WM-News am Sonntag Lewandowski lässt seine Zukunft im Nationalteam offen

2026 noch mal für Polen zur WM? Robert Lewandowski will sich noch nicht festlegen. Und: Thomas Müller will sich Zeit nehmen, um das frühzeitige Aus der DFB-Auswahl einzuordnen. Das waren die News am Sonntag.
Robert Lewandowski

Robert Lewandowski

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BERNADETT SZABO / REUTERS

Das Wichtigste in Kürze
  • Olivier Giroud ist nach seinem Treffer gegen Polen nun Frankreichs alleiniger Rekordtorschütze

  • Das brasilianische Bangen ist vorbei: Gegen Südkorea soll Neymar den Brasilianern wieder auf dem Platz helfen.

  • Das Vorrundenaus der deutschen Nationalmannschaft ist nach Angaben der Technical Study Group der Fifa auch auf die schlechte Chancenverwertung zurückzuführen.

Liebe Leserinnen und Leser,

das war es für heute aus Katar. Morgen geht es auf SPIEGEL.DE mit den WM-News weiter.

Einen schönen Abend!

Ihre SPIEGEL-Sportredaktion

England souverän ins Viertelfinale gegen Frankreich

21.55 Uhr: Mitfavorit England hat mühelos das Viertelfinale erreicht. Die Three Lions gewannen mit einem starken Jude Bellingham ihr Achtelfinale gegen Außenseiter Senegal 3:0 (2:0) und gehören damit zum zehnten Mal zu den acht besten Teams der Welt. Am kommenden Samstag (20.00 Uhr MEZ) wartet auf dem Weg zum zweiten Triumph nach 1966 mit Titelverteidiger Frankreich der erste große Prüfstein.

Jordan Henderson (38.), Harry Kane (45.+3.) und Bukayo Saka (57.) trafen im Al-Bayt-Stadion für die Briten, die bei Weltmeisterschaften auch im achten Anlauf gegen ein afrikanisches Team ungeschlagen blieben. Der Senegal verpasste in Abwesenheit des verletzten Bayern-Stars Sadio Mane ein zweites Viertelfinale nach 2002. Überhaupt schafften bislang erst drei afrikanische Mannschaften bei einer WM den Einzug unter die besten Acht.

Harry Kane

Harry Kane

Foto: JEWEL SAMAD / AFP

Elftes Tor: Kane jetzt Englands alleiniger Turnier-Toptorjäger

20.58 Uhr: Kapitän Harry Kane ist mit seinem Tor im Achtelfinale zu Englands alleinigem Rekordtorjäger bei großen Turnieren avanciert. Der 29 Jahre alte Stürmer von Tottenham Hotspur traf gegen Senegal in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zum 2:0-Pausenstand und zog mit seinem elften Turniertor an Gary Lineker vorbei, der bei zehn stand und diese allesamt bei Weltmeisterschaften erzielte.

Kane wurde vor vier Jahren in Russland mit sechs Treffern WM-Torschützenkönig und legte bei der EM 2021 mit vier weiteren Toren nach. In Katar war Kane bis zum Achtelfinale erfolglos geblieben. Insgesamt war es sein 52. Tor im Nationaltrikot der Three Lions. Zu Rekordhalter Wayne Rooney (53) fehlt nur ein weiterer Treffer.

Lewandowski lässt Zukunft in der Nationalmannschaft offen

19.45 Uhr: Der zweimalige Weltfußballer Robert Lewandowski hat nach dem Achtelfinal-Aus seine Zukunft in der polnischen Nationalmannschaft offengelassen. Auf die Frage, ob er die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko anpeile, sagte der 34-Jährige: »Es ist schwer, das jetzt zu sagen. Von der körperlichen und sportlichen Seite habe ich da keine Angst, aber es gibt verschiedene Dinge, die dazu führen könnten, dass das dies hier die letzte war.«

Lewandowski, der im vergangenen Sommer von Bayern München zum FC Barcelona gewechselt war, hatte sein Debüt in der Nationalmannschaft im Jahr 2008 gegeben. Seitdem schoss er in 138 Länderspielen 78 Tore. War Lewandowski bei seiner ersten WM 2018 in Russland noch ohne eigenes Tor mit Polen in der Vorrunde ausgeschieden, erzielte er in Katar seine ersten beiden WM-Treffer.

