeschlagenen Dani Carjaval mit Marcos Llorente auf der rechten Abwehrseite, ließ den Ball gewohnt souverän durch die eigenen Reihen laufen. Abschlüsse erspielte sich die Mannschaft von Luis Enrique aber kaum, eine von Torhüter Yassine Bounou und Nordin Amrabat gemeinsam geklärte Doppelchance von Gavi und Ferran Torres war aus einer Abseitsposition heraus entstanden (25.).

Boufals Dribblings bereiten Spanien Probleme

Häufiger wurden die diszipliniert verteidigenden Marokkaner gefährlich. Ihre Mittel: Ballgewinne im Mittelfeld und Dribblings über die Flügel, besonders von Aktivposten Sofiane Boufal auf Linksaußen. Der bereitete mit einer Flanke eine Kopfballchance von Hakimi vor (42.), zuvor hatte bereits Bayern-Außenverteidiger Noussair Mazraoui mit einem Fernschuss Spaniens Torwart Unai Simón getestet (33.), der den Ball im Nachfassen unter Kontrolle brachte.

Sofiane Boufal war für Spanien in der ersten Hälfte kaum zu greifen

Sofiane Boufal war für Spanien in der ersten Hälfte kaum zu greifen

Foto: Clive Brunskill / Getty Images

Nach der Pause blieb es für die Spanier ein Geduldsspiel, Marokkos Nadelstiche wurden seltener. Dani Olmo scheiterte mit einem Freistoß aus spitzem Winkel an Bounou (55.), weitere Halbchancen folgten.

Dass das Spiel in Richtung der Spanier kippte, lag auch daran, dass den Marokkanern die Kräfte schwanden: Erst ging der in der zweiten Hälfte blasse Boufal vom Feld (66.), später holte Trainer Walid Regragui auch Mazraoui und Stammstürmer Youssef En-Nesyri vom Platz (82.). Für Innenverteidiger Nayef Aguerd war verletzungsbedingt ebenfalls vorzeitig Schluss (84.).

Marokko bleibt stets gefährlich

Trotzdem kämpfte Marokko sich in die Verlängerung und tauchte in der Nachspielzeit sogar mehrfach im spanischen Strafraum auf, ohne zum Abschluss zu kommen. Spaniens letzte Chance in der regulären Spielzeit hatte erneut Olmo per Freistoß, wieder blieb Bounou Sieger (90.+5).

Yassine Bounou ließ sich von Dani Olmos Freistößen nicht überwinden

Yassine Bounou ließ sich von Dani Olmos Freistößen nicht überwinden

Foto: IMAGO/Javier Garcia/Shutterstock / IMAGO/Shutterstock

In der Verlängerung waren die Spanier dann drückend überlegen, die besten Chancen aber hatte Marokko: Erst wurde Walid Cheddira auf den letzten Metern noch von Aymeric Laporte abgefangen (90.+5), der eingewechselte Stürmer stand aber ohnehin im Abseits. Bei Cheddiras zweiter Großchance lief alles regulär ab, Simón rettete Spanien per Fußabwehr das 0:0 (104.).

Im Elfmeterschießen traten für Spanien zunächst die frisch eingewechselten Pablo Sarabia und Carlos Soler an. Sarabia scheiterte am Pfosten, Soler an Bounou, der den schwach geschossenen Strafstoß vereitelte. Für Marokko trafen Abdelhamid Sabiri und Hakim Ziyech, erst Badr Banoun vergab. Spaniens Kapitän Sergio Busquets konnte sein Team jedoch nicht näher heranbringen, auch er scheiterte an Bounou. Hakimi verwandelte den Matchball angelupft in die Mitte.

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