Private Gründe: England gegen Senegal ohne Angreifer Sterling

18.59 Uhr: Vize-Europameister England muss in seinem Achtelfinale gegen Senegal ohne Angreifer Raheem Sterling auskommen. Der 27-Jährige, der bisher bei den Three Lions auf der linken Offensivseite spielte, fehlt aus persönlichen Gründen, wie das Nationalteam vor dem Spiel mitteilte. Es handle sich um eine »familiäre Angelegenheit«.

Nationaltrainer Gareth Southgate lässt dafür Phil Foden auf der linken Seite spielen. Marcus Rashford muss nach seinen zwei Toren gegen Wales wieder auf die Bank, stattdessen beginnen offensiv neben Foden auch Bukayo Saka und Kapitän Harry Kane. Auf der rechten Seite erhielt Kyle Walker den Vorzug vor Kieran Trippier. Im Mittelfeld setzt Southgate neben Bellingham und Declan Rice in Jordan Henderson auf eine weitere Absicherung. Dafür muss Mason Mount, der die beiden ersten WM-Spiele startete, auf die Bank.

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Macron tippt Ergebnis und Torschützen richtig

18.48 Uhr: Emmanuel Macron hatte es schon vorher gewusst. Der französische Staatspräsident war sich nicht nur sicher, dass Frankreich 3:1 gegen Polen gewinnen würde. Der 44-Jährige lag sogar mit allen Torschützen richtig. »Ich glaube, wir gewinnen 3:1! Lewandowski wird einen machen, wie Mbappé oder vielleicht Giroud«, hatte Macron der Zeitung »Le Parisien« am Wochenende gesagt. Und tatsächlich kam es im Achtelfinale praktisch genau so. Kylian Mbappé (74. Minute/90.+1) und Olivier Giroud (44.) trafen am Sonntagabend in Doha für Frankreich, Robert Lewandowski gelang spät (90.+9) per Elfmeter noch der Anschlusstreffer für die Polen.

Mbappé und Giroud schießen Frankreich ins Viertelfinale

17.57 Uhr: Im Duell der Stürmerstars hat sich Weltmeister Frankreich um Kylian Mbappé im WM-Achtelfinale gegen Polen und Robert Lewandowski durchgesetzt. Das Team von Trainer Didier Deschamps gewann am Sonntag im Al-Thumama Stadion von Doha mit 3:1 (1:0). Auf Vorlage von Mbappé brachte Olivier Giroud (44. Minute) die Franzosen kurz vor der Pause in Führung. Für die Entscheidung vor 40 989 Zuschauern sorgte der Superstar von Paris Saint-Germain mit zwei fulminanten Treffern dann selbst (74./90.+1).

Was macht eigentlich Jogi Löw?

17.39 Uhr: Der frühere Bundestrainer verfolgt die WM am Fernseher in seiner Heimatstadt Freiburg. »Ich habe mir immer gedacht, es wäre auch mal schön, auf so eine WM von außen zu gucken, ohne dass man mittendrin ist«, sagte Joachim Löw dem SPIEGEL.

Seine erste WM 1970 verfolgte Löw als Kind vor dem Fernseher. Dann wurde Fußball sein Beruf. In Katar will er noch einmal eine WM »von außen« miterleben, will wiederfinden, was ihn als Kind faszinierte. Geht das? Ein Besuch in Freiburg:

Mainz-Chef Heidel: DFB muss Trainerausbildung verbessern

17.36 Uhr: Nach Ansicht von Christian Heidel sollte der Deutsche Fußball-Bund beim Neuaufbau nach dem frühen WM-Scheitern den Fokus verstärkt auf die Trainerausbildung legen und dabei auch auf ausländische Fachkräfte setzen. »Wir sind taktisch nicht absolute Weltspitze, sollten ruhig mal im Ausland gucken, wie da so gearbeitet wird«, sagte der Sportvorstand vom FSV Mainz 05 der »Bild«-Zeitung.

»Ich sage schon lange, dass wir in die Trainerausbildung investieren sollten, sich dort was ändern muss. Und deshalb: Warum dafür nicht mal Trainer aus dem Ausland holen?«

Nach dem WM-Triumph 2014 seien »entscheidende Fehler passiert«, kritisierte der 59-Jährige. »Wir sollten aufhören zu glauben, dass bei uns alles toll gemacht wird.« Für den dringend notwendigen Neuaufbau im Hinblick auf die Heim-Europameisterschaft fordert er vor allem Geduld. »Einem neuen Team muss man zugestehen, auch mal zu verlieren, ohne gleich den Trainer infrage zu stellen. Die Mannschaft muss nicht im Februar 2023 top sein, sondern im Sommer 2024«, sagte Heidel.

Thomas Müller über DFB-Aus: »Stachel sitzt brutal tief«

17.33 Uhr: Angreifer Thomas Müller will sich nach eigenen Worten Zeit nehmen, um das extrem enttäuschende Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft einzuordnen. »Es ist undurchsichtiger als sonst, es gibt mehr Widersprüche. Es ist bei dieser WM schwieriger, das Erlebte zu filtern und richtig zu deuten«, schrieb der 33-Jährige bei Instagram. »Die große Frage im Leben: Woran hat’s gelegen? Ich werde trotz aller Erfahrung mit großen Erfolgen und auch krachenden Niederlagen diesmal etwas Zeit brauchen, um alles einordnen zu können.«

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Der Profi vom FC Bayern München hatte nach dem Aus am vergangenen Donnerstag im Fernsehen bereits eine Art Abschiedsrede auf seine Zeit in der Nationalmannschaft gehalten. Dann kündigte er aber an, sich zunächst noch mit seiner Frau Lisa und Bundestrainer Hansi Flick beraten zu wollen.

»Der Stachel sitzt brutal tief, gefühlt tiefer als sonst«, schrieb Müller nun bei Instagram. »Es war ein Wellenbad der Gefühle. Vorfreude, Ehrgeiz, Politik, Ablehnung, Start-Niederlage, Hoffnung und Anerkennung nach Spiel 2, dann mit unserem ersten Turniersieg zeitgleich das Ausscheiden und damit die Vollkatastrophe.« Er bedankte sich bei allen Unterstützern.

Lohnt sich eine WM für autokratische Regime?

16.56 Uhr: Wegen der Menschenrechtslage reißt die Kritik an WM-Ausrichter Katar nicht ab. Hier spricht Historiker Nils Havemann darüber, ob das Emirat trotzdem profitiert – und was die Fifa aus früheren Turnieren gelernt hat:

Giroud ist nun Frankreichs alleiniger Rekordtorschütze

16.53 Uhr: Stürmer Olivier Giroud ist mit seinem 52. Treffer zum alleinigen Rekordtorschützen der französischen Nationalmannschaft aufgestiegen. Der 36-Jährige erzielte im Achtelfinale gegen Polen in seinem 117. Länderspiel das 1:0 (44.) und verdrängte Thierry Henry auf den zweiten Platz. Der Weltmeister von 1998 war in 123 Länderspielen auf 51 Tore gekommen.

Für Giroud (AC Mailand) war es schon sein dritter Treffer in Katar, beim 4:1 gegen Australien zum Auftakt war ihm ein Doppelpack gelungen. Auf den weiteren Plätzen folgen Antoine Griezmann (42 Tore), Michel Platini (41) und Karim Benzema (37).

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Hugo Lloris zieht mit Lilian Thuram gleich

16.05 Uhr: Hugo Lloris ist zum Rekordnationalspieler Frankreichs aufgestiegen. Im Achtelfinale der Fußball-WM gegen Polen absolvierte der 35 Jahre alte Torhüter von Tottenham Hotspur sein 142. Länderspiel und zog dadurch mit dem früheren Weltmeister Lilian Thuram gleich.

Lloris hatte sein Debüt im Trikot der Equipe Tricolore im Jahr 2008 gefeiert. Vor vier Jahren holte er mit Frankreich den WM-Titel, bei der Heim-EM 2016 hatte er den Triumph im Finale gegen Portugal verpasst.

Krisengipfel beim DFB offenbar am Mittwoch

15.01 Uhr: Das erste Krisengespräch zwischen der Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der sportlichen Führung der Nationalmannschaft soll nach Medienberichten am Mittwoch stattfinden. Laut Sky und Bild treffen sich DFB-Präsident Bernd Neuendorf, sein Vize Hans-Joachim Watzke, Bundestrainer Hansi Flick und Geschäftsführer Oliver Bierhoff. Der DFB bestätigte diesen Termin auf SID-Anfrage allerdings zunächst nicht.

Nach dem erneuten Vorrunden-Aus bei der WM in Katar hatte Neuendorf eine Jobgarantie für Flick und Bierhoff verweigert und eine eingehende Analyse eingefordert. Der Verbandschef kündigte am vergangenen Freitag eine erste Zusammenkunft für die »kommende Woche« an.

»Meine Erwartung an die sportliche Leitung ist, dass sie zu diesem Treffen eine erste Analyse vornimmt, eine sportliche Analyse dieses Turniers. Dass sie aber auch Perspektiven entwickelt für die Zeit nach dem Turnier mit dem Blick auf die Europameisterschaft im eigenen Land«, hatte Neuendorf noch in Doha vor dem Rückflug nach Deutschland erklärt.

Neymar

Neymar

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Moises Castillo / AP

Neymar wieder fit – Brasiliens Superstar bereit für WM-Achtelfinale

13.48 Uhr: Die Neymar-Frage ist beantwortet, der Superstar steht den Brasilianern im Achtelfinale zur Verfügung. Auf die entsprechende Frage eines Journalisten antwortete Nationaltrainer Tite in Doha knapp: »Ja.« Die Seleção startet am Montag (20.00 Uhr/ZDF und Magenta TV) gegen Südkorea in die K.o.-Phase des Turniers.

Der 30-Jährige hatte nach seiner Fußverletzung aus dem Auftaktspiel gegen Serbien (2:0) am Samstag erstmals wieder mit dem Ball trainiert. »Ich fühle mich gut, ich wusste, dass ich es jetzt tun würde«, schrieb Neymar in den sozialen Medien und stellte dazu Fotos vom Training.

Fifa erklärt DFB-Aus mit schlechter Chancenverwertung

12.59 Uhr: Die DFB-Elf kam mit Abstand zu den meisten Schussversuchen aller Teams in der Gruppenphase. Die Angaben der Technical Study Group (TSG) der Fifa sieht diesen Umstand als Grund für das Vorrundenaus der deutschen Nationalmannschaft.

»Wahrscheinlich haben sie ihre Möglichkeiten nicht gut genug genutzt«, sagte Ex-Bundestrainer und TSG-Mitglied Jürgen Klinsmann. »Wir in Deutschland haben die Diskussion, ob ein echter Neuner, wie Miroslav Klose es früher war, die effizientere Lösung gewesen wäre.« Es gebe einen Mangel an echten Torjägern, die die Chancen auch nutzen.

Das DFB-Team kam zu insgesamt 67 Versuchen in drei Spielen, Mannschaften mit einer geringeren Zahl an Abschlüssen wie Australien und Polen (je 20) schafften den Sprung ins Achtelfinale. »Sie waren oft effizienter. Sie haben ihre Konter genutzt«, sagte Arsène Wenger, Fifa-Direktor für globale Fußballförderung.

Klinsmann gegen 26er-Kader – Wenger findet Erweiterung auf 48 Teams gut

12.48 Uhr: Die Technische Studiengruppe der Fifa hat erste WM-Erkenntnisse vorgestellt. Chef Arsène Wenger und Mitglied Jürgen Klinsmann äußern sich dabei zu verschiedenen Themen: Klinsmann ist gegen vergrößerte Kader von 26 Spielern bei Fußball-Weltmeisterschaften. »Es bringt nichts, wenn du plötzlich 26 Spieler zur Verfügung hast. Sie können nicht alle spielen, und man muss eine große Gruppe bei guter Laune halten«, sagte er auf einer Pressekonferenz.

Wenger sprach sich für die Beibehaltung von fünf Auswechslungen aus. Zuletzt war die temporäre Ausweitung während der Coronazeit von drei auf fünf Wechsel dauerhaft ins Regelwerk übernommen worden. Wenger findet auch die Erweiterung des Starterfeldes auf 48 Mannschaften bei der WM 2026 gut. »Wir müssen noch weitere 16 gute Teams finden«, sagte der 73-Jährige. »Aber das repräsentiert immer noch nur 22 Prozent der Welt. Es wird mehr Anreize geben, den Fußball innerhalb eines Landes weiterzuentwickeln. Da gibt es Defizite in der Ausbildung in vielen Ländern der Welt. Ich bin überzeugt, wenn die Länder mehr Chancen schaffen, wird sich der Fußball besser entwickeln.«

Technische Berichte werden bei jedem Fifa-Wettbewerb erstellt und dann an die technische Entwicklungsabteilung der Fifa weitergeleitet.

Mario Götze nach WM-Aus: »Hilft nicht, nach Ausreden zu suchen«

11.28 Uhr: Die deutsche Nationalmannschaft verarbeitet nach der Rückreise das frühe WM-Aus, viele äußern sich erstmals in den sozialen Medien.

  • Manuel Neuer äußerte sich tief enttäuscht . Der Schmerz sitze tief, schrieb der 36-Jährige. »Es ist brutal frustrierend, dass wir unsere Leistung nicht konstant abrufen konnten.«

  • Kai Havertz befürchtet einen längeren WM-Kater  bei den Nationalspielern. »Wir sind alle sehr frustriert, enttäuscht und haben viele andere Gefühle, es wird Wochen dauern, dies zu verarbeiten.«

  • Auch DFB-Rückkehrer Mario Götze zog ein ernüchterndes Fazit. »Ich bin immer noch enttäuscht darüber, wie die WM für uns ausgegangen ist. Es war wirklich ein Auf und Ab in den letzten zwei Wochen. Ich denke auch, dass die Gesamtleistung besser war, als die Ergebnisse vermuten lassen. Aber es hilft nicht, nach Ausreden zu suchen«, schrieb er auf Instagram. Für ihn persönlich sei es ein großartiges Gefühl gewesen, wieder für Deutschland zu spielen. »Vor den Augen meines Sohnes bei einer Weltmeisterschaft zu spielen, macht mich sehr stolz und ist eine Erinnerung, die ich nie vergessen werde.«

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Spaniens Trainer will im Falle eines WM-Erfolges »alle Fragen« beantworten

10.39 Uhr: Noch ist der WM-Titel für die spanische Nationalmannschaft in Ferne, doch Trainer Luis Enrique wolle im Falle des Triumphs Rede und Antwort stehen. Im Videostream auf Twitch sagte er zu den Fans: »Wenn wir die WM gewinnen, dann werde ich alle Fragen beantworten, die ihr mir stellt, und die meisten werden sexuellen Inhalts sein. Ich beantworte sie alle.«

Wie geht es weiter mit Oliver Bierhoff?

10.08 Uhr: Die seit Jahren anhaltende Kritik an Oliver Bierhoff  wird lauter. »Wir haben schlechte Jahre hinter uns, da sitzt Oliver Bierhoff mit im Boot – und da muss man auch Oliver Bierhoff infrage stellen«, sagt Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Der Boulevard trommelt vor dem Treffen der Verbandsspitze mit Bierhoff und Bundestrainer Hansi Flick für die Trennung vom langjährigen Manager, Bild fordert: »Bierhoff muss gehen!«

Die Aussage des DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf, derzufolge die Aufarbeitung »die Entwicklung der Nationalmannschaft und unseres Fußballs seit 2018« umfassen müsse, wirkt wie eine klare Ansage an Bierhoff. Der 54-Jährige wird erklären müssen, welchen Anteil er an den WM-Leistungen in Russland und Katar sowie am frühen EM-Aus 2021 hat. Wohl auch in einem größeren Rahmen – am Freitag ist Präsidiumssitzung.

Nach Attacken gegen Schiedsrichter Siebert: Kinhöfer kritisiert Fifa

09.35 Uhr: Der frühere Fifa-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer hat den Fußball-Weltverband für den mangelhaften Schutz des deutschen WM-Referees Daniel Siebert heftig kritisiert. »Ich kriege da echt einen Hals: Im Innenraum rennen haufenweise Fifa-Häuptlinge mit Mappen unterm Arm und Knopf im Ohr rum. Aber Sicherheitspersonal, das die Schiedsrichter sicher in die Katakomben geleitet, habe ich vermisst«, schrieb Kinhöfer in seiner Kolumne in der Bild am Sonntag: »In jedem Kreisliga-Spiel ist das besser organisiert.«

Siebert war nach dem WM-Aus des zweimaligen Weltmeisters Uruguay heftig von den südamerikanischen Spielern angegangen worden. Uruguay hatte trotz des 2:0 (2:0) im Gruppenfinale gegen Ghana das Achtelfinale verpasst. Der Mannschaft von Kapitän Luis Suárez fehlte ein Tor. Dafür machten die Uruguayer Siebert verantwortlich, weil er ihnen einen Strafstoß verwehrt hatte.

Präsident Biden sieht »glänzende Zukunft« Coach Berhalter lässt Zukunft offen

08.42 Uhr: Nach dem Aus im Achtelfinale versuchte auch Präsident Joe Biden, die tief US-Auswahl wieder aufzurichten. »Jungs, Ihr habt uns stolz gemacht. Wir stehen auf und gehen weiter«, twitterte der US-Präsident. »Auf eine glänzende Zukunft und 2026 hier bei uns zu Hause.« In vier Jahren findet die WM in den USA, Kanada und Mexiko statt.

Das aktuelle Team, aus dem viele Profis um Christian Pulisic (24) in vier Jahren auf dem Zenit ihrer Karriere sein dürften, begeisterte schon jetzt. Bei Top-Einschaltquoten kam es in der Heimat ohne Niederlage durch die Gruppenphase – und war auch gegen die Niederländer nicht chancenlos.

Nationaltrainer Gregg Berhalter hat seine Zukunft offen gelassen. »In den nächsten Wochen werde ich mich hinsetzen und überlegen, was als Nächstes kommt«, sagte der ehemalige Bundesligaprofi.

Ein Kuss als Dank

08.17 Uhr: Die wohl überraschendste Belohnung erhielt Hollands Denzel Dumfries gut eine Stunde nach seinem überragenden Spiel gegen die USA. Sein Fußballtrainer Louis van Gaal wurde gefragt, ob er denn stolz auf Dumfries sei, der beim 3:1 gegen die USA zwei Tore vorbereitet und eins geschossen hatte. »Ich zeige es Ihnen«, antwortete van Gaal, ließ Taten folgen und gab seinem Abwehrmann einen Kuss . »Ich habe ihm schon am Donnerstag einen dicken Kuss gegeben und jetzt tue ich es wieder.« Eine Analyse aus Doha zum Spiel der Niederländer gegen die USA finden Sie hier .

Neymar trainiert wieder – aber spielt er auch?

07.42 Uhr: Nachdem sich Neymar im ersten Gruppenspiel gegen Serbien am Fußgelenk verletzt  hat, ist weiter unklar, ob er noch mal ins Turnier eingreifen kann. Unterschiedliche Medienberichte und ein Video des brasilianischen Verbandes machen die Verwirrung perfekt.

Während die britische »Sun« und verschiedene brasilianische Medien berichteten, dass sich der 30-Jährige nicht nur den Knöchel geprellt hat, sondern auch Bänder in Mitleidenschaft gezogen wurden, veröffentlichte der brasilianische Verband ein Video, dass Neymar offensichtlich beschwerdefrei beim Aufwärmen mit Ball im Spielerkreis sowie beim Schusstraining zeigt.

Die Brasilianer, die am Montag gegen Südkorea spielen, plagen noch weitere Verletzungssorgen. Für Gabriel Jesus und Alex Telles ist das Turnier vorzeitig beendet. Der Angreifer vom FC Arsenal und der Außenverteidiger vom FC Sevilla haben sich beim 0:1 gegen Kamerun jeweils am rechten Knie verletzt.

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Diese Teams spielen am Sonntag in Katar

07.30 Uhr: Die Niederlande und Argentinien stehen im Viertelfinale, an diesem Sonntag wollen Frankreich (gegen Polen) und England (gegen den Senegal) nachziehen.

  • Frankreichs Trainer Didier Deschamps setzt nach dem 0:1 gegen Tunesien wieder auf die Star(t)elf aus den ersten beiden Spielen. Die Frage ist: Hat das Tunesien-Spiel den Rhythmus zerstört?

  • Die Polen müssten sich nach dem 0:2 gegen Argentinien steigern und offensiver agieren. Vieles hängt dabei von Robert Lewandowski ab.

  • Bei den Engländern ist Kapitän Harry Kane trotz des Torlos-Starts gesetzt, auch BVB-Star Jude Bellingham dürfte spielen. Offen ist, wie Chefcoach Gareth Southgate seine offensive Dreierreihe besetzt. Vertraut er weiter auf Raheem Sterling, Mason Mount und Bukayo Saka? Marcus Rashford und Phil Foden drängten sich zuletzt schließlich auf.

  • Afrikameister Senegal hofft nach 20 Jahren wieder auf den Einzug ins WM-Viertelfinale. Damals war Aliou Cissé Kapitän, heute geht er als Cheftrainer voran. Sein Team überzeugte in allen Gruppenspielen, allerdings fehlte es in der Offensive an Effizienz, der verletzte Bayern-Stürmerstar Sadio Mané wird vermisst.

mas/ara/dpa/sid
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